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Hacker heizen Kühltruhen auf 50 Grad: Frankreichs Supermärkte im Chaos!

Hacker heizen Kühltruhen auf 50 Grad: Frankreichs Supermärkte im Chaos!
Symbolbild: KI-generiert

In der Nacht auf Montag, den 12. Oktober, haben Hacker die Kühltechnik Hunderter französischer Supermärkte gekapert. Statt zu kühlen, heizten Kühlregale und Tiefkühltruhen stundenlang. Frische und gefrorene Ware im Wert von Millionen Euro landete im Müll. Gleichzeitig legte ein Cybervorfall die Online-Dienste großer Handelsketten in den Niederlanden und Belgien lahm.

Wenn der Gefrierschrank zum Backofen wird

Den bisherigen Berichten zufolge setzten die Angreifer bei älterer Reglersoftware des dänischen Kältetechnik-Herstellers Danfoss an. Sie missbrauchten dafür eine harmlose Routinefunktion: das Abtauen, das sonst nur kurz Eis von den Verdampfern entfernt. Die Hacker sollen einen Dauer-Abtauvorgang mit einer Solltemperatur von 50 Grad Celsius erzwungen haben.

Das Ergebnis war verheerend. Nachts, in geschlossenen Märkten, bemerkte das niemand. Als die Frühschicht kam, war die Kühlkette längst gerissen. In einigen Filialen sollen sogar Folgebrände ausgebrochen sein. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt.

Millionenschaden quer durchs Land

Am härtesten traf es offenbar Intermarché. Das Unternehmen spricht von bis zu 300 betroffenen Filialen, die Discount-Tochter Netto eingerechnet. Andere Medien nennen rund 150 Märkte. Bei Coopérative U sollen weniger als 100 Geschäfte betroffen sein. Genannt werden außerdem E.Leclerc und möglicherweise Carrefour Market, Monoprix, Metro sowie unabhängige Metzgereien.

Der Chef von Coopérative U, Dominique Schelcher, bestätigte den Angriff auf X:

„Une cyberattaque touche depuis cette nuit les installations de production de froid de plusieurs magasins de notre réseau.“

Auf Deutsch: Seit der Nacht treffe ein Cyberangriff die Kühlanlagen mehrerer Märkte seines Netzes. Wie hoch der Schaden ist, zeigt Haguenau im Elsass. Dort verlor ein Intermarché seinen kompletten Tiefkühlbestand im Wert von rund 50.000 Euro. Ein Supermarkt nebenan meldete Verluste von etwa 220.000 Euro. Die Mousquetaires-Gruppe, zu der Intermarché gehört, rechnet landesweit mit Schäden in Millionenhöhe.

Die Warnungen gab es längst

Die Supermärkte sehen sich als Kollateralopfer eines Angriffs auf einen Danfoss-Dienstleister. Danfoss hat inzwischen Firmware-Updates verteilt. Ein französisches Fachportal berichtet allerdings, dass Sicherheitsforscher schon vor zwei Monaten auf schwere Lücken in den Danfoss-Reglern hingewiesen hätten. Ähnliche Angriffe auf Danfoss-Systeme soll es bereits 2022 in Russland und Israel gegeben haben.

Da drängt sich die Frage auf: Warum hängt die Kühlung unserer Lebensmittel überhaupt ungeschützt am Netz? Wer jede Truhe aus der Ferne steuern kann, öffnet Angreifern die Tür.

Auch Albert Heijn und Delhaize lahmgelegt

Fast gleichzeitig meldete der niederländische Marktführer Albert Heijn seit Sonntagnachmittag einen Cybersicherheitsvorfall. Website, App und Kundenservice waren nicht erreichbar, ebenso bei den Schwesterketten Etos und Gall & Gall. Lieferungen wurden gestoppt, Treueprogramme fielen aus, elektronische Preisschilder zeigten alte Aktionspreise. Auch die belgische Kette Delhaize ist betroffen. Möglicherweise sind Kundendaten abgeflossen.

Die Läden selbst blieben geöffnet, die Kühlanlagen dort wurden nicht sabotiert. Ob beide Vorfälle technisch zusammenhängen, ist bisher nicht bestätigt. Dass sie zeitlich so dicht beieinanderliegen, fällt aber auf.

Die digitale Achillesferse Europas

Der Fall zeigt, wie verwundbar eine Gesellschaft ist, die alles digitalisiert, vom Kassensystem bis zur Kühltruhe. Ein paar manipulierte Befehle reichen, um ganze Regale mit Lebensmitteln zu vernichten. Während Brüssel und Berlin mit immer neuen Digitalstrategien und Berichtspflichten glänzen wollen, wirkt der Schutz der echten Versorgungsinfrastruktur erschreckend dünn.

Für Bürger bedeutet das: Vorsorge in eigener Verantwortung ist wichtiger denn je. Dazu gehören ein Vorrat zu Hause, Bargeld und Werte, die nicht von Servern, Apps oder Passwörtern abhängen. Physisches Gold und Silber kann kein Hacker per Fernzugriff löschen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen kann es deshalb für Stabilität sorgen, gerade in Zeiten, in denen digitale Systeme ausfallen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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