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09.10.2026
18:38 Uhr
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Handels-Bazooka gegen Peking: Merz und Macron wollen zurückschlagen!

Handels-Bazooka gegen Peking: Merz und Macron wollen zurückschlagen!
Symbolbild: KI-generiert

Berlin und Paris wollen Europa im Handelsstreit endlich wehrhaft machen. In einem gemeinsamen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verlangen Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron neue Instrumente, mit denen die EU innerhalb weniger Tage auf unfaire Handelspraktiken reagieren könnte. Auch wenn kein Land namentlich genannt wird, ist das Ziel offensichtlich: China.

Der Binnenmarkt als Waffe

Der Vorstoß hat zwei Teile. Ein neues Instrument soll Unternehmen helfen, ihre Lieferketten breiter aufzustellen und die gefährliche Abhängigkeit von einzelnen Staaten abzubauen. Der zweite Teil hat mehr Sprengkraft: Bei schweren Handelskonflikten soll die EU den Zugang zum europäischen Binnenmarkt kurzfristig beschränken dürfen.

Besonders heikel ist das geplante Verfahren. Die Kommission soll Gegenmaßnahmen grundsätzlich einleiten können, solange keine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten dagegen stimmt. Damit würde sich das bisherige Prinzip umkehren. Wirtschaftsmedien sprechen bereits von einer „Zweitschlagswaffe“. Peking hat die Pläne laut Agenturberichten prompt kritisiert.

Ein Schönheitsfehler bleibt trotzdem. Wer Brüssel solche Schnellverfahren zugesteht, gibt nationale Mitsprache ab. Kritiker des EU-Zentralismus dürften genau hinsehen, wem die Kommission diese Macht künftig entgegenhält.

360 Milliarden Euro Minus: Die Zahlen sind alarmierend

Wie dringend die Lage ist, zeigen Daten des Statistikamts Eurostat. 2025 importierte die EU Waren im Wert von 559,4 Milliarden Euro aus China, exportierte aber nur 199,6 Milliarden Euro dorthin. Das Defizit beträgt damit fast 360 Milliarden Euro. Die Importe stiegen um 6,4 Prozent, während die Exporte um 6,5 Prozent sanken.

Ein Defizit beweist für sich genommen noch keinen unfairen Wettbewerb. Seit Jahren wirft die EU Peking jedoch vor, Schlüsselbranchen wie Autos und Batterien mit staatlichen Subventionen hochzupäppeln. Hinzu kommt der Druck über Rohstoffe: Bereits im Frühjahr 2025 hatte China die Ausfuhr Seltener Erden stark gedrosselt, was europäische Werke Medienberichten zufolge in Produktionsprobleme brachte.

Was Brüssel schon im Werkzeugkasten hat

  • Antidumpingmaßnahmen gegen Billigimporte
  • Ausgleichszölle gegen unzulässige Subventionen
  • Das Anti-Coercion Instrument gegen wirtschaftliche Erpressung, das seit Dezember 2023 gilt

Das Problem dabei ist die Geschwindigkeit. Die bisherigen Verfahren ziehen sich oft über Monate hin, und in dieser Zeit können ganze Branchen unter die Räder geraten.

Auch London gerät unter Druck

Großbritannien prüft einem Bericht der „Times“ zufolge ebenfalls Strafzölle auf chinesische E-Autos. Wirtschaftsminister Jonathan Reynolds arbeite an Maßnahmen, die sich an den EU-Zöllen orientieren könnten. Seit Oktober 2024 erhebt die EU auf chinesische Batterieautos Ausgleichszölle zwischen 7,8 und 35,3 Prozent. Zusammen mit dem regulären Zoll von zehn Prozent ergibt das mehr als 45 Prozent.

Auf der Insel drängen BYD, Chery, Jaecoo und Omoda mit Macht auf den Markt. Laut dem europäischen Herstellerverband ACEA erreichten in China gebaute Autos 2025 bereits einen Anteil von 14 Prozent am britischen Neuwagenmarkt. Gleichzeitig gingen im ersten Halbjahr 2026 laut Branchenverband SMMT 58,3 Prozent der britischen Pkw-Exporte in die EU. Nissan warnt deshalb vor einer Sandwich-Lage, Jaguar Land Rover fürchtet dagegen Vergeltung aus Peking.

Schutz oder Selbstfesselung?

Für Deutschland steht viel auf dem Spiel. Kaum eine Volkswirtschaft hängt so sehr am Export, und China könnte mit Gegenmaßnahmen antworten. Härtere Zölle schützen heimische Hersteller zwar, sie verteuern aber auch Produkte für die Verbraucher. Außerdem müssen neue Instrumente mit den Regeln der Welthandelsorganisation vereinbar sein. Wie die Vorschläge am Ende konkret aussehen, ist noch offen.

Eines ist aber sicher: Die Ära des naiven Freihandels ist vorbei. Wenn Zölle und Handelsblöcke die Weltwirtschaft prägen, zeigt sich, wie wertvoll Vermögenswerte sind, die nicht vom Wohlwollen einer Regierung abhängen. Physisches Gold und Silber können für viele Sparer deshalb eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio sein.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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