
Wenn die Lüge zur „kritischen Berichterstattung“ verklärt wird: Der DJV und sein peinliches Manöver im Fall Musk
Es gibt Momente, in denen sich der Zustand der deutschen Medienlandschaft wie unter einem Brennglas offenbart. Der jüngste Eklat um eine schlicht falsche ZDF-Behauptung über Tech-Milliardär Elon Musk gehört zweifellos dazu. Und mittendrin: der Deutsche Journalisten-Verband (DJV), der sich – man muss es so deutlich sagen – auf bemerkenswerte Weise blamiert hat.
Was war geschehen?
In der Sendung „ZDFheute live“ vom 12. Juni wurde Elon Musk vorgeworfen, er habe zur „Jagd auf Migranten“ aufgerufen. Der Anlass: Musk hatte auf seiner Plattform X einen Demonstrationsaufruf für die nordirische Stadt Belfast geteilt. Dort war es zu Ausschreitungen gekommen, nachdem ein Video viral gegangen war, das einen Sudanesen zeigte, der versucht haben soll, einen Menschen auf offener Straße zu enthaupten. Ein Detail, das in der gebührenfinanzierten Empörungsmaschinerie offenbar keine Rolle spielen durfte.
Die Konsequenz folgte prompt: Musks Rechtsanwalt mahnte den Sender ab. Das ZDF unterzeichnete daraufhin eine Unterlassungserklärung und schnitt die beanstandete Passage kurzerhand heraus. Mit anderen Worten: Der öffentlich-rechtliche Sender gestand selbst ein, falsch berichtet zu haben.
Der DJV und die kreative Umdeutung von Tatsachen
Man könnte nun annehmen, ein Verband, der sich der Wahrhaftigkeit und Sorgfalt des Journalismus verschrieben hat, würde an dieser Stelle zur Selbstkritik mahnen. Doch weit gefehlt. Wie der Deutschlandfunk berichtete, habe der DJV das ZDF dazu aufgerufen, sich vom „Theaterdonner“ des Unternehmers nicht beirren zu lassen.
Musk reagiere auf „kritische Berichterstattung“ mit Klagen – so die bemerkenswerte Lesart des Verbandes.
Halten wir kurz inne. Hier wird eine nachweislich falsche Behauptung, die der Sender selbst zurückzieht, allen Ernstes zur „kritischen Berichterstattung“ verklärt. Wer eine Lüge zum Qualitätsmerkmal des Journalismus erhebt, der hat den Kompass nicht nur verloren – er hat ihn offenbar nie besessen.
Politische Schlagseite statt journalistischer Sorgfalt
Besonders entlarvend ist der Versuch des Verbandes, die Angelegenheit politisch aufzuladen. Musk wolle „in die Fußstapfen von US-Präsident Trump treten“, hieß es. Und „schlimm“ sei es zudem, dass Musk Rückendeckung vom heutigen Nius- und ehemaligen Bild-Chef Julian Reichelt erhalten habe. Man fragt sich unwillkürlich: Geht es hier noch um Fakten – oder schlicht um die Bekämpfung des politisch Andersdenkenden?
Der DJV, der eigentlich die Interessen aller deutschen Journalisten vertreten soll, stellt sich damit eindeutig auf die Seite des Senders – obwohl dieser den Fehler längst eingeräumt hat. Kritiker werfen dem Verband seit Jahren politische Einseitigkeit vor. Dieses Manöver dürfte ihnen reichlich neue Munition liefern.
Ein Symptom eines tieferliegenden Problems
Was sich hier zeigt, ist mehr als nur ein Einzelfall. Es ist ein Lehrstück über den Zustand jener Institutionen, die sich gern als Hüter der vierten Gewalt inszenieren. Wenn eine Falschbehauptung erst dann zum Problem wird, wenn der Betroffene auf der „falschen“ Seite des politischen Spektrums steht, dann ist es um die vielbeschworene Unabhängigkeit des Journalismus schlecht bestellt.
Die Werte, die im journalistischen Berufsethos eigentlich Standard sein sollten – Wahrhaftigkeit, Genauigkeit, Unparteilichkeit, Fairness – scheinen in diesem Fall lediglich auf dem Papier zu existieren. Dass ausgerechnet der Berufsverband der Journalisten eine erwiesene Falschmeldung schönredet, statt zur Sorgfalt zu mahnen, ist ein Armutszeugnis sondergleichen.
Beständigkeit in unbeständigen Zeiten
In Zeiten, in denen das Vertrauen in etablierte Institutionen – Medien, Politik, Verbände – immer weiter erodiert, bleibt die zentrale Frage: Worauf kann sich der Bürger noch verlassen? Wenn selbst die vermeintlichen Wächter der Wahrhaftigkeit Fakten nach politischer Opportunität sortieren, gewinnt der Wunsch nach Beständigkeit und unabhängigem Urteilsvermögen an Bedeutung.
Es ist letztlich dieselbe Logik, die auch im finanziellen Bereich gilt: Wer sich nicht auf das Versprechen anderer verlassen möchte, setzt auf Werte, die unabhängig von Tagespolitik und Stimmungsmache Bestand haben. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber sind seit Jahrtausenden ein solcher Anker – greifbar, unbestechlich und frei von der Deutungshoheit interessierter Kreise. In einer Welt, in der selbst die Wahrheit zur Verhandlungssache wird, gewinnt die nüchterne Substanz an Wert.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder und stellt weder eine Anlage-, Steuer- noch eine Rechtsberatung dar. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen und trägt für seine Entscheidungen die alleinige Verantwortung. Bei rechtlichen Fragen wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Rechtsanwalt.
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