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21.09.2026
13:25 Uhr
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„Wir sind ein Team“: Clan-Sohn feiert Linken-Politiker Koçak

„Wir sind ein Team“: Clan-Sohn feiert Linken-Politiker Koçak
Symbolbild: KI-generiert

Nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin sorgt ein Instagram-Auftritt für Zündstoff: Firas Remmo, Sohn des bekannten Clan-Chefs Issa Remmo, lobte am Sonntag öffentlich die Zusammenarbeit mit dem Neuköllner Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak (Linke). Dazu veröffentlichte er angebliche Chatnachrichten – der Ton darin: freundschaftlich, brüderlich.

Der Hintergrund: Issa Remmo war am Wahlabend sowohl auf der Feier der Neuköllner Linken als auch auf der Party des Landesverbandes aufgetaucht. Die Partei distanzierte sich hektisch. Sein Sohn tat das Gegenteil.

„Wir stehen zusammen, wir halten zusammen“

In der Story schrieb Firas Remmo Medienberichten zufolge Sätze, die man sonst aus Wahlkampfvideos kennt: „Wir sind Sieger. Wir sind Macher. Wir sind ein Team.“ Und weiter: Man sei Teil von etwas ganz Großem, man kämpfe gemeinsam für seine Ziele.

Garniert wurde das Ganze mit älteren Bundestagsreden Koçaks. Darin kritisiert der Abgeordnete den Begriff „Clankriminalität“ als „politischen Kampfbegriff mit einer rassistischen Geschichte“. Eine Anfrage an Koçak zu den veröffentlichten Chats blieb dem Ausgangsbericht zufolge zunächst unbeantwortet.

Koçak selbst erklärte auf X, er habe an dem Abend hunderte Fotos mit Menschen gemacht, die die Arbeit der Partei schätzten. Die Party sei offen gewesen. Von „gewalt- oder terrorverherrlichenden Aussagen“ der genannten Personen distanziere er sich.

Eine Familie, die Ermittler seit Jahren beschäftigt

Der Name Remmo ist in Berlin ein Synonym für spektakuläre Fälle. Medienberichten zufolge werden Angehörige der Großfamilie mit dem Raub der 100 Kilogramm schweren Goldmünze „Big Maple Leaf“ aus dem Bode-Museum und dem Einbruch in das Dresdner Grüne Gewölbe in Verbindung gebracht. 2018 stellten Behörden laut Berichten 77 Immobilien im damaligen Wert von rund neun Millionen Euro vorläufig sicher – die Verfahren zur endgültigen Einziehung sollen noch nicht abgeschlossen sein.

Das Bundeskriminalamt beschreibt Clankriminalität als regelmäßige Straftaten von Verwandten in „ethnisch abgeschotteten Subkulturen“. Genau diesen Begriff wollen Teile der Linken aus dem politischen Vokabular streichen.

Die Partei sagt: reiner Zufall

Der Bezirksverband erklärte, Remmo sei nicht eingeladen gewesen, es habe sich um eine öffentliche Veranstaltung gehandelt, persönliche oder politische Verbindungen gebe es nicht. Spitzenkandidatin Elif Eralp betonte, Remmo sei weggeschickt worden. Eine Parteisprecherin räumte gegenüber Medien ein, man habe zu Beginn keine Hintergrundkontrolle durchgeführt.

Remmo selbst ließ sich in der Presse mit dem Satz zitieren, er fühle sich von der Linken erstmals in Deutschland unterstützt. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sprach von einem „verstörenden Signal“ und mahnte, wer die Stadt regieren wolle, müsse ohne Wenn und Aber auf der Seite des Rechtsstaats stehen. Auch aus der Grünen-Landesspitze kam Kritik: Die Linke müsse klären, was da passiert sei – und zwar vor einer Regierungsbildung.

Weniger Polizei – ausgerechnet jetzt?

Brisant wird die Episode durch das Kleingedruckte im Wahlprogramm: Polizeiarbeit solle, „wo immer dies möglich ist“, durch soziale Arbeit ersetzt oder ergänzt werden, der Personalbestand reduziert werden. Sicherheit dürfe sich nicht an polizeilichen Kriterien orientieren.

Aus Sicht unserer Redaktion ist das der eigentliche Skandal – nicht das Selfie, sondern das Programm. Während die Polizeiliche Kriminalstatistik bundesweit Rekordwerte und einen deutlichen Anstieg bei Messerangriffen ausweist, soll in der Hauptstadt die Polizei schrumpfen. Für viele Bürger wirkt das wie eine Kapitulation vor jenen Strukturen, die der Rechtsstaat eigentlich zurückdrängen müsste.

Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Rechtsberatung dar.

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