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15.10.2026
06:10 Uhr
KI-generiert

Schwarzer Donnerstag in Asien: Platzt jetzt die KI-Blase?

Schwarzer Donnerstag in Asien: Platzt jetzt die KI-Blase?
Symbolbild: KI-generiert

Am Donnerstag, 15. Oktober, sind Asiens Börsen eingebrochen. Der südkoreanische Kospi stürzte am Vormittag um 7,3 Prozent auf 5568 Punkte, der japanische Nikkei 225 gab bis zur Mittagspause 4,8 Prozent nach. Auslöser waren die wachsende Angst vor einem Ende des KI-Booms und überraschend hohe Inflationsdaten aus den USA.

Die Chip-Giganten reißen alles mit

Am stärksten traf es Seoul. Samsung Electronics verlor zeitweise mehr als acht Prozent, SK Hynix sogar über zehn Prozent. Die beiden größten Speicherchip-Hersteller der Welt standen monatelang für den KI-Rausch, jetzt ziehen sie den ganzen Markt nach unten.

Koreanischen Medienberichten zufolge wurden kurz nach Handelsbeginn sowohl am Kospi als auch am Nebenwerte-Index Kosdaq automatische Handelsbremsen für Programmverkäufe ausgelöst. Das gab es an beiden Märkten am selben Tag zuletzt Ende Juli. Wie tief der Fall ist, zeigt ein Blick zurück: Im Juni hatte der Kospi noch ein Rekordhoch jenseits der 9000 Punkte erreicht.

In Tokio rutschte der Speicherchip-Hersteller Kioxia um rund elf Prozent ab. Der breiter aufgestellte Topix verlor dagegen nur 2,5 Prozent auf 3993 Punkte. Einzelhändler, Pharmawerte und Transportunternehmen legten sogar zu. In Hongkong und Singapur gaben die Leitindizes jeweils etwa ein Prozent nach, der Shanghai Composite verlor 1,4 Prozent.

Inflation zurück, Zinsangst zurück

Den Anstoß lieferte die Wall Street. Laut Berichten stieg die US-Verbraucherpreisinflation im September auf 3,7 Prozent, erwartet worden waren 3,6 Prozent. Auch die Kerninflation fiel höher aus als prognostiziert. Der Nasdaq verlor daraufhin 1,9 Prozent, der Philadelphia-Halbleiterindex brach um mehr als vier Prozent ein und fiel damit den sechsten Handelstag in Folge.

Warum das so schwer wiegt? Wer mit geliehenem Geld riesige Rechenzentren baut, ist auf billigen Kredit angewiesen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen kletterte Medienberichten zufolge zeitweise auf 5,33 Prozent, und am Markt wird wieder über Zinserhöhungen der Fed spekuliert. Dazu kommt ein Ölpreis, der zuletzt über 100 Dollar je Barrel lag. Billiges Geld war der Treibstoff der KI-Rally, und dieser Treibstoff wird gerade knapp.

Konkurrenz aus China und Zweifel an der Rendite

Belastet hat außerdem ein Fortschritt des chinesischen Speicherchip-Herstellers CXMT bei einem neuen DRAM-Design. Hinzu kommen Zweifel, ob die Milliarden für KI-Infrastruktur sich jemals auszahlen. Laut Berichten brach die Aktie des KI-Cloud-Anbieters CoreWeave in den USA um mehr als 15 Prozent ein, die Renditen seiner Anleihen schossen nach oben. Viele Anleger fragen sich deshalb, wie viel von diesem Boom auf Schulden gebaut ist.

Kann TSMC die Stimmung noch drehen?

Ein Teil der Anleger hoffte auf den taiwanischen Chipfertiger TSMC, der seine Quartalszahlen ab 8 Uhr deutscher Zeit vorstellen wollte. Fumio Matsumoto, Chefstratege des japanischen Brokers Okasan Securities, gibt sich skeptisch. Die starken KI-Geschäfte seien schon in den Kursen enthalten, die Berichtssaison werde den Markt daher kaum nach oben bringen.

Shingo Ide, Chefaktienstratege am Forschungsinstitut des Lebensversicherers Nippon Life, sieht einen nervösen Markt. Schon diffuse Unsicherheit könne die Kurse kräftig bewegen. Schlagzeilen über Chinas Chip-Offensive oder eine höhere Inflation hätten deshalb, so Ide,

„zu einer Welle der Gewinnmitnahmen“

geführt.

Lehre für Anleger: Was trägt, wenn Hoffnung nicht mehr reicht?

Der Absturz zeigt, wie empfindlich ein Markt reagiert, der stark von einem einzigen Zukunftsthema abhängt. Wenn ein Inflationswert nur um einen Zehntelpunkt über der Prognose liegt und ganze Indizes daraufhin um sieben Prozent fallen, hängt sehr viel an der Erwartung künftiger Gewinne. An der Substanz ändert sich an einem solchen Tag wenig.

Gold und Silber versprechen keine Rechenzentren und keine Rekordumsätze. Sie hängen auch nicht davon ab, ob eine Firma ihre Kredite bedienen kann. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können physische Edelmetalle deshalb helfen, solche Turbulenzen abzufedern. Und wenn die Inflation in den USA wieder steigt, gewinnt diese Frage noch an Gewicht.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ist keine Anlageberatung. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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