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08.10.2026
15:18 Uhr
KI-generiert

Dreifach gefaltet, 3.500 Dollar teuer: Huaweis Luxus-Handy im Praxistest

Dreifach gefaltet, 3.500 Dollar teuer: Huaweis Luxus-Handy im Praxistest
Symbolbild: KI-generiert

Ein Smartphone, das sich zum Tablet aufklappen lässt, und das für rund 3.500 US-Dollar. Eine Woche lang hat eine Reporterin der "South China Morning Post" aus Shenzhen das neue Huawei Mate XT 2 im Alltag getestet, und zwar ausgerechnet während der "Goldenen Woche" rund um Chinas Nationalfeiertag Anfang Oktober. Ihr Fazit fällt zwiespältig aus: Das Gerät fasziniert, aber es spaltet auch.

Familienessen mit Faltgerät

Laut dem Bericht wurde das Handy beim Familienessen sofort zum Gesprächsthema. Der Vater der Journalistin und seine Altersgenossen hätten das Gerät herumgereicht, das schlanke Design bestaunt und dabei hitzig darüber gestritten, ob es sich um echte Innovation handle oder schlicht um Luxus.

Eine berechtigte Frage. Auch in SchnellzĂĽgen und Restaurants habe das aufgeklappte 10,2-Zoll-Display neugierige Blicke auf sich gezogen. Ein Statussymbol also, das nicht in der Hosentasche bleiben will.

Was steckt in dem Falt-Monster?

Huawei hat das Mate XT 2 am 7. September vorgestellt, zwei Tage vor Apples erwarteter Präsentation des ersten faltbaren iPhones. Das Timing war wohl kein Zufall. Neu ist vor allem die Mechanik: Es ist das erste Huawei-Gerät mit zwei Scharnieren, das sich nach innen zu einer U-Form faltet. Das empfindliche Hauptdisplay liegt damit geschützt im Inneren. Der Vorgänger faltete sich noch in Z-Form, sein Bildschirm lag teilweise außen.

Nach Herstellerangaben und Fachberichten bietet das Gerät:

  • ein 10,2-Zoll-Innendisplay und ein 6,5-Zoll-AuĂźendisplay
  • ein Gewicht von rund 299 Gramm, also ungefähr so viel wie ein Taschenbuch
  • den neuen Kirin-9050-Pro-Chip, laut Huawei-Manager Richard Yu der "leistungsstärkste Kirin-Chip aller Zeiten"
  • einen Akku mit 5.600 mAh und eine optionale Version mit Blickschutz-Display

Preise in Schwindelhöhe

In China kostet das Mate XT 2 Berichten zufolge zwischen 19.999 und 29.999 Yuan, je nach Ausstattung. Es ist das teuerste Handy, das Huawei je gebaut hat. Die Spitzenversion mit 2 Terabyte Speicher und Eingabestift kostet umgerechnet weit mehr als ein ordentlicher Gebrauchtwagen.

Technologie-Trotz gegen Washington

Mehr als das Gerät selbst sagt sein Herkunftsland aus. Huawei steht seit 2019 auf der schwarzen Liste der USA. Westliche Chips und die Google-Dienste sind für den Konzern weitgehend tabu. Trotzdem bringt Shenzhen Jahr für Jahr neue Spitzengeräte auf den Markt, mit eigenem Betriebssystem HarmonyOS und eigenen Prozessoren.

Die Sanktionen sollten Huawei kleinhalten. Aus Sicht vieler Beobachter haben sie Chinas Weg in die technologische Unabhängigkeit eher beschleunigt. Und Europa? Das schaut zu, reguliert und debattiert. Ein eigenes europäisches Smartphone von Weltrang gibt es seit dem Niedergang von Nokia nicht mehr. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland ist das ein unbequemer Befund.

Innovation oder teures Spielzeug?

Die Frage vom Familientisch bleibt offen. Faltbare Handys gibt es in China längst in vielen Varianten, vom Buch- bis zum Klappformat. Samsung hat mit dem Galaxy Z TriFold ebenfalls ein Dreifach-Faltgerät im Angebot. Der Massenmarkt ist das aber bislang nicht, dafür sind die Preise zu hoch und die Technik zu empfindlich.

Eines sollte man dabei nicht vergessen: Elektronik verliert schnell an Wert. Schon in zwei, drei Jahren dürfte das heutige Wunderhandy von der nächsten Generation überholt sein, und der Wiederverkaufswert sinkt entsprechend. Wer langfristig denkt, unterscheidet zwischen Konsum, der Spaß macht, und Werten, die bleiben. Physisches Gold und Silber haben über Jahrhunderte gezeigt, dass sie ihren Wert behalten, während technische Geräte schnell zum Elektroschrott werden. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können Edelmetalle deshalb eine sinnvolle Ergänzung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschlieĂźlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist fĂĽr seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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