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02.10.2026
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KI-generiert

Ehrung für Dunja Hayali: Feiern sich ARD und ZDF jetzt selbst?

Ehrung für Dunja Hayali: Feiern sich ARD und ZDF jetzt selbst?
Symbolbild: KI-generiert

Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali bekommt den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis, einen der wichtigsten Journalistenpreise im Land. Das gab der Trägerverein am Donnerstag in Berlin bekannt. Den Vorsitz der Jury hatte ausgerechnet ARD-Talkerin Sandra Maischberger. Und wieder einmal stellt sich die Frage, ob hier noch jemand von außen auf die Branche schaut.

Die Jury lobt Mut, die Kritiker zählen Pannen

Der Verein lobt Hayali als Journalistin, die ein „mutiges, erfolgreiches Modell“ biete, um Arbeitsergebnisse an die Öffentlichkeit zu bringen. Sie gehe auf Rechtsaußen-Demonstranten, „Querdenker“ und Salafisten zu, stelle Fragen und mache die Aggressionen öffentlich, die ihr dabei entgegenschlügen.

Die Jury räumt sogar ein, dabei könne der Eindruck entstehen, dass nicht die Veranstaltung, sondern die Reporterin selbst im Mittelpunkt stehe. Im Studio sei sie dann aber wieder die gut vorbereitete Profi-Moderatorin. Ausrutscher passierten ihr nur selten, heißt es. Nur selten? Genau an diesem Punkt setzen die Kritiker an.

Eine Liste, die zu denken gibt

In den vergangenen Monaten geriet Hayali wiederholt in die Kritik. Medienberichten zufolge kam einiges zusammen:

  • September 2025: Nach der Ermordung des US-Aktivisten Charlie Kirk verwies sie im Heute-Journal auf dessen „abscheulichen sexistischen, rassistischen und menschenfeindlichen Aussagen“. Zwar verurteilte sie die Freude über seinen Tod, Kritiker warfen ihr trotzdem vor, das Verbrechen zu relativieren.
  • Oktober 2025: Das ZDF bedauerte ihre Aussage, unter den rund 2.000 von Israel freigelassenen Häftlingen seien auch „normale Palästinenser“. Israel zufolge handelte es sich um Hamas-Terroristen und verurteilte Mörder.
  • Juni 2026: Die Deutsche Bahn warf ihrer Folge „Unsere Bahn: geliebt, verflucht – gefährlich?“ aus der Reihe „Am Puls“ schwere journalistische und fachliche Mängel vor.

Dazu kommt der KI-Skandal im Heute-Journal vom Februar. Ein Bericht über Razzien der US-Einwanderungsbehörde ICE enthielt ungekennzeichnete, KI-generierte Bilder. Das ZDF löschte die komplette Sendung aus der Mediathek und berief die zuständige New-York-Korrespondentin ab. Hayali hatte den Beitrag nicht selbst produziert. Trotzdem steht der Fall für den Glaubwürdigkeitsschaden, den sich das Flaggschiff des Senders eingehandelt hat.

Unter sich: ARD und ZDF ehren ARD und ZDF

Auffällig ist, wer sonst noch ausgezeichnet wird. Hayali teilt sich den Preis mit Sarah Tacke, Leiterin der ZDF-Redaktion Recht und Justiz. Der Förderpreis geht an den NDR-Journalisten Manuel Biallas, ein Sonderpreis an die NDR-Medienredaktion „Zapp“. Damit landen alle Auszeichnungen bei den Öffentlich-Rechtlichen. Die Jury leitet eine ARD-Moderatorin. Beobachter dürften das kaum als Zeichen von Vielfalt verstehen.

Ihre Entscheidung begründet die Jury mit dem „nie dagewesenen Druck“ auf faktenbasierten Journalismus. Immer mehr Menschen suchten die Wahrheit im Netz. Außerdem sei in zwei Bundesländern eine Partei nah an der Macht, die den Medienstaatsvertrag kündigen wolle. Gemeint sein dürfte die AfD. Der Preis wird also auch zum politischen Signal.

Was hätte Hajo Friedrichs gesagt?

Der Namensgeber hat einen der berühmtesten Grundsätze des deutschen Journalismus geprägt. Der frühere „Tagesthemen“-Moderator sagte kurz vor seinem Tod 1995, ein guter Journalist mache sich nicht gemein mit einer Sache, auch nicht mit einer guten. Seit diesem Jahr gibt es auch den Preis.

Dieses Leitbild beschreibt Distanz und Nüchternheit, also das Gegenteil von Haltungsjournalismus. Ob die diesjährige Auswahl dazu passt, darf jeder Gebührenzahler selbst beurteilen. Schließlich bezahlt er die Arbeit der Preisträger mit seinem Rundfunkbeitrag. Das Vertrauen in die Öffentlich-Rechtlichen stärkt man mit Selbstkritik, nicht mit Preisen für die eigenen Leute.

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