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Kettner Edelmetalle
25.05.2026
19:08 Uhr

Trumps großer Wurf im Nahen Osten: Iran und arabische Staaten sollen sich Israel annähern

Während Berlin im selbstverschuldeten Krisenmodus verharrt und sich mit Bau-Tiefs, Tankrabatt-Debatten und ideologischen Grabenkämpfen beschäftigt, schreibt US-Präsident Donald Trump im Nahen Osten möglicherweise gerade Diplomatiegeschichte. Am 25. Mai 2026 verkündete der amerikanische Präsident über seine Plattform Truth Social einen Plan, der das geopolitische Schachbrett der Region neu sortieren könnte: eine massive Ausweitung der Abraham-Abkommen – inklusive einer möglichen Einbindung des Iran.

„Großartiger Deal – oder gar kein Deal"

Trump gab sich in gewohnt forscher Manier. Die Verhandlungen mit Teheran liefen „sehr gut", schrieb er, doch er ließ keinen Zweifel daran, was passieren werde, sollten die Gespräche scheitern. Es werde dann „zurück an die Front und zum Schießen" gehen, eine etwaige neue Militärkampagne würde „größer und stärker als je zuvor" ausfallen. Diese Mischung aus Verhandlungsbereitschaft und unverhohlener Drohung sei genau jener Stil, mit dem Trump bereits in seiner ersten Amtszeit Bewegung in festgefahrene Konflikte gebracht habe – während europäische Politiker seit Jahrzehnten allenfalls Sonntagsreden zustande brächten.

Nach Angaben des Präsidenten sei eine Absichtserklärung mit dem Iran nahezu fertiggestellt. Im Kern gehe es um die Beendigung der Kampfhandlungen, die Aufhebung der US-Seeblockade iranischer Häfen und im Gegenzug die Wiederöffnung der strategisch entscheidenden Straße von Hormus. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, bestätigte am selben Tag, dass der Entwurf 14 Punkte umfasse.

Saudi-Arabien, Katar, Pakistan – die Wunschliste des Präsidenten

Das eigentlich Spektakuläre an Trumps Initiative ist jedoch der Vorschlag, parallel zu einem Iran-Deal die Abraham-Abkommen drastisch zu erweitern. Saudi-Arabien, Katar, Pakistan, die Türkei, Ägypten und Jordanien sollten dem Vertragswerk gleichzeitig beitreten und so ihre Beziehungen zu Israel normalisieren. „Es sollte mit der sofortigen Unterzeichnung durch Saudi-Arabien und Katar beginnen, und alle anderen sollten diesem Beispiel folgen", schrieb Trump. Wer sich verweigere, zeige „schlechte Absichten".

Trump habe seinen Vorstoß bereits mit zahlreichen Staatsführern der Region abgestimmt – darunter der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman, der Emir von Katar Tamim bin Hamad Al Thani, Ägyptens Präsident Abdel Fattah el-Sisi, Jordaniens König Abdullah II., der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der pakistanische Militärchef Syed Asim Munir. Eine Achse, wie sie kein europäischer Diplomat in Jahrzehnten zustande gebracht hätte.

Historischer Kontext: Was die Abraham-Abkommen wirklich bedeuten

Die 2020 unter Trumps erster Präsidentschaft geschlossenen Abraham-Abkommen normalisierten die Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Bahrain. Später folgten Marokko und Sudan. Was vorher als undenkbar galt – arabische Staaten, die offen Botschafter mit dem jüdischen Staat austauschen –, wurde Realität. Während die europäische Diplomatie sich in Erklärungen über „Zwei-Staaten-Lösungen" erschöpfte, schuf Trump Fakten. Die Abkommen gelten zu Recht als bedeutendster diplomatischer Durchbruch im Nahen Osten seit den Camp-David-Verträgen von 1978.

Auch Teheran soll mit ins Boot

Besonders bemerkenswert ist Trumps Andeutung, langfristig sogar den Iran in die Abraham-Abkommen einzubinden. Mehrere arabische Staatsführer hätten ihm signalisiert, sich „geehrt zu fühlen", die Islamische Republik aufzunehmen, sobald das Dokument unterzeichnet sei. Senator Lindsey Graham nannte die Initiative „brillant" und sprach von einer „Stabilität, die vor Präsident Trump niemals vorstellbar war".

US-Außenminister Marco Rubio betonte derweil bei einer Pressekonferenz in Indien, der Präsident werde „keinen schlechten Deal" akzeptieren. Entweder bekomme man ein gutes Abkommen oder man werde „das Problem auf andere Weise lösen". Eine klare Sprache, die in Berlin längst verlernt worden ist.

Geopolitisches Großmanöver gegen Peking

Hinter den Kulissen geht es um weit mehr als nur Frieden zwischen Israel und seinen Nachbarn. Jeder mehrheitlich muslimische Staat, der sich den Abraham-Abkommen anschließt, bindet sich enger an die von den USA geführte Sicherheits- und Wirtschaftsordnung – und entzieht sich damit dem wachsenden Einfluss Chinas. Das ist Realpolitik im besten Sinne: handfeste Interessenwahrnehmung statt moralisierender Symbolpolitik, wie sie in deutschen Außenministerien seit Jahren Konjunktur hat.

Iran sperrt sich beim Atomprogramm

Doch noch ist nichts in trockenen Tüchern. Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian ließ über die Staatsagentur IRNA erklären, Teheran sei bereit zu versichern, keine Atomwaffen anzustreben, werde aber „bei der Würde und Ehre des Landes" keine Kompromisse eingehen. Mohsen Rezaei, Berater des Obersten Führers, drohte sogar mit einem Austritt aus dem Atomwaffensperrvertrag, sollten die USA ihre Angriffe wieder aufnehmen.

Ein zentraler Streitpunkt bleibt die Urananreicherung, die nach westlichen Erkenntnissen bereits nahe an waffenfähiges Niveau heranreicht. Teheran beharrt darauf, dass das Programm friedlichen Zwecken diene – eine Behauptung, die seit Jahren mit Skepsis aufgenommen wird.

Was bedeutet das für Anleger und Vermögenssicherung?

Für die Märkte – und insbesondere für Edelmetall-Anleger – sind solche geopolitischen Großwetterlagen von höchster Relevanz. Eine Wiederöffnung der Straße von Hormus würde die Ölpreise entlasten, ein Scheitern hingegen eine neue Eskalationswelle auslösen, die Rohstoff- und Edelmetallmärkte massiv bewegen dürfte. Gerade in solchen Phasen geopolitischer Unsicherheit zeigen physische Edelmetalle wie Gold und Silber ihre historisch bewährte Funktion als sicherer Hafen. Wer sein Vermögen breit aufgestellt und mit einer soliden Beimischung physischer Edelmetalle abgesichert hat, steht in turbulenten Zeiten deutlich gelassener da als jene, die ausschließlich auf Papierwerte und politische Versprechungen setzen.

Während Trump im Nahen Osten Geschichte schreiben könnte, debattieren deutsche Politiker über Anti-AfD-Broschüren und Tankrabatte. Der Kontrast könnte kaum schärfer sein – und er sagt viel darüber aus, in welcher politischen Liga unser Land derzeit spielt.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen durchzuführen und seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich zu treffen. Eine Haftung für Vermögensentscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden, ist ausgeschlossen.

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