
Feuer-Terror an Pariser Schule: 100 Menschen hinter brennender Tür!

Ein Mob aus Vermummten hat am Montagmorgen den Eingang des Lycée Nicolas-Louis Vauquelin im 13. Pariser Arrondissement in Brand gesteckt. Rund 100 Schüler und Mitarbeiter saßen im Gebäude fest. Der Angriff ist der bisher dramatischste Höhepunkt einer landesweiten Protestwelle an Frankreichs Gymnasien, und sie flaut nicht ab.
Sofa, Fahrräder, Brandbeschleuniger
Gegen 7:50 Uhr, als die ersten Schüler eintrafen, sei eine Gruppe von etwa zehn Personen aufgetaucht, berichtete Schulleiterin Carole Zerbib dem Sender BFMTV. Kapuzen, Masken, schwarze Kleidung. Die Angreifer hätten „sehr entschlossen, sehr schnell" gewirkt. Dem Personal sei sofort klar gewesen, dass man mit ihnen nicht reden könne.
Was dann folgte, klingt wie eine Belagerung. Laut Zerbib schleppten die Täter volle Mülltonnen, ein Sofa und Fahrräder vor die Tür, schlugen mit Krücken Scheiben ein und zündeten das Ganze mit einer brennbaren Flüssigkeit an. Ein Mitarbeiter wurde den Berichten zufolge von einem Glassplitter im Gesicht getroffen. Feuerwehr und Polizei sollen mit Feuerwerksmörsern beschossen worden sein.
Ein Kamerateam filmte die Flammen. Ein BFMTV-Moderator schilderte, die Angreifer hätten die Mitarbeiter genau in dem Moment blockiert, als diese mit dem Feuerlöscher anrücken wollten. Die Schulleiterin habe die eingeschlossenen Schüler angewiesen, in den ersten Stock auszuweichen.
„Ich glaube, wir haben selten eine so starke Gewalt direkt vor uns gesehen."
„Das sind nicht meine Schüler"
Für Zerbib steht fest: Die Täter seien organisiert gewesen und hätten ihren Angriff vorbereitet. In sozialen Netzwerken habe es Aufrufe gegeben, die Schule niederzubrennen. „Das sind Gruppen", sagte sie. Die Angreifer wollten nach ihrer Einschätzung die „Symbole des Staates" treffen. Eine Rückkehr schließe sie nicht aus.
Bemerkenswert war eine Szene nach dem Angriff. Als die Schulleiterin ein Mikrofon des konservativen Senders CNews entdeckte, brach sie das Gespräch ab. Sie teile die redaktionelle Linie des Senders nicht, er tue jungen Menschen nicht gut. Man darf sich fragen, ob ausgerechnet nach einem solchen Morgen die Sendermarke das drängendste Problem ist.
Innenstaatssekretär Jean-Didier Berger sprach von „besonders schockierenden" Bildern. Es handle sich um kriminelle Taten, die mit größter Härte verfolgt werden müssten.
Die Bilanz: Ein Land im Ausnahmezustand
Paris ist kein Einzelfall. Seit sich die Proteste Mitte September aus der Hauptstadtregion ausgebreitet haben, liest sich die offizielle Bilanz wie ein Lagebericht aus einem Krisengebiet:
- 24 Schulen wurden laut Bildungsminister Édouard Geffray angezündet oder verwüstet
- An 400 bis 500 der rund 3.700 Gymnasien fiel der Unterricht am Montag ganz oder teilweise aus
- 78 Lehrkräfte und Mitarbeiter sowie 170 Schüler wurden verletzt
- Mehr als 5.000 Festnahmen binnen einer Woche, rund 85 Prozent davon Minderjährige, so Innenminister Laurent Nuñez
- Über 300 verletzte Polizisten und Gendarmen
Allein am Freitag registrierte die Polizei 1.747 Festnahmen. In Belfort soll ein 17-Jähriger einen Polizisten verprügelt haben, gegen ihn wird wegen versuchter Tötung ermittelt. In La Ciotat wurde ein 16-Jähriger festgenommen, nachdem ein 59-jähriger Lehrer geschlagen und mit Benzin übergossen worden war. In Tours verlor ein junger Demonstrant nach Angaben der Staatsanwaltschaft bei Zusammenstößen mit der Polizei das Augenlicht auf einem Auge.
Berechtigte Wut – gekapert von Linksextremen?
Der Schülergewerkschaft Union syndicale lycéenne geht es nach eigener Aussage um Lehrermangel, überfüllte Klassen, lange Unterrichtstage, das umstrittene Zulassungssystem Parcoursup und marode Gebäude. Die Regierung erkennt manche Klagen ausdrücklich an. Minister Geffray wirft jedoch linksextremen Aktivisten vor, die Bewegung „gekapert" zu haben. Medienberichten zufolge sieht die Regierung eine gesteuerte Aktion aus dem Umfeld der Linkspartei La France insoumise, was deren Spitze als Verschwörungsdenken zurückweist.
Für Dienstag ist bereits der nächste Aktionstag angekündigt, „Akt III". Aus Sicht unserer Redaktion zeigt Frankreich, wohin es führt, wenn ein Staat bei der Kontrolle über den öffentlichen Raum über Jahre zurückweicht. Am Ende brennen Schulen, und bedroht sind gerade die, die lernen wollen. Auch in Deutschland meldet die Kriminalstatistik Rekordwerte. Wer glaubt, die Bilder aus Paris seien weit weg, macht es sich zu leicht.
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