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Kettner Edelmetalle
19.08.2026
06:02 Uhr
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Atomausstieg-Rechnung: Milliarden für Gas – Reaktoren fallen weiter

Atomausstieg-Rechnung: Milliarden für Gas – Reaktoren fallen weiter
Symbolbild: KI-generiert

Mehr als drei Jahre nach dem Abschalten der letzten deutschen Kernkraftwerke bezahlt der Steuer- und Stromzahler die Zeche. Mit dem Strom-Versorgungssicherheits- und -Kapazitätsgesetz (StromVKG), das Bundestag und Bundesrat im Juli 2026 beschlossen haben, fördert der Bund den Bau neuer gesicherter Kraftwerksleistung. Im Klartext: neue Gaskraftwerke – für jene Stunden, in denen Wind und Sonne ausfallen.

Zwanzig neue Kraftwerke für das, was schon da war

Noch 2026 sollen zwei Ausschreibungen über je 4,5 Gigawatt Langzeitkapazität starten, 2027 folgen weitere zwei Gigawatt. Die Anlagen sollen bei Dunkelflauten einspringen und teils 15 Jahre verfügbar bleiben. Der Bundestag selbst spricht von rund 20 neuen Kraftwerken allein für die ersten neun Gigawatt.

Der Gedanke drängt sich auf: Deutschland baut mit Milliardenanreizen jene regelbare Leistung neu, die es 2023 politisch aus dem eigenen Kraftwerkspark entfernt hat. Nur muss der Brennstoff diesmal importiert werden – über Pipelines und LNG-Terminals, zu Weltmarktpreisen.

Baden-Württemberg: Stromerzeugung auf dem Stand von 1980

Wie tief der Einschnitt war, zeigt der Südwesten. 2022 erzeugte Baden-Württemberg noch 53,9 Terawattstunden Strom. 2024 waren es nur noch 34,1 Terawattstunden – ein Niveau, wie es zuletzt um 1980 registriert wurde. Das Statistische Landesamt nennt den Kernenergieausstieg ausdrücklich als einen Grund.

Verbraucht wurden im selben Jahr 61,7 Terawattstunden. 27,6 Terawattstunden mussten aus anderen Bundesländern und dem Ausland zufließen. Dass erneuerbare Energien 59 Prozent der heimischen Erzeugung stellten, ändert daran nichts – man kann eben nur den Anteil eines geschrumpften Kuchens vergrößern.

Rückbau schafft Fakten, die niemand zurückholen kann

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Paul Schmidt fordert deshalb einen sofortigen Stopp des Rückbaus und setzt auf eine Reaktivierung statt auf subventionierte Gasmeiler. Er beruft sich auf Berechnungen der Denkfabrik Radiant Energy Group, die für Neckarwestheim II rund 1,7 Milliarden Euro und etwa 47 Monate veranschlagt. Wichtig: Es handelt sich um Modellrechnungen, nicht um ein verbindliches Angebot eines Betreibers.

Und die Betreiber selbst? Medienberichten zufolge halten sie eine Reaktivierung ihrer Anlagen für nicht machbar. Radiant dringt daher auf eine unabhängige technische Prüfung der stillgelegten Meiler, bevor der Rückbau jede Option unwiederbringlich beseitigt.

CO2-arm raus, fossil rein – bis mindestens 2045

Der klimapolitische Widerspruch ist offensichtlich. Kernkraftwerke lieferten Strom mit sehr geringen CO2-Emissionen, Erdgas setzt bei der Verbrennung Kohlendioxid frei. Zwar müssen die neuen Anlagen wasserstofffähig sein und ab 2045 klimaneutral laufen – bis dahin aber dürfen sie Erdgas verfeuern.

Die Bundesnetzagentur bewertet die Gasversorgung derzeit als stabil, verweist jedoch auf Weltmarktrisiken und ein weiterhin erhöhtes Preisniveau. Internationale Konflikte schlagen erfahrungsgemäß binnen Stunden auf europäische Großhandelspreise durch.

Was Bürger daraus lernen sollten

Aus Sicht unserer Redaktion offenbart das StromVKG die eigentliche Rechnung des Atomausstiegs: Die Kraftwerke sind weg, der Bedarf an gesicherter Leistung nicht. Die Kosten wandern in Neubauten, Netze, Speicher – und am Ende in die Strompreise von Haushalten und Industrie.

Wer sein Vermögen gegen politisch verursachte Kosten- und Inflationsrisiken absichern will, setzt traditionell auf Sachwerte. Physische Edelmetalle gelten dabei seit Generationen als bewährte Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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