
Telekom-Brief im Briefkasten: Jetzt droht 1,3 Millionen Kunden Funkstille!

Die Deutsche Telekom schaltet ihre letzten reinen Telefonanschlüsse ab, also Leitungen ganz ohne Internet. Rund 1,3 Millionen Kunden bekommen dazu seit Wochen Post. Wer das Schreiben ignoriert, ist zum genannten Termin unter seiner alten Festnetznummer nicht mehr erreichbar.
Angekündigt hatte der Konzern den Schritt am 12. August 2026. Viele halten das Ganze für ein Problem der Rentner. Das stimmt nur zum Teil. Solche Anschlüsse finden sich auch in Ferienwohnungen, Werkstätten und Arztpraxen. Und in Familien, die längst übers Handy surfen und das Festnetz nur noch für Oma und Opa behalten haben.
Alte Technik, knappe Ersatzteile
Der Grund ist schlicht: Die Vermittlungstechnik ist veraltet, Ersatzteile werden rar. Nach Angaben der Telekom soll die alte Plattform Ende 2028 endgültig vom Netz gehen. Viele trifft es aber früher. Zuerst sind Medienberichten zufolge die Leitungen dran, an denen es ohnehin schon Störungen gibt.
Panik muss trotzdem niemand schieben. Wer DSL oder Glasfaser hat und darüber telefoniert, ist nicht betroffen. Für alle anderen gilt: Post öffnen und lesen! Auf eine Ankündigung folgt die Kündigung, im Zweifel noch eine Erinnerung, manchmal ruft das Unternehmen auch an. Entscheidend ist allein das Vertragsende, das im Schreiben steht.
Die Funk-Box: bequem, aber teuer
Für Kunden, die nur telefonieren wollen, bietet die Telekom eine kleine Box namens „Call Connect via Funk“ an. Sie leitet die Gespräche über das LTE-Mobilfunknetz. Das alte Telefon kommt an die Box, die Box in die Steckdose. Ein Techniker ist nicht nötig, eine SIM-Karte auch nicht. Nach etwa 15 Minuten läuft alles, und die Rufnummer bleibt erhalten.
Eine Gebühr für die Umstellung selbst fällt nicht an. Billiger wird es trotzdem nicht, denn die Box gibt es nur zusammen mit einem neuen Tarif:
- Call Basic via Funk: 22,95 Euro im Monat, 120 Freiminuten
- Call Comfort via Funk: 32,45 Euro im Monat, Flatrate ins deutsche Festnetz
- Box: 3,95 Euro Miete im Monat oder einmalig 99,99 Euro
Selbst im günstigsten Fall kostet das mit Mietbox 26,90 Euro im Monat. Aufs Jahr gerechnet sind das 322,80 Euro, nur fürs Telefonieren. Beim Basic-Tarif kostet nach den Freiminuten laut Berichten jede Festnetzminute 2,9 Cent, jede Minute aufs Handy 19 Cent. Und auch die Comfort-Flatrate gilt nur fürs Festnetz. Wer die Enkelin auf dem Smartphone anruft, zahlt pro Minute extra.
Wenn der Strom weg ist, schweigt die Leitung
Hier liegt das eigentlich heikle Thema. Das alte Telefon an der Dose lief oft auch bei Stromausfall weiter. Mit der Box ist damit Schluss. Ohne Steckdosenstrom bleibt sie stumm. In einem Land, das über Blackout-Vorsorge diskutiert, ist das alles andere als eine Nebensache.
Kritisch wird es vor allem bei Hausnotruf und Alarmanlage. Die Telekom selbst rät, diese Geräte vorher prüfen zu lassen. Der erste Anruf gehört deshalb dem Anbieter des Notrufsystems. Dazu kommt der Empfang: In Kellerwohnungen und dicken Altbauten kann das LTE-Signal zu schwach sein.
Die günstigeren Wege
Niemand muss sofort unterschreiben. Das Vergleichsportal Verivox hält das Box-Angebot Medienberichten zufolge für nicht marktgerecht. Handytarife mit Flatrate in alle Netze gibt es schon ab etwa fünf Euro im Monat, also rund 60 Euro im Jahr. Der Haken: Die alte Festnetznummer mit Ortsvorwahl wandert nicht einfach in einen Handyvertrag. Wer kein Smartphone will, kann zu einem Mobilfunk-Tischtelefon mit großen Tasten greifen.
Wer ohnehin Internet braucht, fährt mit einem DSL- oder Glasfaser-Paket oft besser, bei der Telekom oder bei der Konkurrenz. Beim Anbieterwechsel im selben Vorwahlbereich lässt sich die Nummer kostenlos mitnehmen. Die Bundesnetzagentur rät, den neuen Anbieter etwa drei Monate vorher zu beauftragen und den alten Vertrag nicht selbst zu kündigen.
Vorsicht an der Haustür!
Die Umstellung lockt auch Drückerkolonnen an. Wer an der Tür hört, der Anschluss werde „nächste Woche abgeschaltet“, sollte nichts unterschreiben. Verbindlich ist nur das Telekom-Schreiben mit dem konkreten Datum. Im Zweifel hilft die kostenlose Hotline 0800 33 01000.
Unser Rat: Rufen Sie Ihre Eltern und Großeltern an und fragen Sie nach dem Brief. Solange das noch geht.
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