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Kettner Edelmetalle
17.08.2026
10:06 Uhr
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80.000 Euro in drei Tagen: Spendenflut nach „Volksbad“-Eklat

80.000 Euro in drei Tagen: Spendenflut nach „Volksbad“-Eklat
Symbolbild: KI-generiert

Der Badetag, der nur für Schwarze reserviert war, fand nie statt. Doch das Geld fließt trotzdem – und zwar reichlich: Eine Spendenkampagne für den Berliner Verein EOTO e. V. hat nach eigenen Angaben binnen drei Tagen 79.544 Euro eingesammelt. Das Ziel von 100.000 Euro dürfte in Reichweite sein.

Ein Pool, sechs Stunden, eine Bedingung

Auslöser war ein temporäres Schwimmbecken vor der Berliner Volksbühne, getauft „Volksbad“. Am vergangenen Freitag sollte es zwischen 12 und 18 Uhr ausschließlich Schwarzen Menschen offenstehen. In der ursprünglichen Ankündigung hieß es, das Volksbad sei in diesem Zeitraum „exklusiv für schwarze Communitys geöffnet“ – ohne Ausweiskontrolle, kostenlos.

Nach massiver Kritik in Medien und Politik zogen Theater und Veranstalter die Reißleine und sagten ab. Begründung laut Stellungnahme der Volksbühne: Sicherheitsbedenken. Schwarze Kinder und Jugendliche seien „zum Ziel rechter und rassistischer Hetze“ geworden, man habe unterschätzt, dass die Veranstaltung eine „bundesweite Welle anti-Schwarzen Rassismus und Hetze“ auslöse.

Aus der Absage wird ein Geschäftsmodell

Genau dieses Narrativ trägt nun die Spendenkampagne. Im Aufruf heißt es, wenn rassistische Einschüchterung schon einen wenige Stunden dauernden „Safer Space“ verhindere, dürften Schwarze Communitys mit den Folgen nicht allein bleiben – die Antwort lautet: „Jetzt erst recht!“ Das Geld soll in Community-, Bildungs-, Jugend- und Empowerment-Arbeit des Vereins fließen.

Initiator ist Suraj Mailitafi, Sprecher des Bündnisses „Widersetzen“ und kommunalpolitisch für die Grünen aktiv. Schwarze Organisationen bräuchten, so Mailitafi, nicht erst dann Solidarität, „wenn etwas eskaliert“, sondern nachhaltige Unterstützung.

Ein Initiator mit Vorgeschichte

Bemerkenswert ist die Personalie aus einem anderen Grund. Medienberichten zufolge wollte Mailitafi in einem Interview mit dem „Stern“ Gewalt gegen Reporter des Portals Apollo News nicht verurteilen, nachdem diese am Rande eines AfD-Parteitags in Erfurt von einem Mob verfolgt worden sein sollen. Auf die Frage nach geschlagenen und getretenen Reportern habe er auf vorherige Deeskalationsaufrufe verwiesen und erklärt:

„Das sind keine Journalisten, sondern rechte Provokateure.“

Wer Pressefreiheit ernst nimmt, dürfte an dieser Grenzziehung schwer vorbeikommen. Aus Sicht unserer Redaktion wirft es Fragen auf, wenn derselbe Mensch Solidarität einfordert, sie aber gegenüber unliebsamen Berichterstattern verweigert.

Wenn „NGO“ vor allem Steuergeld heißt

EOTO wurde 2012 gegründet und will die Interessen Schwarzer, afrikanischer und afrodiasporischer Menschen in Deutschland und Europa vertreten. Die Jugendarbeit wird laut dem Bericht seit 2020 überwiegend staatlich finanziert – über die Berliner Senatsverwaltung für Familie und das Bezirksamt Mitte. Zielgruppe: 15- bis 27-Jährige, angeboten werden etwa Nachhilfe und ein Jugendtreff.

Die größere Zahl steckt woanders: Das erste „Black Communities Center“ Deutschlands, im Frühjahr in Berlin-Wedding eröffnet, kostete rund 10,5 Millionen Euro. Getragen wurde die Finanzierung nach Angaben mehrerer Medien und offizieller Stellen vom Land Berlin, vom Bund und von der Lotto-Stiftung Berlin.

Der Verein beklagt seinerseits „polemische Berichterstattung“ sowie rassistische Droh-E-Mails und Gewaltandrohungen. Drohungen sind inakzeptabel – daran gibt es nichts zu deuten. Doch die politische Kernfrage bleibt: Kann ein Staat, der Gleichbehandlung ins Grundgesetz geschrieben hat, Projekte fördern, die Zugang nach Hautfarbe sortieren? Kritiker sehen darin einen Irrweg, der Gräben vertieft, statt sie zu schließen. Zumindest der Spendenzähler zeigt: Das Milieu, das solche Konzepte trägt, ist zahlungskräftig – ganz ohne Zuschussbescheid.

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