Kostenlose Beratung+49 7930-2699
280.000
Kunden
Sicherer
Versand
14.10.2026
05:56 Uhr
KI-generiert

Abstellgleis statt Aufbruch: Südwesten legt elf Bahnstrecken auf Eis!

Abstellgleis statt Aufbruch: Südwesten legt elf Bahnstrecken auf Eis!
Symbolbild: KI-generiert

Baden-Württemberg zieht die Notbremse: Das Land hat im Oktober 2026 die geplante Reaktivierung von elf stillgelegten Bahnstrecken vorerst gestoppt. Verkehrsministerin Nicole Razavi (CDU) begründet das mit Finanzierungslücken im Nahverkehr, die jedes Jahr mehrere Hundert Millionen Euro groß werden könnten. Für viele ländliche Regionen ist der Traum vom Zuganschluss damit erst einmal geplatzt.

Das Geld reicht nicht einmal für den Bestand

Nach Angaben des Verkehrsministeriums fehlen dem Land künftig Jahr für Jahr Hunderte Millionen Euro, sofern sich an der Finanzierung nichts ändert. Razavi zufolge decken die Regionalisierungsmittel des Bundes die steigenden Kosten nicht mehr. Mit diesem Geld finanzieren die Länder den Regionalverkehr.

Dazu kommen die Trassenpreise, also die Gebühren, die Zugbetreiber für die Nutzung der Gleise zahlen. Und die steigen kräftig. Nach Einschätzung des Landes geraten dadurch inzwischen sogar bestehende Zugangebote in Gefahr. Neue Strecken müssen deshalb hinten anstehen.

Brüssel dreht an der Preisschraube

Ausgelöst hat das ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 19. März 2026. Die Luxemburger Richter erklärten die deutsche „Trassenpreisbremse“ für unionsrechtswidrig. Diese Regel hatte den jährlichen Anstieg der Gebühren im Nahverkehr gedeckelt. Im Juli genehmigte die Bundesnetzagentur dann neue Entgelte: Bei der DB InfraGO steigen die Preise für den Nahverkehr um 9 Prozent. Laut Behörde kostet das den Regionalverkehr bundesweit rund 400 Millionen Euro zusätzlich. Fern- und Güterverkehr zahlen dafür weniger.

Diese Strecken landen auf dem Abstellgleis

Am härtesten trifft es Regionen, die seit Jahren auf die Rückkehr des Personenverkehrs hoffen. Die Liste der zurückgestellten Projekte:

  • Breisach–Colmar und die Bottwartalbahn (Heilbronn–Marbach)
  • Kleine Teckbahn (Kirchheim–Weilheim) und Bollerbahn (Göppingen–Bad Boll)
  • Klosterstadt-Bahn bei Maulbronn und Etzwiler Bahn (Singen–Ramsen)
  • Balingen–Rottweil und Leutkirch–Isny
  • Eyachtalbahn (Eyach–Hechingen) und die zweite Etappe der Ablachtalbahn (Meßkirch–Mengen)
  • Schwäbische-Alb-Bahn (Gammertingen–Engstingen–Münsingen)

Zwölf Vorhaben bleiben dagegen im Rennen. Die Hermann-Hesse-Bahn zwischen Calw und Weil der Stadt fährt bereits seit Januar 2026. Gebaut wird an der S2-Verlängerung von Bernhausen nach Neuhausen und an der Unteren Wutachtalbahn. Zabergäu-, Kocher-, Talgang-, Echaz-, Markgröninger, Kandertal- und Krebsbachtalbahn sowie die Gomaringer Spange und der erste Abschnitt der Ablachtalbahn bleiben in der Planung. Das Land will sich weiter beteiligen und stellt eine Kofinanzierung in Aussicht, falls der Bund Fördergeld gibt.

Fünf Jahre warten – und dann?

Endgültig beerdigt sind die elf Projekte offiziell nicht. In fünf Jahren sollen sie laut Razavi erneut geprüft werden. Ob dann Geld da ist, hängt allerdings von der Haushaltslage ab. Für die betroffenen Kommunen bedeutet das: jahrelange Unsicherheit bei der Verkehrsplanung.

Die Ironie dabei: Die Pressemitteilung des Ministeriums ist mit „Land schreitet bei Reaktivierung von Schienenstrecken voran“ überschrieben. Dabei hat Baden-Württemberg zwischen 1960 und den 1990er-Jahren mehr als 1.500 Kilometer Bahnstrecke stillgelegt. Das Ministerium bezeichnet diese Entscheidungen inzwischen selbst als Fehler. Jetzt wird die Korrektur dieser Fehler an genau den Stellen gestoppt, an denen sie den Menschen auf dem Land am meisten helfen würde.

Milliarden für alles – nur nicht für die Provinz?

Kritiker dürften sich fragen, wie das zusammenpasst. In Berlin hat die Bundesregierung ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für Infrastruktur beschlossen, finanziert mit neuen Schulden, die künftige Generationen abbezahlen müssen. Gleichzeitig fehlen im Südwesten die Mittel für ein paar Kilometer Regionalbahn. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt sich hier ein Grundproblem deutscher Politik: Man verkündet große Ziele, bezahlt sie aber nicht. Die Rechnung landet am Ende bei den Pendlern, den Familien und den Betrieben im ländlichen Raum. Sie haben weiter keinen Zug und sollen trotzdem die steigenden Steuern und Abgaben zahlen.

Wissenswertes zum Thema

News
10.07.2026
10 Min.

Misstrauen statt Medizin

Mit der Abschaffung der telefonischen Krankschreibung und der Attestpflicht ab dem ersten Tag setzt die Koalition auf Kontrolle statt Vertrauen. Ein Kommentar über Bürokratie, überlastete Praxen und …
Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“