
Bau-Alarm in Deutschland: Wohnungsbau fällt unter 200.000!

Der Wohnungsbau in Deutschland rutscht noch tiefer ab. Olaf Demuth, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, erwartet für 2026 weniger als 200.000 neue Wohnungen. Er fordert von der Bundesregierung einen milliardenschweren „Finanzierungsturbo“. Für Mieter, Familien und Häuslebauer ist das eine bittere Nachricht.
Ein Absturz mit Ansage
Gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Demuth, die Branche gehe fest davon aus, dass in diesem Jahr nochmals deutlich weniger Wohnungen fertig würden als im Vorjahr. Am Ende werde man wohl unter der Marke von 200.000 landen. 2025 waren es noch 206.000.
Die Zahlen gehen seit Jahren nur in eine Richtung. Laut Statistischem Bundesamt sanken die Fertigstellungen schon 2024 um 14,4 Prozent, 2025 dann um weitere 18 Prozent. Zur Erinnerung: Die Ampel hatte einst 400.000 neue Wohnungen pro Jahr versprochen. Heute ist davon nur noch die Hälfte übrig, Tendenz fallend.
Bauen lohnt sich kaum noch
Dass in den Ballungsräumen Wohnungen fehlen, könne niemand bestreiten, so Demuth. Die Energiepreise hätten das Bauen aber derart verteuert, dass sich Neubau oft nicht mehr rechne. Das trifft eine Branche, die ohnehin unter Auflagen, Normen und langen Genehmigungsverfahren ächzt.
Der Verbandschef sieht das Kernproblem bei der Finanzierung. Banken verlangten immer mehr Sicherheiten. Wörtlich sagte er:
„Ohne einen gehörigen Teil Eigenkapital kommt niemand mehr an vernünftige Zinsen.“
Für eine junge Familie mit normalem Einkommen bleibt das eigene Haus damit oft ein Traum. Eigenverantwortung und Leistung reichen offenbar nicht mehr, wenn der Kapitalmarkt die Tür zumacht.
50 bis 60 Milliarden als Hebel
Demuth schlägt deshalb vor, der Staat solle Haushalten, Familien und Anlegern mit zinsgünstigen Darlehen und Bürgschaften helfen. Würde Wohnungsbau im Umfang von 50 bis 60 Milliarden Euro mit günstigen Krediten abgesichert, würde das nach seinen Worten „ordentlich was bringen“.
Wichtig ist ihm ein Unterschied: Es gehe nicht um konsumtive Ausgaben. Die Darlehen flössen zurück, dienten als Sicherheit und könnten eine Hebelwirkung entfalten. Ob das Finanzministerium unter Lars Klingbeil das genauso sieht, ist offen. Schließlich türmt die Koalition mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen bereits Schulden in Rekordhöhe auf.
„Völlig unverständlich“: Scharfe Kritik an Berlin
Mit der Großen Koalition geht Demuth hart ins Gericht. Warum Union und SPD nicht handelten, sei ihm völlig unverständlich. Er verwies auf Berlin: Dort habe man gesehen, dass die Wohnungsnot Wähler zu den Populisten treibe und Wahlen entscheide.
„Auf Trump, Putin oder China haben wir wenig Einfluss, aber ob mehr Wohnungen gebaut werden, das können wir sehr wohl beeinflussen.“
Die passenden Werkzeuge kenne man aus früheren Jahrzehnten, betonte Demuth. Richtige Förderung habe die Bauzahlen schon damals schnell nach oben gebracht. Gefragt sei jetzt allein der politische Wille.
Eine verschenkte Chance für die Wirtschaft
Laufe der Baumotor richtig, trage er nach Angaben des Verbandschefs neun bis zwölf Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung bei. In einer Phase, in der die deutsche Industrie unter Energiepreisen und US-Zöllen leidet, wäre das ein echter Konjunkturmotor. Stattdessen stottert er.
Unsere Redaktion sieht darin ein Muster: Die Regierung redet viel von „Turbo“, doch auf der Baustelle kommt davon kaum etwas an. Wer heute Vermögen aufbauen und sichern will, kann sich nicht auf Versprechen aus Berlin verlassen. Viele Bürger setzen deshalb zusätzlich auf krisenfeste Werte. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle Ergänzung sein.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen allein die Verantwortung.
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