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14.10.2026
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Hilfe aus dem Pazifik? Rekord-El-Niño könnte Deutschlands Gasnot lindern

Hilfe aus dem Pazifik? Rekord-El-Niño könnte Deutschlands Gasnot lindern
Symbolbild: KI-generiert

Deutschlands Gasspeicher sind Mitte Oktober erst zu knapp 60 Prozent gefüllt, und der europäische Gaspreis steht so hoch wie seit Ende 2022 nicht mehr. Ausgerechnet ein Wetterphänomen am anderen Ende der Welt könnte jetzt etwas Druck herausnehmen: Im Pazifik baut sich ein El Niño auf, der Experten zufolge historische Ausmaße annehmen könnte. Bei genauerem Hinsehen bleibt davon allerdings weniger übrig, als die Schlagzeile verspricht.

Halb leere Speicher, Preise wie in der Energiekrise

Laut der Transparenzplattform AGSI+ lag der Füllstand der deutschen Speicher am 9. Oktober bei 59,8 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch rund 76 Prozent. Zum 1. November sollen es grundsätzlich 80 Prozent sein. Diese Marke dürfte Deutschland deutlich verfehlen.

Am Markt ist die Nervosität längst angekommen. Der TTF-Terminkontrakt kletterte am Dienstag Medienberichten zufolge auf rund 87,20 Euro je Megawattstunde, der sechste Anstieg in Folge. Vor dem Iran-Krieg kostete die Megawattstunde etwa 30 Euro, heute fast das Dreifache. Seit der Blockade der Straße von Hormus fehlt das Flüssiggas aus Katar, und zuletzt sollen auch noch Ausfälle in Norwegen den Preis getrieben haben.

Vier Grad zu warm: Was sich im Pazifik zusammenbraut

Die US-Klimabehörde NOAA meldete am 8. Oktober, das Meer im östlichen Pazifik sei stellenweise mehr als vier Grad wärmer als normal. Die Wahrscheinlichkeit für ein historisches Ereignis zwischen Oktober und Dezember beziffert sie auf 83 Prozent. Es könnte der stärkste El Niño seit Beginn der Aufzeichnungen 1950 werden.

Das Prinzip: Die Passatwinde erlahmen, warmes Wasser strömt nach Osten, und die Windsysteme verschieben sich bis nach Asien. Ein starker bis sehr starker El Niño gilt bis März 2027 als wahrscheinlich.

Warum Tokio bei Berlins Heizkosten mitredet

Die japanische Wetterbehörde JMA erwartet für den Winter 2026/27 überdurchschnittliche Temperaturen. Der Grund ist ein geschwächter Wintermonsun, der sonst sibirische Kaltluft heranführt. Die Beratung Energy Aspects rechnet auch für Südkorea und Indien mit milderen Wintern.

Das ist entscheidend, denn LNG-Tanker fahren dorthin, wo am meisten gezahlt wird. Japan und Südkorea gehören zu den größten Käufern der Welt. Goldman Sachs hat berechnet, dass der europäische Gaspreis bei langsamer Erholung der Nahost-Exporte über 100 Euro je Megawattstunde steigen müsste, um asiatische Bieter auszustechen. Heizt Asien weniger, wird dieser Bieterkampf schwächer. Die Winter 2022/23 und 2023/24 haben das gezeigt: Damals endeten die Heizperioden laut der US-Energiebehörde EIA mit Rekord-Speicherständen.

Die nüchterne Rechnung der Analysten

Allzu viel Hoffnung ist trotzdem fehl am Platz. Die Analysten von Bernstein haben Japan durchgerechnet: Ein Super-El-Niño senkt dort den Heizbedarf um 19 Prozent, den LNG-Verbrauch aber nur um 2 Prozent. Für ganz Asien entspräche das etwa einem Prozent der weltweiten LNG-Importe. Rystad Energy kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Selbst bei einem Grad mehr über den ganzen Winter bräuchte Europa noch mindestens sieben Millionen Tonnen LNG mehr als im Vorjahr.

Dazu kommt: Das Winterwetter in Deutschland hängt kaum vom Pazifik ab. Ein Kälteeinbruch kann jederzeit kommen. Viele Beobachter halten es für bezeichnend, dass die Versorgungssicherheit der größten Volkswirtschaft Europas nach Jahren politischer Kursänderungen in der Energiepolitik nun auch an der Frage hängt, wie warm es in Japan wird.

Zwei Termine im November

Am 1. November zeigt sich, wie weit Deutschland unter der 80-Prozent-Marke bleibt. Am 12. November legt die NOAA ihren nächsten El-Niño-Bericht vor. Für die Verbraucher gilt: Weil Versorger meist lange im Voraus einkaufen, kommen die Großhandelspreise erst verzögert auf der Rechnung an. Ein ruhigerer Weltmarkt würde also vor allem die nächsten Preiserhöhungen abschwächen.

Teure Energie treibt erfahrungsgemäß auch die Inflation. Wer sein Erspartes gegen solche Risiken absichern will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen in Betracht ziehen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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