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29.09.2026
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KI-generiert

Indiens 25-Milliarden-Offensive: Tech-Aufholjagd gegen USA und China!

Indiens 25-Milliarden-Offensive: Tech-Aufholjagd gegen USA und China!
Symbolbild: KI-generiert

Indien macht Ernst. Rund 25 Milliarden US-Dollar sollen in den kommenden Jahren an junge Deep-Tech-Firmen gehen. Gemeint sind Start-ups aus den Bereichen Künstliche Intelligenz, Halbleiter, moderne Fertigung, Drohnen und Raumfahrt. Das Ziel: den Rückstand auf die USA und China verkleinern und sich von ausländischer Spitzentechnologie unabhängiger machen.

Staatliches Geld als Starthilfe

Zum Vergleich: In den vergangenen zehn Jahren sind nach Angaben von Rajat Tandon, Präsident des indischen Branchenverbands für Wagnis- und Alternativkapital (IVCA), insgesamt 11,6 Milliarden Dollar in indische Deep-Tech-Firmen geflossen. Jetzt will allein der Staat rund 11 Milliarden Dollar bereitstellen. Das Geld kommt aus dem Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsfonds (RDI).

Private Kapitalgeber sollen dieselbe Summe drauflegen, dazu kommen laut Tandon weitere drei bis vier Milliarden. Den Fonds hat das indische Kabinett nach offiziellen Angaben am 1. Juli 2025 beschlossen. Er umfasst eine Billion Rupien über sechs Jahre. Premierminister Narendra Modi hat ihn im November 2025 offiziell gestartet. Statt Zuschüssen gibt es günstige Langzeitkredite und Firmenbeteiligungen, also Geld, das zurückfließen soll.

Der Weckruf kam aus Washington

Warum die Eile? Branchenkenner sagen, in Neu-Delhi habe sich eine Erkenntnis durchgesetzt: Wer Schlüsseltechnologie nicht selbst beherrscht, ist erpressbar. Chinesischer Technik misstraut Indien schon lange. Und die USA gelten wegen ihrer Exportbeschränkungen nicht mehr als verlässlicher Partner.

Anandamoy Roychowdhury, Geschäftsführer von Crane Venture Partners, sieht darin paradoxerweise einen Vorteil. Die US-Zölle würden dem Deep-Tech-Sektor sogar helfen, sagte er. Indien baue eigene Firmen auf, weil wichtige Technologie „jederzeit abgeschnitten werden kann“.

Wie real diese Gefahr ist, zeigte sich im Juni. Medienberichten zufolge hatte die US-Regierung am 12. Juni per Exportkontroll-Anweisung verlangt, dass kein ausländischer Staatsbürger mehr Zugang zu Anthropics neuen KI-Modellen Fable 5 und Mythos 5 bekommt. Begründet wurde das mit der nationalen Sicherheit. Anthropic schaltete die Systeme daraufhin für alle Kunden weltweit ab. Ein einziges Schreiben aus Washington, und die modernste KI war für den Rest der Welt nicht mehr verfügbar.

Einhörner, Euphorie und eine große Lücke

Auf der Investorenkonferenz SuperReturn Asia gaben sich die Geldgeber zuversichtlich. Shweta Rajpal Kohli, Chefin des Startup Policy Forum, spricht von einer „dramatischen Beschleunigung“ der Innovation. Manche Firmen seien schon vom Prototyp zur „echten Kommerzialisierung“ gekommen. In diesem Jahr stiegen das Programmier-Start-up Emergent, das Raumfahrtunternehmen Skyroot und der KI-Anbieter Sarvam zu sogenannten Einhörnern auf, also zu Firmen mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde Dollar.

Roychowdhury sagt, er fühle sich „wie ein Kind im Süßwarenladen“. Rund 80 Prozent seines 150-Millionen-Dollar-Fonds für den Asien-Pazifik-Raum stecken inzwischen in Indien.

Die ernüchternden Zahlen

  • 9 von 10 befragten indischen Fonds investieren laut einer IVCA-Umfrage unter 100 Fonds in Deep Tech
  • Knapp 3 Milliarden Dollar flossen 2025 in den Sektor, so viel wie nie, obwohl die Start-up-Finanzierung insgesamt zurückging
  • 136 Milliarden Dollar sammelten Deep-Tech-Firmen im selben Zeitraum in den USA ein

Das Grundproblem ist fehlendes heimisches Kapital. Laut Tandon kann nur etwa jeder fünfzigste Investor Summen über zehn Millionen Dollar aufbringen. Er fordert deshalb, dass wohlhabende Privatleute und Family Offices mehr investieren. Auf einen Zeitpunkt, wann Indien einen weltweit führenden Tech-Konzern hervorbringt, wollte sich keiner der Investoren festlegen.

Und Europa?

Für deutsche Leser ist das eine unbequeme Nachricht. Während Indien seine technologische Souveränität gezielt aufbaut, setzt Brüssel vor allem auf Regeln wie den AI Act. Die Anthropic-Sperre im Juni traf europäische Nutzer genauso wie indische. Beobachter sehen darin eine klare Lehre: Wer sich auf fremde Technologie verlässt, ist im Ernstfall ausgeliefert. Das gilt für Staaten, und im Grunde auch für private Sparer, die ihr Vermögen gegen solche Risiken absichern wollen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ist keine Anlageberatung. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trifft seine Anlageentscheidungen in eigener Verantwortung.

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