
Chinas Hintertür nach Europa: Spanien öffnet die Werkstore!

Ford und der chinesische Autokonzern Geely wollen im spanischen Almussafes bei Valencia künftig gemeinsam Autos bauen. Der Deal, im Juli 2026 verkündet, ist aber nur der sichtbarste Teil einer größeren Entwicklung. Auch CATL, Chery und SAIC drängen mit Milliardenprojekten auf die Iberische Halbinsel. Europas Autoindustrie steht damit vor einer unbequemen Frage.
Fünf Modelle, ein halb leeres Werk
Die Anteile sind klar verteilt: Ford soll 66 Prozent am geplanten Gemeinschaftsunternehmen halten, Geely 34 Prozent. Starten soll es im ersten Halbjahr 2027, falls die Behörden zustimmen. Ab 2028 sollen dann fünf Modelle vom Band laufen, drei von Ford und zwei Elektroautos von Geely.
Gebraucht wird das Geschäft offenbar dringend. Nach Angaben der Unternehmen ist das Werk auf bis zu 500.000 Fahrzeuge im Jahr ausgelegt, war zuletzt aber deutlich unterausgelastet. Kurz gesagt: Ohne chinesisches Geld stünden hier womöglich bald viele Bänder still.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez feierte die Einigung vor Ort als industriepolitischen Triumph. Madrid hat nach eigenen Angaben schon mehr als 4,8 Milliarden Euro für elektrische und vernetzte Fahrzeuge bereitgestellt. Dazu kommen der Plan „Auto-2030“ sowie weitere Kauf- und Infrastrukturhilfen.
Der Zoll-Trick: Montage in der EU statt Import
Warum ausgerechnet Spanien? Das Land ist nach Deutschland Europas zweitgrößter Autoproduzent. 2025 gingen rund 1,95 Millionen dort gebaute Fahrzeuge in den Export. Es gibt Zulieferer, Fachkräfte, große Fabriken und Häfen. Chinesische Konzerne müssen also nichts neu aufbauen, sie ziehen einfach ein.
Den Ausschlag gibt allerdings Brüssel. Seit dem 30. Oktober 2024 verlangt die EU Ausgleichszölle auf Elektroautos aus China:
- Geely: 18,8 Prozent
- BYD: 17 Prozent
- SAIC (staatlich kontrolliert): 35,3 Prozent
Wer in der EU fertigt, fällt nicht automatisch unter diese Aufschläge. Die Zollmauer hat damit genau das bewirkt, was Kritiker befürchtet hatten: China kommt trotzdem, nur eben über eine andere Tür.
Von Barcelona bis Galicien: der China-Gürtel wächst
In der früheren Nissan-Fabrik in Barcelona baut die wiederbelebte Marke Ebro gemeinsam mit Chery Autos. Eigene Chery-Modelle wurden aber mehrfach verschoben. Beginnen soll die Produktion nun Ende 2026 oder Anfang 2027.
SAIC mit der Marke MG plant im galicischen Ferrol sein erstes EU-Werk. Dafür sind anfangs rund 200 Millionen Euro vorgesehen, noch fehlen aber die Genehmigungen. In Saragossa errichten Stellantis und CATL eine Batteriefabrik für bis zu 4,1 Milliarden Euro. Beim Bau sollen laut Berichten durchschnittlich etwa 1.000 Arbeiter aus China eingesetzt werden, zeitweise bis zu 1.700.
Wer kontrolliert die Technik?
Später sollen in Saragossa rund 4.000 Menschen aus der Region arbeiten. Mehr als 70 Prozent der Inhalte sollen aus der EU kommen, verbindlich festgeschrieben war das in der ursprünglichen Vereinbarung aber nicht. Das Muster ist klar: Die Montage bleibt in Europa, doch Software, Batteriechemie und Plattformen könnten in China bleiben.
Und Deutschland? Schaut zu und baut ab
Hierzulande sieht es düster aus. Volkswagen hat Ende 2024 vereinbart, bis 2030 mehr als 35.000 Stellen in Deutschland abzubauen und die Kapazität um über 700.000 Fahrzeuge zu verringern. VDA und IG Metall beklagten 2025 hohe Kosten und schwache Märkte. Nach Einschätzung unserer Redaktion sind das die Folgen teurer Energie, ausufernder Bürokratie und einer Klimapolitik, die über die Köpfe der Industrie hinweg gemacht wurde.
Laut Volkswagen gab es im Mai 2026 keine Gespräche mit chinesischen Partnern. Ausgeschlossen ist so ein Schritt aber nicht. Spanien zeigt, was auf dem Spiel steht: Wer keine eigenen Bedingungen setzt, rettet vielleicht seine Fabriken, verliert aber seine technologische Souveränität. In Berlin hat man diese Lektion offenbar noch vor sich.
- Themen:
- #Übernahmen-Fussion
- #Energie
- #Insolvenzen

Als PDF in wenigen Sekunden per E-Mail.
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











