
Krankschreibung ab Tag eins: Merz-Koalition scheitert am eigenen Bürokratie-Wahn

Es ist ein Lehrstück deutscher Regierungskunst im Jahr 2026: Kaum hat die schwarz-rote Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz einen Beschluss gefasst, regt sich schon in den eigenen Reihen der Widerstand. Diesmal geht es um die geplante Pflicht, sich künftig bereits am ersten Tag einer Erkrankung von einem Arzt krankschreiben zu lassen. Ein Vorhaben, das nun ausgerechnet aus dem sozialen Flügel der CDU heftig unter Beschuss gerät.
Der Aufstand der eigenen Leute
Christian Bäumler, stellvertretender Vorsitzender der Christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), fand gegenüber dem "Tagesspiegel" deutliche Worte. Die Menschen seien schlicht entsetzt über diese Ankündigung. Es herrsche, so Bäumler, ein "Riesen-Unmut" in der Bevölkerung. Die Koalition solle dieses "völlig unnötige Thema" möglichst schnell wieder von der Tagesordnung nehmen.
Und man muss sich fragen: Wie kann es sein, dass eine Regierung, die angetreten war, um Deutschland aus dem selbstverschuldeten Chaos der Ampel-Jahre herauszuführen, sich mit derartigen Nebenkriegsschauplätzen selbst ins Bein schießt? Bäumler bringt es auf den Punkt, wenn er warnt, dass dieser umstrittene Beschluss "den positiven Effekt der vielen anderen guten Vorschläge kaputt" mache.
Überfüllte Wartezimmer als politisches Programm?
Besonders pikant: Der CDA-Vize verweist auf einen Umstand, den jeder Bürger dieses Landes aus eigener leidvoller Erfahrung kennt. Die Wartezimmer der Hausärzte seien "schon jetzt meist überfüllt". Wer schon einmal mit Fieber und Gliederschmerzen stundenlang zwischen hustenden Patienten ausgeharrt hat, der weiß, welch grandiose Idee es ist, künftig jeden Schnupfengeplagten am ersten Tag zum Arzt zu zwingen.
"Es gibt gar keinen Grund, gesetzlich tätig zu werden", so Bäumler mit Blick auf die geltende Rechtslage.
Das Gesetz existiert bereits – nur liest es keiner
Der eigentliche Skandal liegt woanders. Denn Bäumler weist völlig zu Recht darauf hin, dass die vermeintlich neue Regelung längst überflüssig ist. Das Entgeltfortzahlungsgesetz erlaube es Arbeitgebern bereits heute, eine ärztliche Bescheinigung schon vor dem dritten Krankheitstag einzufordern. In den meisten Betrieben werde dies ohnehin pragmatisch gehandhabt.
Man reibt sich verwundert die Augen: Da beschließt eine Bundesregierung im Koalitionsausschuss am Mittwochabend feierlich ein neues Gesetz – für einen Sachverhalt, der bereits gesetzlich geregelt ist. Willkommen im Deutschland des Jahres 2026, wo Symbolpolitik den Vorrang vor gesundem Menschenverstand genießt.
Wenn Regierung zur Selbstbeschäftigung wird
Während unser Land unter einer Rekord-Inflation ächzt, während das 500-Milliarden-Euro-Schuldenpaket kommende Generationen belastet und während die innere Sicherheit vielerorts nur noch ein Wort auf dem Papier ist, beschäftigt sich die Große Koalition mit der Frage, ob der grippegeplagte Arbeitnehmer nun am ersten oder am dritten Tag zum Doktor pilgern muss. Es ist genau diese Prioritätensetzung, die das Vertrauen der Bürger in die Politik weiter erodieren lässt.
Die genaue Ausgestaltung der Regelung sei ohnehin noch offen, heißt es. Vielleicht, so möchte man hoffen, verschwindet dieser bürokratische Ladenhüter schneller in der Schublade, als er ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt wurde. Ein Regierungsprojekt, das schon am ersten Tag krankgeschrieben gehört.
Solide Werte statt politischer Wankelmut
Wenn eine Regierung nicht einmal in der Lage ist, sinnvolle von unsinnigen Gesetzen zu unterscheiden, dann darf man ihr auch beim Umgang mit dem Geld der Steuerzahler nur begrenzt vertrauen. Wer sein Vermögen vor politischer Unberechenbarkeit und schleichender Geldentwertung schützen möchte, tut gut daran, auf krisenfeste Sachwerte zu setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie unabhängig von der Tagespolitik ihren Wert bewahren – eine sinnvolle Beimischung für jedes breit gestreute und krisensichere Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion wieder und stellt weder eine Anlage-, Steuer- noch Rechtsberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren oder fachkundigen Rat einholen.












