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01.09.2026
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Drohnen-Anschlag in Leipzig: Chrupalla wirft Berlin Doppelmoral vor

Drohnen-Anschlag in Leipzig: Chrupalla wirft Berlin Doppelmoral vor
Symbolbild: KI-generiert

Berlin macht Moskau verantwortlich – und die größte Oppositionspartei tritt auf die Bremse. AfD-Chef Tino Chrupalla hat der Bundesregierung am Dienstag im Streit über die Konsequenzen aus der Drohnen-Attacke von Leipzig „Doppelmoral" vorgeworfen. Sein Vorwurf im Nachrichtensender „Welt": Beim Anschlag auf die Nord-Stream-Pipelines habe die Regierung geschwiegen.

Was am Flughafen Leipzig/Halle geschah

Der Hintergrund ist brisant. In der Nacht zum 5. August wurde auf dem Gelände des Flughafens Leipzig/Halle eine Drohne mit Sprengstoff entdeckt – Medienberichten zufolge sollte sie ein ukrainisches Antonov-Frachtflugzeug treffen, das für Rüstungstransporte genutzt wird. Der Zünder soll defekt gewesen sein.

Es blieb nicht bei einem Fluggerät. Recherchen mehrerer öffentlich-rechtlicher Sender und der „Süddeutschen Zeitung" zufolge gehen die Ermittler inzwischen von mehreren Drohnen aus: Eine soll mit einer DHL-Frachtmaschine kollidiert sein, eine dritte wurde demnach am 14. August auf einem Feld im Saalekreis gefunden – samt einer Substanz, bei der es sich um rund 50 Gramm des militärischen Sprengstoffs Hexogen gehandelt haben könnte.

Der Generalbundesanwalt ermittelt. Aus Sicherheitskreisen heißt es laut den Berichten, russische Geheimdienste könnten in die Planung verwickelt gewesen sein. Moskau weist jede Verantwortung zurück.

Chrupalla: Erst Beweise, dann Konsequenzen

Chrupalla begrüßte zwar eine rasche Aufklärung, mahnte aber Zurückhaltung an. Noch gebe es „keinen Beweis, dass russische Akteure, beziehungsweise auch der Staat, die Regierung dahintersteckt", sagte er. Von weiteren EU-Sanktionen hält er nach eigenen Worten wenig – nach seiner Zählung seien bereits 22 Pakete beschlossen worden, ohne dass Russland eingeknickt sei.

Als erste Reaktion wĂĽrde ihm ein diplomatischer Schritt genĂĽgen:

„Natürlich muss man sich dagegen wehren: Man muss den Botschafter einbestellen, man muss die Dinge natürlich klären."

Der Nord-Stream-Vergleich – und was daran heikel ist

Den eigentlichen Angriff fährt Chrupalla über die Sprengung der Ostsee-Pipelines. Er hätte sich gewünscht, dass auch der ukrainische Botschafter einbestellt werde – „nach dem größten Anschlag auf unsere Infrastruktur, das war Nord Stream". Deutschland habe der Ukraine stattdessen über 150 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, so seine Rechnung.

Zur Einordnung: Die Bundesanwaltschaft ermittelt im Nord-Stream-Komplex gegen ukrainische Staatsangehörige, ein Verdächtiger wurde 2025 in Italien festgenommen. Eine staatliche Verantwortung Kiews ist bislang nicht gerichtlich festgestellt; es gilt die Unschuldsvermutung. Die von Chrupalla genannte Summe deckt sich nicht mit allen offiziellen Aufstellungen deutscher Ukraine-Hilfen.

Kritische Infrastruktur: der wunde Punkt

Ein Punkt seiner Kritik dürfte über Parteigrenzen hinweg Zustimmung finden: der Schutz kritischer Infrastruktur. Bei Nord Stream habe man diesen Schutz schon versäumt, so Chrupalla. Aus Sicht unserer Redaktion trifft er damit einen Nerv – Flughäfen, Pipelines, Datenkabel und Stromnetze sind die Achillesferse einer hochvernetzten Volkswirtschaft, während in Berlin seit Jahren lieber über Verteilungsprogramme als über Wehrhaftigkeit debattiert wurde.

Die Bundesregierung will Russland Berichten zufolge nun offiziell für den Vorfall verantwortlich machen. Was folgt – Sanktionen, diplomatische Schritte oder mehr –, blieb zunächst offen. Für Anleger bedeutet jede neue Eskalationsstufe in Europa vor allem eines: mehr Unsicherheit. In solchen Phasen erinnern sich Sparer traditionell an physische Edelmetalle als bewährten Stabilitätsanker im breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst informieren.

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