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03.10.2026
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Strom-Schock in Italien: Bars zahlen plötzlich bis zu 2000 Euro!

Strom-Schock in Italien: Bars zahlen plötzlich bis zu 2000 Euro!
Symbolbild: KI-generiert

Italiens Gastronomen und Hoteliers stehen vor den nächsten explodierenden Rechnungen. Laut dem Handelsverband Confcommercio lagen die Stromkosten für Bars, Restaurants und Hotels im zweiten Halbjahr 2026 um mehr als 26 Prozent über dem Vorjahr. Ein Hotelier aus der Lombardei spricht inzwischen von rund 100.000 Euro jährlich, allein für Strom.

Der Espresso wird zum Luxusgut

Wer in Rom oder Bergamo an der Theke seinen Caffè trinkt, denkt kaum an die Stromrechnung dahinter. Dabei ist eine Bar ein echter Energiefresser. Die Siebträgermaschine läuft ohne Pause, dazu kommen Kühlschränke und Kühlzellen, gekühlte Vitrinen, Eisbereiter, Backofen und Spülmaschine. Im Sommer muss die Klimaanlage laufen, im Winter die Heizung.

Diego Rodeschini, Präsident des Gastronomieverbands Fipe in Bergamo, beziffert die üblichen Energiekosten einer Bar auf rund 1000 Euro im Monat. In den heißen Monaten, so seine Darstellung, kämen aber erhebliche Zusatzverbräuche hinzu. Dann werde schnell das Doppelte fällig: bis zu 2000 Euro. Fipe hatte schon in früheren Hochpreisphasen ausgerechnet, dass Energie bei Bars mehr als 13 Prozent des Umsatzes verschlinge, im Schnitt über 16.000 Euro im Jahr.

100.000 Euro: Ein Hotelier schlägt Alarm

Für Hotels sieht es kaum besser aus. Ein Haus mit 20 Zimmern zahlt Schätzungen zufolge zwischen 25.000 und 45.000 Euro jährlich für Elektrizität. Roberto Jannotta vom Hotel Milano in Castione della Presolana kommt mit 60 Zimmern auf rund 100.000 Euro. Man zahle, so der Hotelier, „eine Unmenge“.

Laut Confcommercio verteilen sich die Kostensteigerungen im zweiten Halbjahr 2026 so:

  • Hotels: plus 26,2 Prozent
  • Bars und Restaurants: plus 26,3 Prozent
  • Geschäfte: plus 23,2 Prozent
  • Große Verkaufsflächen: plus 23,1 Prozent

Landesweit summiere sich das auf eine Milliarde Euro an Mehrkosten. Die Margen in der Branche sind ohnehin dünn. Jeder zusätzliche Euro auf der Rechnung fehlt deshalb bei Investitionen, verkürzt Öffnungszeiten und gefährdet Arbeitsplätze.

Die Gasfalle schnappt wieder zu

Die Ursache liegt im Strommix. Kaum ein großes europäisches Land hängt beim Strom so stark vom Gas ab wie Italien. Nach dem Referendum von 1987, ein Jahr nach Tschernobyl, stieg Rom aus der Kernkraft aus. Seitdem schlägt jede Bewegung am Gasmarkt fast ungebremst auf den Strompreis durch.

Im September lag der einheitliche nationale Strompreis PUN um 73,3 Prozent über dem Durchschnitt von 2025. Italienischen Medienberichten zufolge kletterte er dabei über die Marke von 200 Euro je Megawattstunde. Im Vergleich mit Deutschland, Frankreich und Spanien zahlt Italien je Megawattstunde 65 bis 69 Euro mehr. Ausgerechnet Deutschland steht in dieser Rechnung besser da, obwohl es seine letzten Atomkraftwerke im April 2023 abgeschaltet hat und selbst über einige der höchsten Strompreise der Industriewelt klagt.

Verbände fordern Taten statt Floskeln

Luciano Patelli, Präsident von Confcommercio Bergamo, verlangt sofortige Antworten von der Politik. Er fordert, die Systemgebühren auf der Stromrechnung grundlegend zu überarbeiten, Sammelverträge für den Energieeinkauf kleiner und mittlerer Betriebe schneller zu ermöglichen und die Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien zu vereinfachen. Gebraucht würden dafür konkrete Instrumente und verbindliche Zeitpläne.

Bis dahin hilft sich die Branche selbst. Mit dem „Sportello Energia“ bietet Confcommercio kostenlose Prüfungen der Stromrechnungen an und sucht nach Sparmöglichkeiten, Steuererleichterungen und Fördergeldern. Über gebündelte Lieferverträge mit ausgewählten Energiepartnern will der Verband zudem bessere Preise aushandeln. Das Angebot gilt auch für Beschäftigte und Familien.

Eine Lehre auch für Deutschland

Das Beispiel Italien zeigt, was Abhängigkeit von einem einzigen Energieträger anrichtet. Steigen die Preise, trifft es zuerst den Mittelstand: den Barbesitzer, die Familienpension, den Einzelhändler. Wer politisch auf Versorgungssicherheit verzichtet, zahlt am Ende mit Wohlstand. In Berlin sollte man genau hinsehen.

Für Sparer heißt das: Energiepreisschocks heizen die Inflation an und fressen Kaufkraft. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als Wertspeicher bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie für mehr Stabilität sorgen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich vor jeder Anlageentscheidung selbst. Für Ihre Entscheidungen sind Sie selbst verantwortlich.

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