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16.10.2026
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BlackRock-Rüffel für Goldminen: 12 Milliarden für Rückkäufe statt Minen!

BlackRock-Rüffel für Goldminen: 12 Milliarden für Rückkäufe statt Minen!
Symbolbild: KI-generiert

Ausgerechnet der größte Vermögensverwalter der Welt liest den Goldproduzenten die Leviten. Auf dem FT Mining Summit hat Evy Hambro in dieser Woche die milliardenschweren Aktienrückkäufe der großen Minenkonzerne als „rücksichtslose Kapitalallokation“ bezeichnet. Hambro verantwortet bei BlackRock weltweit die thematischen und sektorbezogenen Investments. Am langfristigen Aufwärtstrend des Goldpreises zweifelt er trotzdem nicht.

Zwölf Milliarden Dollar – und kein Plan?

Im Visier stehen vier Schwergewichte der Branche: Barrick Mining, Newmont, AngloGold Ashanti und Gold Fields. Zusammen haben sie Rückkaufprogramme im Umfang von rund 12 Milliarden US-Dollar angekündigt. Nach Hambros Darstellung seien diese Beschlüsse „ohne wirklichen Prozess“ gefallen.

Pikant daran: Hambro spricht nicht als neutraler Beobachter. Den Angaben zufolge hält BlackRock rund 12 Prozent an Newmont, 10 Prozent an AngloGold Ashanti und 6 Prozent an Gold Fields. Hier meldet sich also ein Großaktionär zu Wort, bei dem eigenes Geld auf dem Spiel steht.

„Wenn Unternehmen Investitionsentscheidungen über eine Milliarde Dollar für den Bau neuer Minen treffen, leisten sie dafür weit mehr Vorarbeit als bei Entscheidungen über eine Milliarde Dollar, die eigenen Aktien zurückzukaufen.“

Teuer gekauft, billig gestoppt

Besonders stört Hambro das Timing. Viele Konzerne hätten ihre Programme verkündet, als die Aktienkurse am höchsten standen. Als der Goldpreis dann auf 4.000 Dollar je Unze zurückfiel und die Papiere rund 40 Prozent billiger waren, hätten sie die Käufe eingestellt. „Wo war die Mathematik bei diesen Entscheidungen?“, fragte der BlackRock-Manager.

Teuer kaufen und dann aufhören, wenn es billig wird: Ein vorsichtiger Kaufmann würde genau umgekehrt handeln. Hambro verlangt deshalb mehr Spielraum statt starrer Programme, mehr Transparenz und vor allem Investitionen in neue Förderung. Medienberichten zufolge hat AngloGold-Finanzchefin Gillian Doran inzwischen betont, ihr Konzern werde bei Rückkäufen diszipliniert vorgehen.

Schuldenberge als Treibstoff für Gold

So hart die Kritik an den Minen ausfällt, so klar steht BlackRock zum Metall selbst. Regierungen weltweit säßen auf enormen Schulden und hätten dauerhaft hohe Defizite, ohne einen Plan zur Lösung, sagte Hambro. Daraus folge ein anhaltender Kaufkraftverlust der Papierwährungen. Sachwerte würden teurer, und Gold sei „wahrscheinlich einer der größten Profiteure“.

Kurzfristig erwartet BlackRock weitere Kursschwankungen, weil sich die Erwartungen an Zinsen und Geldpolitik ständig ändern. Das zeigte sich zuletzt am Markt: Nach unerwartet hohen US-Inflationsdaten fiel der Goldpreis Berichten zufolge am 14. Oktober um gut zwei Prozent auf etwa 4.074 Dollar. Danach erholte er sich auf knapp 4.170 Dollar. Hambro bleibt dabei: „Der Trend ist ganz klar dein Freund.“

Silber: Der wilde kleine Bruder

Schon im März, als der Goldpreis nach Beginn des Iran-Kriegs monatelang nachgab, hielt BlackRock-Strategin Kristy Akullian den Bullenmarkt für längst nicht beendet. Ihre Gründe: US-Staatsschulden von mehr als 120 Prozent der Wirtschaftsleistung, jährliche Defizite von sechs bis sieben Prozent und ähnlich hohe Schuldenquoten in Japan, Großbritannien, Frankreich und Kanada.

Laut Akullian hat Gold seit 2020 in Monaten, in denen der S&P 500 mehr als fünf Prozent verlor, im Schnitt zwei Prozent zugelegt. US-Anleihen traten in solchen Phasen eher auf der Stelle. Bei Silber zählt zusätzlich die Industrie: Rund 60 Prozent der Nachfrage entfallen auf Elektronik, Solarmodule und Halbleiter, angetrieben unter anderem durch neue Rechenzentren und künstliche Intelligenz.

Fazit: Lieber das Metall als die Minen?

Wer Minenaktien kauft, setzt nicht nur auf den Goldpreis, sondern auch auf die Entscheidungen des Managements. Und die überzeugen, folgt man BlackRock, nicht immer. Bei physischem Gold und Silber gibt es kein Vorstandsrisiko und keine Rückkaufprogramme. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können Edelmetalle deshalb eine sinnvolle Ergänzung zur Vermögenssicherung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger sollte sich selbst informieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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