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12.10.2026
20:27 Uhr
KI-generiert

Drohnen gegen „Russlands Google“: Kiew legt Yandex-Server lahm!

Drohnen gegen „Russlands Google“: Kiew legt Yandex-Server lahm!
Symbolbild: KI-generiert

Innerhalb von nur vier Tagen haben ukrainische Drohnen drei Rechenzentren des russischen Tech-Riesen Yandex getroffen. Nach den Angriffen in Sasowo, Kaluga und Wladimir brach die Konnektivität in den Netzen des Konzerns nach Daten der Beobachtungsgruppe NetBlocks gleich zweimal massiv ein. Moskau spricht von einer „beispiellosen“ Attacke. Der Krieg hat damit eine neue Front: die Serverhallen.

Drei Treffer, ein digitales Beben

Den Anfang machte nach Konzernangaben die Nacht zum 8. Oktober. Das Rechenzentrum im Örtchen Sasowo in der Region Rjasan geriet in Brand, der Betrieb wurde laut Yandex „vollständig eingestellt“. Ausgerechnet dort sollen zwei der drei Supercomputer stehen, mit denen der Konzern seine KI-Modelle trainiert.

Tags darauf traf es Kaluga. Die Anlage gilt Berichten zufolge als Yandex' größtes Rechenzentrum in Russland: rund 130.000 Quadratmeter, mehrere Module wurden komplett außer Gefecht gesetzt. Am Sonntag folgte Wladimir östlich von Moskau. Auch dieser Standort ging nach Firmenangaben vollständig vom Netz, die Plattform laufe nur noch im Notfallmodus.

Für Millionen Russen bedeutet das Alltagschaos. Medienberichten zufolge streikten E-Mail-Dienste, Taxi-Apps, Essenslieferungen, der Sprachassistent Alice und sogar Zahlungen über Yandex Pay. Auch Tausende Firmenkunden der Yandex-Cloud waren betroffen.

Moskau ruft das Militär zu Hilfe

Digitalminister Maksut Schadajew hat sich nach eigener Darstellung bereits mit dem Verteidigungsministerium beraten, wie die Rechenzentren künftig geschützt werden könnten. Vor einem Parlamentsausschuss nannte er die Angriffe „beispiellos“. Reservesysteme und Rechenkapazitäten an anderen Standorten hätten den Betrieb aber am Laufen gehalten, so der Minister.

Branchenkenner zeichnen gegenüber der Wirtschaftszeitung Kommersant ein düstereres Bild: Die Reparatur der zerstörten Server könne bis zu sechs Monate dauern. Wegen der westlichen Sanktionen dürfte die Beschaffung von Hochleistungschips ohnehin zur Geduldsprobe werden. Kiew begründet die Angriffe als Vergeltung für russische Schläge gegen ukrainische Rechenzentren. Moskau hatte zuvor gedroht, der Ukraine eine „digitale Entgiftung“ zu verpassen. Jetzt gerät Russland selbst in den Zwangsentzug.

Verstummen jetzt die Troll-Fabriken?

Besonders brisant: Der Infrastrukturdienstleister Cloudflare meldet einen drastischen Einbruch beim Bot-Verkehr aus dem Yandex-Netz, zeitweise auf rund 57 Prozent des Spitzenwerts. Im Netz wird seither spekuliert, ob damit auch Bot-Farmen für Desinformationskampagnen getroffen wurden. Nutzer berichten, dass die Aktivität in einigen Reddit-Foren zu US-amerikanischen, irischen und deutschen Themen eingebrochen sei – im irischen Politik-Forum angeblich um bis zu 80 Prozent.

Doch Vorsicht vor vorschnellen Schlüssen. Experten geben zu bedenken, dass ein Großteil des Bot-Verkehrs schlicht von harmlosen Suchmaschinen-Crawlern stammen könnte. Viele Troll-Netzwerke operierten zudem gar nicht aus Russland heraus. Faktenchecker warnen außerdem bereits vor kursierenden Grafiken, die angebliche Bot-Einbrüche ohne belastbare Belege zeigen. Wer im Netz einfache Wahrheiten sucht, wird hier enttäuscht.

Lehrstück über die Verwundbarkeit der digitalen Welt

Immerhin: Diesmal zielte Kiew auf Server statt auf Raffinerien. Washington hatte die Ukraine Berichten zufolge gebeten, Angriffe auf russische Ölanlagen einzustellen – wegen der sich verschärfenden globalen Raffineriekrise, die auch an deutschen Zapfsäulen zu spüren ist.

Die eigentliche Lektion reicht aber weit über Russland hinaus. Ein paar Drohnen genügen, um digitale Bezahlsysteme, Cloud-Backups und das halbe Alltagsleben eines Landes auszuknipsen. Wer sein Vermögen ausschließlich in Zahlen auf fremden Servern verwahrt, sollte sich fragen, was davon im Ernstfall greifbar bleibt. Physisches Gold und Silber brauchen weder Strom noch Rechenzentren – als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio sind sie gerade in solchen Zeiten eine Überlegung wert.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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