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Kettner Edelmetalle
27.02.2026
07:10 Uhr

Von der russischen in die amerikanische Falle: Deutschlands fatale Gasabhängigkeit erreicht neue Dimensionen

Man könnte es für einen schlechten Witz halten, wäre die Lage nicht so bitterernst: Deutschland hat sich mit großem moralischem Pathos von russischem Gas losgesagt – nur um sich nun fast vollständig in die Arme eines anderen Lieferanten zu werfen. 96 Prozent des deutschen Flüssigerdgases (LNG) stammen mittlerweile aus den Vereinigten Staaten. Man hat den Bären gegen den Adler getauscht, und niemand in Berlin scheint sich daran zu stören, dass der neue Lieferant seine eigenen Spielregeln diktiert.

Die Zahlen sprechen eine erschreckend deutliche Sprache

Was das Bundeswirtschaftsministerium in nüchternen Statistiken verpackt, ist in Wahrheit ein energiepolitisches Desaster mit Ansage. Im europäischen Wirtschaftsraum stammen bereits knapp 40 Prozent aller Gasimporte aus den USA, beim LNG liegt der Anteil sogar bei rund 60 Prozent. Studien renommierter Institute – darunter das Ecologic Institute, das niederländische Clingendael-Institut und das Norwegian Institute of International Affairs – warnen eindringlich: Bis 2030 könnte die EU bis zu 80 Prozent ihres LNG aus amerikanischen Quellen beziehen. Von Diversifizierung kann hier beim besten Willen keine Rede mehr sein.

Die Ironie der Geschichte ist kaum zu übersehen. Jahrelang wurde die Abhängigkeit von russischem Pipeline-Gas als strategische Schwachstelle Europas angeprangert – zu Recht, wie sich 2022 zeigte. Doch was folgte, war kein durchdachter Umbau der Energieversorgung, sondern ein hektisches Umschwenken, das lediglich den Namen des dominanten Lieferanten austauschte. Statt Moskau heißt der neue Herr über Europas Gasversorgung nun Washington.

LNG: Teurer, volatiler und politisch erpressbar

Dabei ist amerikanisches LNG nicht einfach nur ein Ersatz für russisches Pipeline-Gas – es ist ein strukturell teurerer Ersatz. Die Verflüssigung des Gases verschlingt enorme Energiemengen. Der Transport über den Atlantik bindet kostspielige Tankerkapazitäten. Am europäischen Zielhafen muss das Gas wieder in seinen gasförmigen Zustand zurückversetzt werden, bevor es ins Netz eingespeist werden kann. Jede dieser Wertschöpfungsstufen addiert Kosten, die am Ende der Verbraucher trägt – ob Industrieunternehmen oder Privathaushalt.

Deutschland hat seine LNG-Infrastruktur in Rekordzeit aus dem Boden gestampft. Schwimmende Terminals an der Nordseeküste, eilig genehmigte Anlandestationen – alles im Namen der Versorgungssicherheit. Doch diese Infrastruktur ist nicht nur teuer im Aufbau, sondern auch im laufenden Betrieb. Je stärker die Nutzung steigt, desto abhängiger wird die Preisbildung von globalen Frachtraten, internationalen Terminalkapazitäten und der Weltmarktlage. Eine kalte Wetterlage in Asien, ein Ausfall in einer Exportregion – und schon schießen die Preise in Europa durch die Decke.

Der Trump-Faktor: Unberechenbarkeit als Geschäftsmodell

Besonders brisant wird die Abhängigkeit durch die politische Dimension. Unter Präsident Donald Trump, der seit Januar 2025 seine zweite Amtszeit führt und bereits mit massiven Zollerhöhungen von 20 Prozent auf EU-Importe für Verwerfungen gesorgt hat, wird die amerikanische Seite aus europäischer Perspektive nahezu unkalkulierbar. Entscheidungen über Handel, Sanktionen oder Exportpolitik können sich über Nacht ändern. Es braucht nicht einmal formale Exportstopps – allein Signale aus dem Weißen Haus reichen aus, um Märkte in Aufruhr zu versetzen, weil Händler Erwartungen sofort einpreisen.

