
Terrorplan mitten in Berlin: Israels Botschafter schlägt Alarm

Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, warnt nach vereitelten Anschlagsplänen der Hamas vor einer anhaltend hohen Gefahr für Juden in Deutschland. Die Terrororganisation habe den Massakern des 7. Oktober 2023 eine Wiederholung auf deutschem Boden folgen lassen wollen, sagte Prosor dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland". Er sprach von einer „erschütternden Erkenntnis".
Nur das rasche Zugreifen deutscher Ermittler habe eine Katastrophe verhindert, so der Botschafter. Sein Befund ist unbequem: Deutschland sei für die Hamas vom bloßen Rückzugsraum zum „aktiven Terrorziel" geworden.
Sturmgewehr, 13 Pistolen, 700 Schuss Munition
Hintergrund ist eine Anklage, die die Bundesanwaltschaft nach eigenen Angaben am 8. September 2026 vor dem Staatsschutzsenat des Berliner Kammergerichts erhoben hat – gegen sieben Männer. Ihnen wird laut Behörde unter anderem Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung, die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Verstöße gegen das Waffenrecht vorgeworfen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Die Angeschuldigten sind nach Darstellung der Bundesanwaltschaft deutsche, dänische und bulgarische Staatsangehörige sowie im Libanon geborene Männer. Spätestens seit Juli 2025 soll die Hamas demnach einen konkreten Mordanschlag in Deutschland oder Österreich geplant haben – gegen Repräsentanten Israels, gegen Juden oder gegen pro-israelische Personen.
Das Timing wäre eine Botschaft gewesen: Die Tat sollte den Ermittlern zufolge rund um den zweiten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel stattfinden, also Anfang Oktober 2025. Bei den Festnahmen in Berlin am 1. Oktober 2025 hatte die Gruppe laut Anklageschrift bereits ein vollautomatisches Gewehr, dreizehn funktionsfähige Pistolen und mehr als 700 Schuss Munition beschafft.
Waffendepots in Europa – ein Bekennervideo lag schon bereit
Besonders beklemmend: Ein gesondert verfolgter Beschuldigter soll einen Teil der Waffen nach Wien gebracht und dort eingelagert haben. Vorab habe er bereits ein Bekennervideo produziert, in dem der Anschlag im Namen der Hamas angekündigt wurde. Er wurde laut Bundesanwaltschaft im November 2025 in London festgenommen und ist bislang nicht nach Deutschland überstellt.
Der militärische Arm der Hamas soll schon vor längerer Zeit begonnen haben, Waffendepots in Europa anzulegen. Weitere Festnahmen erfolgten zwischen November 2025 und Mai 2026; alle Angeschuldigten sitzen den Angaben zufolge in Untersuchungshaft.
Morddrohung gegen Charlotte Knobloch
Parallel ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft München, nachdem die frühere Präsidentin des Zentralrats der Juden, Charlotte Knobloch, eine Morddrohung erhalten hatte – nach Berichten im Zusammenhang mit ihrer Kritik am AfD-Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt. Die 1932 geborene Holocaust-Überlebende sagte aus Sicherheitsgründen einen Termin ab.
Zwei Vorgänge, zwei völlig unterschiedliche Täterhintergründe – und doch dieselbe bittere Bilanz: Jüdisches Leben in Deutschland braucht Personenschutz. Achtzig Jahre nach der Shoah.
Wo bleibt die konsequente Konsequenz?
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart der Fall ein strukturelles Versäumnis der Politik der vergangenen Jahre: Wer islamistische Netzwerke jahrelang als „Randphänomen" behandelt, wer Abschiebungen von Gefährdern an Formalien scheitern lässt, darf sich über Waffendepots in europäischen Hauptstädten nicht wundern. Dass die Sicherheitsbehörden hier rechtzeitig zugriffen, verdient Respekt – doch Glück ist keine Strategie.
Prosors Warnung, diese tödliche Ideologie bedrohe alle und müsse gemeinsam bekämpft werden, sollte in Berlin niemand als diplomatische Floskel abheften. Sie ist eine Aufforderung zum Handeln.
- Themen:
- #AFD
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik





















