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Kettner Edelmetalle
11.08.2026
07:29 Uhr
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Visa-Kahlschlag in Washington: 175.000 Einreise-Papiere kassiert

Visa-Kahlschlag in Washington: 175.000 Einreise-Papiere kassiert
Symbolbild: KI-generiert

Das US-Außenministerium hat am Montag eine Zahl veröffentlicht, die in Europa kaum jemand zu nennen wagen würde: Mehr als 175.000 Visa wurden seit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump widerrufen. Betroffen sind laut der Behörde Ausländer, die gegen ihre Visa-Bedingungen verstoßen, Straftaten begangen, zu Gewalt gegen US-Bürger aufgerufen, Amerikaner betrogen, das Einwanderungssystem missbraucht oder die nationale Sicherheit gefährdet haben sollen.

Körperverletzung, Alkoholfahrten, Drogen – die Liste ist lang

Die Mehrheit der Widerrufe geht laut der Mitteilung auf Kontakte mit Polizei und Justiz zurück. Als häufigste Gründe nennt das Ministerium Körperverletzung, Fahren unter Alkoholeinfluss, Diebstahl und Drogendelikte.

Ein „erheblicher Teil" entfalle zudem auf rücksichtsloses Fahren, sexuelle Übergriffe, Kindesmissbrauch, Betrug und Unterschlagung. Grundlage sei die laufende Überprüfung von Visa-Inhabern – die Behörde spricht von „continuous vetting", also einer dauerhaften Nachkontrolle nach der Einreise.

In der Mitteilung werden auch Einzelfälle aufgeführt: eine Person, die wegen Vergewaltigung und sexueller Körperverletzung an einem geistig behinderten Opfer angeklagt worden sei; eine weitere wegen Entführung, Menschenhandel und sexueller Ausbeutung eines Minderjährigen. Es handelt sich um Anklagen – die Unschuldsvermutung gilt.

„Birth Tourists": Wenn die Geburt zum Passersatz wird

Besonders bemerkenswert ist eine zweite Kategorie. Über 100 Visa seien Eltern entzogen worden, die eigens zur Geburt in die USA gereist sein sollen, damit ihr Kind die amerikanische Staatsbürgerschaft erhält. Medienberichten zufolge geht es dabei um eine US-Botschaft in Afrika; in dem Bericht, der uns vorliegt, wird Nigeria genannt.

Auch Personen, die die Ermordung des konservativen Aktivisten Charlie Kirk öffentlich bejubelt haben sollen, tauchen in den Beispielen auf. Zitiert wird unter anderem die Äußerung, Kirk sei „zu spät gestorben".

Ein Satz, der in Berlin niemand sagen würde

Das Ministerium formuliert seine Linie in einem einzigen Satz, der die gesamte Philosophie zusammenfasst:

Ein US-Visum ist ein Privileg, kein Recht.

Man werde „alle verfügbaren Mittel" nutzen, um Gemeinschaften vor jenen zu schützen, die dieses Privileg missbrauchen. Und das Tempo zieht an: Nach Berichten US-amerikanischer Medien hatte die Regierung im Januar noch von über 100.000 Widerrufen im ersten Jahr gesprochen – 2026 liegt der Schnitt demnach bei mehr als 10.000 entzogenen Visa pro Monat.

Kritik gibt es ebenfalls. Einwanderungsanwälte äußerten laut Medienberichten die Sorge, dass Visa bereits bei geringfügigen Polizeikontakten oder bei Anklagen ohne abgeschlossenes Verfahren kassiert würden. Auch Studentenvisa geraten ins Visier – Außenminister Marco Rubio hatte im vergangenen Jahr von über 6.000 entzogenen Papieren gesprochen.

Der Vergleich, der wehtut

Für viele Bürger hierzulande dürfte vor allem eine Frage im Raum stehen: Warum funktioniert in Washington offenbar mit Verwaltungsakten, was in Deutschland an Behörden, Gerichten und politischem Unwillen zerschellt? Die Polizeiliche Kriminalstatistik weist ein Rekordniveau bei erfasster Kriminalität und einen deutlichen Anstieg von Messerangriffen aus, während Abschiebungen und Aufenthaltsentzüge selbst bei schwerwiegenden Fällen regelmäßig scheitern.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der amerikanische Fall vor allem eines: Wer den Schutz der eigenen Bürger tatsächlich priorisiert, findet die rechtlichen Instrumente dafür. Es ist eine Frage des politischen Willens – nicht der Machbarkeit.

Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar. Er beruht auf den uns vorliegenden Informationen und gibt in seinen Bewertungen die Meinung unserer Redaktion wieder.

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