
Zinsschock in Washington: Peter Schiff warnt vor 50-Cent-Pleite der USA!

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist auf 5,35 Prozent gestiegen und hat damit den höchsten Stand seit 2002 erreicht. Der bekannte Investor Peter Schiff hält das erst für den Anfang. In einem Interview mit dem Fachportal Kitco News sagte er, am Ende könnte Washington seinen Gläubigern nur noch die Hälfte zurückzahlen. Gold sieht er dabei als großen Gewinner.
Die Rechnung fĂĽr Jahrzehnte auf Pump
Das Umfeld ist angespannt. Am Tag des Interviews brachte das US-Finanzministerium zehnjährige Anleihen über 39 Milliarden Dollar an den Markt. Bei der Auktion lag die Rendite bei 5,3 Prozent, so hoch wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Die Zinsen für 30-jährige Hypotheken kletterten laut dem Branchenverband Mortgage Bankers Association auf 7,49 Prozent. Hinzu kommt, dass die Fed im September erstmals seit 2023 die Leitzinsen angehoben hat, auf eine Spanne von 3,75 bis 4 Prozent.
Schiff wurde bekannt, weil er vor der Finanzkrise 2008 frĂĽh vor der Immobilienblase gewarnt hatte. Damals habe der Staat alle anderen gerettet, sagt er. Diesmal brauche der Staat selbst Hilfe, doch fĂĽr die Rettung der USA sei schlicht niemand groĂź genug.
Bärenmarkt für Anleihen: Kommen jetzt 20 düstere Jahre?
Nach Schiffs Einschätzung ist der 40 Jahre lange Aufwärtstrend am Anleihemarkt 2020/21 zu Ende gegangen. Zur Einordnung: Im Oktober 1981 lag der durchschnittliche Hypothekenzins noch bei 18,63 Prozent, im Januar 2021 waren es nur noch 2,65 Prozent. Jetzt erwartet er die Umkehr, also einen Abwärtstrend über etwa 20 Jahre, in dem die Zinsen sogar schneller steigen könnten, als sie zuvor gefallen sind.
Am stärksten treffe es den Immobilienmarkt. Schiff hält Hypothekenzinsen von 9 Prozent bis Anfang nächsten Jahres für möglich. Die Hauspreise könnten landesweit um 30 bis 50 Prozent einbrechen. Das wäre ein ähnlich starker oder noch stärkerer Absturz als 2007/08.
„Heimliche Pleite“ durch Inflation
Die USA haben aus Schiffs Sicht zugleich hohe Schulden und hohe Zinsen. Das ist eine gefährliche Kombination. Schon heute zahlt Washington nach Angaben des Haushaltsbüros CBO rund eine Billion Dollar Zinsen pro Jahr. Schiff hält drei bis vier Billionen in wenigen Jahren für möglich. Ihm zufolge bleiben nur zwei Auswege: die Schulden über Inflation entwerten, was er eine „heimliche Pleite“ nennt, oder eine offene Umschuldung. Ein echter halber Dollar sei immer noch besser als ein ganzer Dollar, der nur noch 20 Cent wert ist.
Warum steigende Zinsen Gold helfen sollen
Viele am Markt denken: Höhere Zinsen sind schlecht für Gold, weil Gold keine Zinsen abwirft. Schiff sieht das umgekehrt. Steigende Renditen bedeuten fallende Anleihekurse, und wer dort Geld verliert, müsse sein Kapital irgendwo neu anlegen.
„Es ist das Bullischste, was Gold und Silber passieren kann.“
Als Beleg nennt er die 1970er-Jahre, als Zinsen und Goldpreis gemeinsam stiegen. Entscheidend sei, ob die Zinsen mit der Inflation mithalten. Zuletzt notierte Gold bei etwa 4.100 Dollar, deutlich unter dem Rekord von ĂĽber 5.500 Dollar im Januar. Die Notenbanken kaufen trotzdem weiter: Chinas Zentralbank stockte im September um mehr als 20 Tonnen auf, und laut World Gold Council kauften die Notenbanken weltweit im August netto 39 Tonnen. Teilnehmer der Jahreskonferenz des Londoner Goldmarkts sehen das Metall in einem Jahr bei rund 5.000 Dollar.
Lehren fĂĽr deutsche Sparer
Dass Schiff selbst einen Edelmetallhändler betreibt, sollte man dazusagen. Einiges spricht trotzdem für seine Sicht. Er hält Anleihefonds derzeit für einen Fehler. Außerdem rät er, haltbare Lebensmittel jetzt zu kaufen, bevor die Preise weiter steigen. US-Verbraucher erwarten laut der New Yorker Fed 3,9 Prozent Inflation, und Schiff glaubt, dass es mehr wird.
Auch in Deutschland sollte man genau hinsehen. Die Bundesregierung macht über das 500-Milliarden-Sondervermögen neue Schulden in Rekordhöhe, obwohl die Zinsen weltweit steigen. Physisches Gold und Silber können in einem breit gestreuten Vermögen als Absicherung dienen, ohne dass man auf die Zahlungsfähigkeit eines Staates angewiesen ist.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.
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