
Gold-Riese SPDR: Nullrunde nach dem Absturz – Ruhe vor dem Sturm?

Der SPDR Gold Trust, der größte goldgedeckte ETF der Welt, hat die 44. Kalenderwoche mit exakt 1.041,65 Tonnen Gold beendet. Das ist auf die Nachkommastelle genau der Wert der Vorwoche. Zum Wochenschluss war der Goldpreis allerdings unter die Marke von 3.900 US-Dollar gestürzt. Die ETF-Anleger blieben trotzdem bemerkenswert gelassen.
Fünf Handelstage, unterm Strich null
Ruhig war die Woche deshalb noch lange nicht. Laut den Angaben des Fondsanbieters ging es täglich nach oben oder unten, am Ende glichen sich die Bewegungen aber vollständig aus:
- 26. Oktober: 1.040,80 Tonnen (minus 0,85 t)
- 27. Oktober: 1.041,65 Tonnen (plus 0,85 t)
- 28. Oktober: 1.043,36 Tonnen (plus 1,71 t)
- 29. Oktober: 1.041,08 Tonnen (minus 2,28 t)
- 30. Oktober: 1.041,65 Tonnen (plus 0,57 t)
Die Bewegungen waren klein. Die Erholung von der Vorwoche, auf die viele gehofft hatten, ist damit ausgeblieben.
Der Schatten der Vorwoche
In der 43. Kalenderwoche hatte der Trust kräftig Gold verloren. Die Bestände sanken von 1.059,04 auf 1.041,65 Tonnen, ein Minus von 17,39 Tonnen binnen fünf Tagen. Allein am 22. Oktober flossen knapp 12 Tonnen ab, mehr als an jedem anderen Tag dieser Woche.
Diese Lücke ist bisher nicht wieder aufgefüllt. Gleichzeitig ist sie nicht weiter aufgerissen, und das ist angesichts der Lage am Markt bemerkenswert.
Goldpreis im freien Fall, ETF-Anleger halten still
Die Lage war ernst. Medienberichten zufolge fiel der Goldpreis am Freitag, 30. Oktober, im Handelsverlauf um mehr als drei Prozent und erreichte ein Tagestief von rund 3.891 US-Dollar. Damit verlor Gold im Oktober etwa sechs Prozent. Marktbeobachter sprechen vom schwächsten Oktober seit der Finanzkrise 2008. Das Jahreshoch hatte noch bei 5.379 Dollar gelegen.
Analysten nennen dafür mehrere Gründe. An den Terminmärkten wird inzwischen eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember erwartet. Der Ölpreis steigt kräftig. Und an den Aktienmärkten stehen vor allem Technologiewerte unter Druck. Wer dort Verluste ausgleichen muss, verkauft offenbar auch Gold, um an Geld zu kommen. Mit einer Flucht aus dem Gold hat das wenig zu tun, es sind eher Notverkäufe.
Ausgerechnet am Tag des Kurseinbruchs wuchsen die SPDR-Bestände um 0,57 Tonnen. Von Panik war in den Tresoren also nichts zu sehen. Zum Wochenstart am Montag stieg der Goldpreis Berichten zufolge auch wieder auf knapp 3.960 Dollar.
Papiergold oder echtes Metall?
Die SPDR-Zahlen gelten unter Profis als Stimmungsbarometer für die Nachfrage großer Anleger. Wer aber einen ETF-Anteil kauft, besitzt keinen eigenen Goldbarren, sondern einen Anspruch in Wertpapierform. Nach Angaben des Anbieters können Privatanleger ihre Anteile nicht einzeln gegen Gold beim Fonds eintauschen. Das ist nur in großen Paketen über spezialisierte Marktteilnehmer möglich.
Gerade in turbulenten Zeiten wird dieser Unterschied wichtig. Fondsanteile laufen über Depot, Bank und Börse und hängen damit von deren Funktionieren ab. Münzen und Barren im eigenen Besitz hängen dagegen an keinem Vertrag mit einem Dritten.
Unser Fazit
Die Nullrunde beim SPDR wirkt wie ein Durchatmen nach einem schweren Schlag. Ob daraus eine Erholung wird, hängt vor allem von der US-Notenbank und vom Ölpreis ab. Die langfristigen Gründe für Gold sind aber geblieben: hohe Staatsschulden, geopolitische Krisen und eine Geldpolitik, die man nur schwer vorhersagen kann. Auch nach dem Rückschlag im Oktober halten wir physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen für sinnvoll, als Absicherung und nicht als kurzfristige Spekulation.
Hinweis: Dieser Beitrag dient nur der Information und ist keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine Aufforderung zum Handel mit Wertpapieren oder Edelmetallen. Wer anlegt, sollte sich selbst gründlich informieren und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst. Frühere Kursentwicklungen garantieren keine künftigen Erträge.
Kostenloses Live-Webinar
Der Great Reset fürs Geldsystem
Was sich bis 2029 an Ihrem Geld ändert und was Sie vorher tun können.

PeterHahne
ErnstWolff
Dr.Brandenburg
Prof. Dr.Polleit
MichaelMross
OutdoorChiemgau
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













