
Wahlabend allein im Adenauer-Haus: Merz' MinisterprÀsidenten blieben weg

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte fĂŒr den Abend der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt das CDU-PrĂ€sidium nach Berlin gebeten. Gekommen ist am 6. September fast niemand. Medienberichten zufolge, die sich auf Parteikreise stĂŒtzen, habe den Kanzler das sichtlich getroffen.
Zwei GÀste statt eines PrÀsidiums
Die Einladung aus der Parteizentrale klang nach Geschlossenheit: ab 16 Uhr im Konrad-Adenauer-Haus, gemeinsam die Berichterstattung zur Landtagswahl verfolgen. Erschienen sind laut Bericht lediglich zwei MĂ€nner â Schleswig-Holsteins MinisterprĂ€sident Daniel GĂŒnther und der Berliner CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers.
Aus Parteikreisen wird der Kanzler mit deutlichen Worten beschrieben:
Der Kanzler war darĂŒber sehr angefasst.
Hessens Regierungschef Boris Rhein verbrachte den Abend demnach rund zwei Kilometer entfernt in der hessischen Landesvertretung. Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst zog am Sonntagnachmittag den Triathlon in Köln vor; spĂ€ter habe er sich im âintensiven Austauschâ mit dem Kanzler befunden. Wo Berlins Regierender BĂŒrgermeister Kai Wegner steckte, blieb dem Bericht zufolge unbeantwortet. Erst gegen 21 Uhr soll Merz begonnen haben, einzelne MinisterprĂ€sidenten telefonisch zu erreichen.
Das Ergebnis, das die Union erschĂŒttert
Der Grund fĂŒr die Fluchtbewegung dĂŒrfte weniger im Terminkalender als im Zahlenwerk liegen. Die CDU stĂŒrzte in Sachsen-Anhalt auf 17,2 Prozent ab â nach offiziellen Angaben ein Minus von rund 19,9 Punkten gegenĂŒber 2021, als die Partei unter Reiner Haseloff noch 37,1 Prozent holte. Es ist das schwĂ€chste Ergebnis der Union in diesem Bundesland.
Die AfD kam auf 43,8 Prozent und damit auf 39 der 83 Mandate. FĂŒr die absolute Mehrheit fehlten wenige Sitze. Die SPD erreichte 9,3, die GrĂŒnen 8,9, die Linke 8,6 Prozent, das BSW schaffte mit 5,3 Prozent den Einzug â die FDP flog mit 2,6 Prozent raus. Die Wahlbeteiligung lag bei rekordverdĂ€chtigen 77,8 Prozent.
Ein MinisterprÀsident ohne Mehrheit
Besonders bitter fĂŒr die Union: Spitzenkandidat Sven Schulze war erst Ende Januar 2026 als Nachfolger Haseloffs ins Amt gekommen. Seine Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP hat ihre Mehrheit verloren. Eine Regierungsbildung ist offen.
Warum die Distanz mehr ist als eine Panne
Aus Sicht unserer Redaktion ist ein leerer Saal in der Parteizentrale ein politisches Signal, das lauter spricht als jedes Interview. Wer den Wahlabend des eigenen Vorsitzenden meidet, sendet eine Botschaft an die Partei â nicht an die Presse.
Und der Druck steigt weiter: Am 20. September wird in Berlin und in Mecklenburg-Vorpommern gewĂ€hlt. Beobachter erwarten, dass die Debatte ĂŒber Kurs und FĂŒhrung der Union danach kaum noch einzuhegen sein dĂŒrfte. Viele BĂŒrger im Osten hĂ€tten, so die verbreitete Lesart nach dem Wahlsonntag, kein Vertrauen mehr in Versprechen zu Migration, Energiepreisen und Wirtschaftswende.
Was Anleger daraus lesen
Politische InstabilitĂ€t ist selten gut fĂŒr Planungssicherheit â bei Investitionen ebenso wie bei privater Vorsorge. Wer sein Vermögen breit aufstellt, zieht physische Edelmetalle traditionell als krisenfeste Beimischung in Betracht.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist fĂŒr seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenstĂ€ndig recherchieren.
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