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Kettner Edelmetalle
26.02.2026
22:51 Uhr

Taliban greifen Pakistan an: Eskalation am Hindukusch mit unabsehbaren Folgen

Was sich derzeit an der afghanisch-pakistanischen Grenze abspielt, liest sich wie ein Drehbuch aus einer anderen Epoche – und ist doch bittere Realität im Jahr 2026. Die in Afghanistan herrschenden Taliban haben als Vergeltung für pakistanische Luftangriffe vom vergangenen Sonntag militärische Stellungen des Nachbarlandes attackiert. Ein Konflikt zwischen einem islamistischen Regime und einer De-facto-Atommacht. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen.

Widersprüchliche Darstellungen beider Seiten

Wie so oft in bewaffneten Konflikten klaffen die Darstellungen der Kriegsparteien meilenweit auseinander. Die Taliban behaupten, nicht weniger als 18 pakistanische Militärposten erobert und dabei zahlreiche pakistanische Soldaten getötet zu haben. Islamabad hingegen dementiert diese Erfolgsmeldungen vehement. Pakistanische Sicherheitsbeamte erklärten gegenüber dem Nachrichtensender Al Jazeera, die afghanischen Angreifer seien zurückgeschlagen worden und hätten ihrerseits schwere Verluste erlitten.

Die Kampfhandlungen konzentrieren sich auf die pakistanische Provinz Khyber Pakhtunkhwa im gebirgigen Nordwesten des Landes – eine Region, die seit Jahrzehnten als Unruheherd gilt und in der die Grenze zwischen staatlicher Kontrolle und Stammesgebieten seit jeher fließend verläuft. Videos in den sozialen Medien scheinen die Gefechte zu dokumentieren. Auf einigen Aufnahmen sei zu hören, wie Taliban-Kämpfer „Allahu akbar" rufen.

Selbstmordattentäter als Drohgebärde gegen eine Atommacht

Besonders alarmierend ist eine Drohung, die ein afghanischer Kommandeur im Staatsfernsehen der Taliban aussprach. Das „Islamische Emirat" verfüge über „Bataillone von Selbstmordattentätern", warnte er Pakistan unverhohlen. Eine solche Rhetorik gegenüber einem Land, das über Atomwaffen verfügt, zeugt entweder von grenzenloser Selbstüberschätzung oder von einer Todesverachtung, die jenseits jeder rationalen Kalkulation liegt. Vermutlich von beidem.

Man erinnere sich: Als die USA im August 2021 in einer der demütigendsten Szenen der jüngeren Militärgeschichte aus Afghanistan abzogen, ließen sie Militärausrüstung im Wert von Milliarden Dollar zurück. Hubschrauber, gepanzerte Fahrzeuge, Waffen – ein Geschenk an die Taliban, das nun möglicherweise gegen Pakistan zum Einsatz kommt. Die Ironie der Geschichte könnte kaum bitterer sein.

Die Durand-Linie: Ein Erbe des Kolonialismus als Pulverfass

Der Konflikt hat tiefe historische Wurzeln. Die rund 2.600 Kilometer lange Grenze zwischen beiden Ländern – die sogenannte Durand-Linie – existiert in ihrer heutigen Form seit 1893, als sie Britisch-Indien vom damaligen Emirat Afghanistan trennte. Afghanistan hat diese Grenzziehung nie offiziell anerkannt. Was einst ein kolonialer Federstrich auf einer Landkarte war, ist heute der Ausgangspunkt eines Konflikts, der das Potenzial hat, eine ganze Region in Brand zu setzen.

Immer wieder kommt es entlang dieser Linie zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Doch die aktuelle Eskalation hat eine neue Qualität. Dass ein von der internationalen Gemeinschaft weitgehend isoliertes Taliban-Regime es wagt, eine Atommacht offen herauszufordern, zeigt, wie instabil die geopolitische Lage in Zentralasien geworden ist.

Was bedeutet das für Europa – und für Deutschland?

Die Frage, die sich unweigerlich stellt, ist jene nach den Konsequenzen für Europa und insbesondere für Deutschland. In der Bundesrepublik leben derzeit hunderttausende Menschen mit afghanischer und pakistanischer Herkunft. Jede weitere Eskalation in der Region wird den Migrationsdruck auf Europa erhöhen – das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Und während sich die Lage am Hindukusch zuspitzt, fehlt es in Berlin nach wie vor an einer konsequenten Migrationspolitik, die diesen Namen auch verdient.

Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz wird sich die Frage gefallen lassen müssen, ob sie aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Die unkontrollierte Zuwanderung der vergangenen Jahre, die maßgeblich von der Ampelregierung und insbesondere den Grünen befeuert wurde, hat Deutschland an seine Belastungsgrenze gebracht. Ein neuer Krieg zwischen Afghanistan und Pakistan könnte eine weitere Migrationswelle auslösen, auf die Deutschland schlicht nicht vorbereitet ist.

Eines steht fest: Die Welt wird nicht sicherer. Und während sich islamistische Kämpfer in den Bergen des Hindukusch gegenseitig bekriegen und mit „Bataillonen von Selbstmordattentätern" prahlen, sollte sich Deutschland endlich ehrlich fragen, welche Konsequenzen es aus dieser Realität zieht – statt weiter die Augen zu verschließen und auf das Beste zu hoffen.

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