Auch innenpolitische Debatten in den USA – über Genehmigungsverfahren, Umweltauflagen oder Hafeninfrastruktur – können LNG-Exporte bremsen oder verteuern. Europa trägt diese Unsicherheit mit, ohne darauf den geringsten Einfluss nehmen zu können. Man hat sich freiwillig in eine Position manövriert, in der ein einzelner Tweet aus Washington die Heizkosten deutscher Familien in die Höhe treiben könnte.

Die deutsche Industrie unter Beschuss

Die Konsequenzen für den Wirtschaftsstandort Deutschland sind gravierend. Hohe und volatile Gaspreise treffen energieintensive Branchen wie Chemie, Glas, Metallverarbeitung und weite Teile der Grundstoffindustrie mit voller Wucht. Produktion wird unrentabel, Investitionen wandern ab, die Wettbewerbsfähigkeit erodiert – ein Prozess, der längst begonnen hat und sich mit jedem Preisschock beschleunigt.

Kommunale Versorger stehen vor der fast unlösbaren Aufgabe, Beschaffungskosten und Kundenpreise in Einklang zu bringen, während der Markt in Krisenzeiten sprunghaft reagiert. Für Millionen deutsche Haushalte, die nach wie vor mit Gas heizen, werden Preisschübe unmittelbar spürbar. Staatliche Entlastungsprogramme mögen kurzfristig dämpfen, doch sie verschieben die Kosten lediglich in öffentliche Haushalte – und damit auf den Steuerzahler. Die LNG-Preisfrage ist längst zur sozialen Frage geworden.

Ein politisches Versagen mit Ansage

Was wir hier beobachten, ist das Ergebnis einer Energiepolitik, die über Jahre hinweg ideologisch statt strategisch geführt wurde. Statt auf einen klugen Mix aus verschiedenen Energiequellen und Lieferländern zu setzen, hat man sich von einer Abhängigkeit in die nächste gestürzt. Die voreilige Abschaltung der letzten deutschen Kernkraftwerke im April 2023 – ein Vermächtnis der grünen Energiepolitik – hat die Lage zusätzlich verschärft. Frankreichs Energiekonzern EDF fährt derweil Milliardengewinne mit Atomstrom ein, während Deutschland teures amerikanisches Gas importiert. Man fragt sich unwillkürlich, wer hier eigentlich die klügere Strategie verfolgt.

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht vor der Herausforderung, diesen energiepolitischen Scherbenhaufen aufzukehren. Doch das geplante 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur wird die ohnehin angespannte Haushaltslage weiter belasten – und die Inflation befeuern. Generationen werden die Zinslast dieser Schulden durch Steuern und Abgaben finanzieren müssen. Ob unter diesen Bedingungen eine echte Diversifizierung der Energieversorgung gelingen kann, darf bezweifelt werden.

Gold als Anker in stürmischen Zeiten

In einem Umfeld steigender Energiekosten, wachsender geopolitischer Unsicherheiten und einer Inflation, die durch schuldenfinanzierte Staatsprogramme weiter angeheizt wird, gewinnen physische Edelmetalle als Instrument der Vermögenssicherung zunehmend an Bedeutung. Während Gaspreise schwanken, Währungen unter Druck geraten und politische Entscheidungen ganze Volkswirtschaften erschüttern können, haben Gold und Silber über Jahrtausende hinweg ihren Wert bewahrt. Wer sein Portfolio klug diversifizieren möchte, sollte physische Edelmetalle als stabilisierendes Element in Betracht ziehen – nicht als Spekulation, sondern als Versicherung gegen genau jene Verwerfungen, die uns die aktuelle Energiepolitik beschert.

Die entscheidende Frage lautet nicht, ob LNG verfügbar ist, sondern wie viel Abhängigkeit sich Europa dauerhaft leisten will – und ob die Bürger bereit sind, den Preis dafür zu zahlen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen und Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Quellen. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, sorgfältiger Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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