
Europas Treibstoff wird knapp: Hormus-Blockade treibt Kontinent in die Energiekrise
Was sich seit Wochen abzeichnete, nimmt nun bedrohliche Konturen an: Die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran schnürt Europa die Energieversorgung ab. In Italien werden Flugzeuge bereits nicht mehr vollständig betankt, der Chef der Internationalen Energieagentur spricht von der „größten Energiekrise, mit der wir je konfrontiert waren" – und in Berlin diskutiert eine sogenannte Spritpreis-Taskforce über Entlastungen. Man reibt sich die Augen.
Kerosin-Vorräte reichen nur noch sechs Wochen
Die Lage ist ernst, ernster als viele Bürger ahnen. IEA-Chef Fatih Birol warnte eindringlich davor, dass die europäischen Vorräte an Flugbenzin möglicherweise nur noch für etwa sechs Wochen reichen würden. Sollte die Meerenge von Hormus – durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports fließt – weiterhin blockiert bleiben, müssten schon bald Flüge gestrichen werden. „Wenn die Straße von Hormus nicht wieder geöffnet wird, werden wir in Europa bald die Nachricht hören, dass einige Flüge wegen Treibstoffmangels gestrichen werden könnten", so Birol.
Am Flughafen Venedig wurde die Betankung bereits auf lediglich 2000 Liter pro Flugzeug begrenzt. Ein Alarmsignal, das man nicht ignorieren kann. Sepp Müller, Co-Vorsitzender der parlamentarischen Spritpreis-Taskforce und CDU-Abgeordneter, rief die deutschen Autofahrer derweil zum Spritsparen auf – damit Raffineriekapazitäten für die Kerosinproduktion freigemacht werden könnten. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Der deutsche Bürger soll sein Auto stehen lassen, damit Flugzeuge noch fliegen können. Willkommen in der Realität einer Energiepolitik, die jahrelang auf Abhängigkeiten statt auf Souveränität gesetzt hat.
Wie es zur Eskalation kam
Am 28. Februar begannen die USA und Israel mit Angriffen auf den Iran. Führungsfiguren des Teheraner Regimes wurden ausgeschaltet, darunter Ajatollah Ali Chamenei selbst. Sein Sohn Modschtaba Chamenei übernahm die Staatsführung. Die iranischen Streitkräfte und Revolutionsgarden reagierten mit Beschuss auf Israel und die Golfstaaten – und blockierten weitgehend die Straße von Hormus. Eine erste Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran scheiterte am Wochenende. Nun verdichten sich die Anzeichen für eine zweite Runde, die voraussichtlich erneut in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad stattfinden würde.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth ließ keinen Zweifel an der Entschlossenheit Washingtons. Sollte der Iran keinem Friedensabkommen zustimmen, stünden die US-Streitkräfte bereit, Kampfeinsätze wiederaufzunehmen. „Es wird eine Blockade geben und Bomben werden auf die Infrastruktur, auf Strom- und Energieanlagen fallen", drohte Hegseth unverhohlen. Der US-Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford" befindet sich bereits seit fast zehn Monaten im Einsatz – ein Rekord seit dem Vietnamkrieg.
Trump vermittelt Waffenruhe im Libanon – doch der Frieden bleibt fragil
Immerhin an einer Front scheint sich eine Atempause abzuzeichnen. US-Präsident Donald Trump verkündete eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon. Ministerpräsident Netanjahu bestätigte die Vereinbarung, beharrte jedoch auf der Zerschlagung der Hisbollah-Miliz und kündigte die Ausweitung einer „Sicherheitszone" im Südlibanon an. Einem israelischen Rückzug an die Grenze, wie von der Hisbollah gefordert, erteilte er eine klare Absage.
Erstmals seit über drei Jahrzehnten hatten diplomatische Vertreter Israels und des Libanon direkte Gespräche in Washington geführt – allerdings ohne konkrete Ergebnisse. Die beiden Länder unterhalten keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Ob Trumps Vermittlung tatsächlich zu einer nachhaltigen Beruhigung führt, darf bezweifelt werden.
USA profitieren – Europa zahlt die Zeche
Während Europa unter steigenden Benzin-, Gas- und Strompreisen ächzt, profitieren ausgerechnet die Vereinigten Staaten von der Krise. Die USA sind wegen des Konflikts beinahe zum Netto-Exporteur von Rohöl geworden – erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Rohölexporte stiegen auf 5,2 Millionen Barrel pro Tag, den höchsten Wert seit sieben Monaten. Rund 47 Prozent davon gingen nach Europa, zu den wichtigsten Abnehmern zählten Deutschland, die Niederlande und Frankreich. Asiatische Raffinerien suchten ebenfalls händeringend nach Alternativen für ausgefallene Lieferungen aus dem Nahen Osten.
Die bittere Ironie: Deutschland, das sich unter der Vorgängerregierung systematisch von russischem Gas abkoppelte und die eigene Energieproduktion durch den Atomausstieg mutwillig sabotierte, steht nun erneut als Bittsteller da. Diesmal nicht bei Moskau, sondern bei Washington. Die Abhängigkeit wurde nicht reduziert – sie wurde lediglich verlagert. Wer jahrelang ideologiegetriebene Energiepolitik betreibt, statt auf Diversifizierung und eigene Kapazitäten zu setzen, der erntet in Krisenzeiten genau das, was Deutschland jetzt erlebt: Ohnmacht.
Papst Leo mahnt – doch wer hört zu?
Selbst Papst Leo fand bei einem Besuch in Kamerun deutliche Worte. Die Welt werde „von einer Handvoll Tyrannen verwüstet", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche. Die „Herren des Krieges" verschlössen die Augen davor, dass Milliarden für Tötung und Verwüstung ausgegeben würden, während die Mittel für Heilung, Bildung und Wiederaufbau fehlten. Mahnende Worte, die in einer Welt, die sich zunehmend in geopolitischen Machtspielen verliert, leider verhallen dürften.
Gold als Fels in der Brandung
Für den deutschen Bürger bedeutet diese Krise vor allem eines: steigende Preise an der Zapfsäule, höhere Heizkosten und eine Inflation, die sich weiter verschärfen dürfte. Das von der neuen Großen Koalition beschlossene 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen wird die Schuldenlast zusätzlich in die Höhe treiben – und damit den Kaufkraftverlust des Euro beschleunigen. In solchen Zeiten zeigt sich einmal mehr der Wert physischer Edelmetalle. Gold und Silber haben in jeder Energiekrise, in jedem Krieg und in jeder Phase galoppierender Inflation ihre Funktion als Vermögenssicherung unter Beweis gestellt. Wer sein Portfolio mit physischen Edelmetallen ergänzt, schützt sich gegen genau jene Verwerfungen, die wir gerade in Echtzeit erleben.
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