
Kriminalstatistik 2025: Während Dobrindt Klartext redet, flüchtet sich Hamburgs SPD-Senator in Deepfake-Debatten

Es ist ein Schauspiel, das symptomatischer kaum sein könnte für den Zustand der deutschen Innenpolitik: Zwei Politiker stehen vor denselben Zahlen – und einer von ihnen tut so, als stünde dort etwas völlig anderes geschrieben. Bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 2025 in der Bundespressekonferenz prallten am vergangenen Wochenende zwei Welten aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Dobrindt benennt das Offensichtliche
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt von der CSU machte den Anfang – und er tat das, was man von einem Innenminister eigentlich erwarten sollte: Er sprach über die drängendsten Probleme. Nichtdeutsche Tatverdächtige seien im Vergleich zu deutschen Staatsbürgern viermal so häufig als Tatverdächtige auffällig. Bei der Gewaltkriminalität liege der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger bei erschreckenden 42,9 Prozent – eine, wie Dobrindt es nannte, „erhebliche Überrepräsentanz".
Doch damit nicht genug. Mit Schaubildern und Säulendiagrammen bewaffnet, legte der CSU-Politiker nach. Bei Afghanen und Syrern sei die Tatverdächtigenbelastungszahl fast zehnmal so hoch wie bei Deutschen. Zehnmal. Man muss sich diese Zahl auf der Zunge zergehen lassen. Wer angesichts solcher Dimensionen noch von Einzelfällen spricht, hat entweder die Grundrechenarten nicht verstanden oder betreibt bewusste Realitätsverweigerung.
Grotes Ablenkungsmanöver: Deepfakes statt Messer
Und dann kam Andy Grote. Hamburgs Innensenator von der SPD. Ein Mann, der offenbar der Überzeugung ist, dass man unbequeme Wahrheiten am besten dadurch bekämpft, indem man einfach über etwas anderes redet. Er wolle ein paar „Ergänzungen" vornehmen und das Thema „anders akzentuieren", erklärte er mit jener entwaffnenden Chuzpe, die man in der deutschen Sozialdemokratie offenbar mit der Parteimitgliedschaft ausgehändigt bekommt.
Grotes Schwerpunktthema? Deepfakes. Ja, Sie haben richtig gelesen. Während Deutschland einen Rekord bei Messerdelikten verzeichnet, während Morde und Vergewaltigungen zunehmen, während Bürger sich in ihren eigenen Städten nicht mehr sicher fühlen, möchte der Hamburger Innensenator über gefälschte Bilder im Internet sprechen. Nicht nur die Erstellung und Verbreitung, sondern sogar das bloße Ansehen solcher Dateien solle künftig strafbar werden. „Niemand, der sich solche Bilder ansieht im Netz, soll vor Verfolgung sicher sein", verkündete Grote mit einer Entschlossenheit, die man sich bei der Bekämpfung realer Straßenkriminalität nur wünschen könnte.
Die Verharmlosungsstrategie hat System
Doch Grote begnügte sich nicht mit bloßer Ablenkung. Er versuchte aktiv, das Problem der Ausländerkriminalität kleinzureden. Deutschland sei über die Jahrzehnte „immer sicherer geworden", behauptete er. Gefühle von mehr Unsicherheit seien „nicht zutreffend". Man fragt sich unwillkürlich, ob der Senator in letzter Zeit einmal abends durch Hamburg-St. Georg oder den Hauptbahnhof spaziert ist. Vermutlich nicht ohne Personenschutz.
Und dann kam die Erklärung, die alles sagt über das Weltbild eines bestimmten politischen Milieus: Kriminelle Migranten seien im Grunde Opfer – Opfer der „Verhältnisse im Unterkunftssystem" und der „hohen Anzahl von jungen Männern". Kriminalität als Männerproblem, als Wohnungsproblem, als alles – nur nicht als das, was es offensichtlich ist: ein Problem gescheiterter Migrationspolitik. Diese Täter-Opfer-Umkehr ist nicht nur intellektuell unredlich, sie ist eine Ohrfeige für jeden Bürger, der unter den Folgen dieser Politik leidet.
BKA-Chef widerspricht dem SPD-Senator
Dass Grotes Schönfärberei nicht unwidersprochen blieb, ist immerhin ein Lichtblick. BKA-Präsident Holger Münch stellte mit diplomatischer Schärfe klar, dass der Rückgang der Ausländerkriminalität in den Statistiken maßgeblich auf die geringere Migration und damit weniger ausländerrechtliche Verstöße zurückzuführen sei – also auf Delikte, die ohnehin nur Zugewanderte begehen können. Die eigentliche Gewaltkriminalität hingegen bleibe bei Nichtdeutschen über alle Nationalitäten hinweg viermal höher als bei deutschen Tatverdächtigen. Ein Seitenblick in Richtung Grote dürfte dabei nicht gefehlt haben.
Es ist bezeichnend für den Zustand unserer politischen Debattenkultur, dass ein Spitzenbeamter einem gewählten Politiker die Realität erklären muss. Und es ist noch bezeichnender, dass ein SPD-Innensenator lieber über Deepfakes philosophiert, als sich den harten Fakten der Kriminalstatistik zu stellen. Denn diese Fakten sind unbequem. Sie erzählen die Geschichte einer Migrationspolitik, die über Jahre hinweg die Sicherheit der eigenen Bevölkerung aufs Spiel gesetzt hat.
Die Bürger haben genug von Beschwichtigungen
Die zunehmende Kriminalität in Deutschland, die explodierenden Zahlen bei Messerdelikten, die steigende Gewalt auf unseren Straßen – all das ist kein Naturereignis. Es ist die direkte Konsequenz einer politischen Fehlsteuerung, die über Jahre hinweg von Teilen des politischen Establishments entweder geleugnet, verharmlost oder mit Ablenkungsmanövern wie der Deepfake-Debatte übertüncht wurde. Dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung diese Zustände nicht länger akzeptieren will, zeigen nicht nur Umfragen, sondern auch die Wahlergebnisse der vergangenen Jahre. Die Menschen wollen Politiker, die für Deutschland regieren – nicht gegen die Interessen seiner Bürger.
Bundesinnenminister Dobrindt hat mit seiner klaren Benennung der Probleme zumindest einen Anfang gemacht. Ob den Worten auch Taten folgen werden, bleibt abzuwarten. Die Große Koalition unter Friedrich Merz steht in der Pflicht, die innere Sicherheit endlich wieder zur obersten Priorität zu machen. Denn eines ist sicher: Mit Deepfake-Debatten allein wird man die Messer auf Deutschlands Straßen nicht stumpfer machen.

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