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Kettner Edelmetalle
11.09.2026
21:53 Uhr
KI-generiert

Ausgerechnet am 11. September: Steuergeld für „Terrorist*innen“

Ausgerechnet am 11. September: Steuergeld für „Terrorist*innen“
Symbolbild: KI-generiert

Hamburg, 11. September 2026. Auf den Tag genau 25 Jahre nach den Anschlägen von New York und Washington steht im Hamburger Monsun-Theater ein Stück auf dem Spielplan, dessen Titel für Diskussionen sorgt: „Terrorist*innen“. Beteiligt ist ein Kölner Theaterverein, der zuvor Fördergeld aus Nordrhein-Westfalen erhalten hat.

Gezeigt wird die Produktion von Theater Colonia und dem 1000&Ein Kollektiv im Rahmen des AUSSICHT Festivals, um 18 Uhr, Spieldauer 70 Minuten. Ein Zufall der Terminplanung? Möglich. Für viele Beobachter dürfte die Symbolik trotzdem schwer erträglich sein.

Der Ort, an dem der Massenmord geplant wurde

Denn Hamburg ist in dieser Geschichte kein beliebiger Punkt auf der Landkarte. In einer Wohnung im Stadtteil Harburg traf sich jene Gruppe, die später als „Hamburger Zelle“ in die Kriminalgeschichte einging – um Mohammed Atta, der am 11. September 2001 das erste entführte Flugzeug in den Nordturm des World Trade Center steuerte.

Fast 3.000 Menschen starben an diesem Morgen. Ein erheblicher Teil der Vorbereitung fand in Deutschland statt, unter den Augen von Behörden, die nichts bemerkten. Dieses Datum, dieser Ort – und dann dieser Stücktitel.

Worum es in dem Stück geht

Die Ankündigung des Theaters lässt wenig Interpretationsspielraum. Gefragt wird, wer eigentlich das Recht habe, Gewalt zu definieren, und wer wen als Terrorist bezeichne. Diejenigen, die so genannt würden, verstünden sich selbst häufig als Freiheits-, Widerstandskämpfer oder Aktivisten, heißt es dort sinngemäß.

„Wer hat eigentlich das Recht, Gewalt zu definieren?”

Anhand historischer Beispiele und politischer Erzählungen wolle das Ensemble die Macht von Begriffen untersuchen. Einfache Antworten werden ausdrücklich nicht versprochen.

Man kann das als legitime Kunstfreiheit sehen – die im Grundgesetz gut geschützt ist. Man darf aber auch fragen, ob die Relativierung des Terrorbegriffs ausgerechnet am 25. Jahrestag von 9/11 ein Beitrag zur Aufklärung ist oder eher eine Provokation auf Kosten der Opfer.

15.870 Euro vom Land Nordrhein-Westfalen

Politisch brisant wird der Fall durch die Finanzierung. Wie das zuständige NRW-Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration auf Anfrage mitteilte, erhielt Theater Colonia e.V. im Jahr 2025 eine Anschubförderung von 7.900 Euro, für 2026 kamen weitere 7.970 Euro hinzu. Macht zusammen 15.870 Euro Steuergeld in zwei Jahren.

Das Ministerium betont laut dem Bericht, die Mittel hätten ausschließlich dem Aufbau des neu gegründeten Vereins gedient:

„Es wurden hier keine Mittel für bestimmte Produktionen beantragt oder bewilligt.“

Finanziert worden seien demnach Qualifizierungen in Projektmanagement, Öffentlichkeitsarbeit und Community-Arbeit, Honorare für Schauspieltrainings sowie Bürobedarf. Das Monsun-Theater selbst nennt das NRW-Ministerium und die Imhoff-Stiftung als Förderer des Stücks. Zur Höhe einer möglichen Stiftungsförderung liegen dem Bericht zufolge keine öffentlichen Angaben vor; eine Anfrage sei unbeantwortet geblieben.

Die eigentliche Frage

Formal mag alles korrekt sein. Doch aus Sicht unserer Redaktion offenbart der Vorgang ein strukturelles Problem: Wer Vereine mit Geld der Steuerzahler erst aufbaut, finanziert indirekt auch das, was diese Vereine anschließend auf die Bühne bringen.

Über Geschmack lässt sich streiten, über Pietät ebenfalls. Über die Verwendung öffentlicher Mittel sollte in einer Demokratie dagegen offen diskutiert werden dürfen – auch dann, wenn das Etikett „Kunst“ darüberklebt.

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