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23.01.2026
06:44 Uhr

Madagaskar strebt in die BRICS: Der Westen verliert weiter an Einfluss

Madagaskar strebt in die BRICS: Der Westen verliert weiter an Einfluss

Die geopolitischen Tektonikplatten verschieben sich in atemberaubendem Tempo. Während der Westen noch immer damit beschäftigt ist, seine moralische Überlegenheit zu predigen, formiert sich im Globalen Süden eine Allianz, die das internationale Machtgefüge grundlegend verändern könnte. Madagaskar, die viertgrößte Insel der Welt, hat nun offiziell seinen Wunsch bekundet, dem BRICS-Bündnis beizutreten – ein weiterer Schlag ins Gesicht der westlichen Hegemonie.

Militärregierung sucht neue Partner

Der madagassische Übergangspräsident und Militärchef Michael Randrianirina, der nach einem Putsch im Herbst 2025 die Macht übernahm, sprach nach seinem Besuch in Südafrika von einem „wichtigen Schritt zur Neupositionierung Madagaskars in der internationalen Ordnung". Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa habe seine Unterstützung für eine Aufnahme als BRICS-Partnerland zugesagt. Die endgültige Entscheidung könnte bereits beim nächsten Gipfeltreffen im Juni in Indien fallen.

Was auf den ersten Blick wie eine regionale Randnotiz erscheinen mag, offenbart bei genauerem Hinsehen ein Muster, das sich quer durch den afrikanischen Kontinent zieht. Immer mehr Staaten wenden sich vom Westen ab und suchen ihr Heil in alternativen Bündnissen. Die Gründe dafür sind vielfältig, doch eines haben sie gemeinsam: Die Bevormundung durch westliche Institutionen stößt zunehmend auf Ablehnung.

Russland als neuer Verbündeter

Die Annäherung Madagaskars an die BRICS geht Hand in Hand mit einer deutlichen Hinwendung zu Russland. Waffenlieferungen aus Moskau haben die Beziehungen zwischen beiden Ländern gefestigt. Dass der Westen und die Afrikanische Union den Machtwechsel in Antananarivo kritisch beäugten und Madagaskar zeitweise von Gremien der AU suspendierten, dürfte diese Entwicklung nur beschleunigt haben.

Man muss sich fragen, ob die westliche Strategie der permanenten Belehrung und Sanktionierung nicht längst kontraproduktiv geworden ist. Statt Länder in den eigenen Einflussbereich zu ziehen, treibt man sie geradezu in die Arme Russlands und Chinas. Eine bittere Ironie für jene, die glauben, mit erhobenem Zeigefinger die Welt verbessern zu können.

Das BRICS-Bündnis wächst unaufhaltsam

Die ursprünglich von Brasilien, Russland, Indien und China gegründete Staatengruppe, der Südafrika 2010 beitrat, hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Expansion erlebt. Zu den Vollmitgliedern zählen mittlerweile auch:

Ägypten, Äthiopien, Indonesien, der Iran, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Hinzu kommt ein wachsender Kreis von Partnerstaaten, darunter Algerien, Nigeria, Uganda, Belarus, Kuba, Usbekistan, Thailand und Vietnam.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die BRICS-Staaten repräsentieren zusammen rund 45 Prozent der Weltbevölkerung, während die G7-Länder auf weniger als zehn Prozent kommen. Wer hier noch von einer „regelbasierten internationalen Ordnung" unter westlicher Führung spricht, verkennt die Realitäten des 21. Jahrhunderts.

Ein Gegengewicht zum Dollar-Imperium

Das erklärte Ziel der BRICS ist nicht weniger als die Neugestaltung der globalen Finanzarchitektur. Die schrittweise Verringerung der Abhängigkeit vom US-Dollar steht ganz oben auf der Agenda. Mit Initiativen wie BRICS Pay arbeitet das Bündnis an alternativen Zahlungssystemen, die den westlichen Finanzinstitutionen wie IWF und Weltbank Konkurrenz machen sollen.

Ein möglicher Beitritt Madagaskars würde die Präsenz der BRICS in Afrika weiter stärken und dem Bündnis zusätzliches geopolitisches Gewicht verleihen. Die strategische Lage der Insel im Indischen Ozean macht sie zu einem wertvollen Partner für Handelsrouten und maritime Interessen.

Die Botschaft ist unmissverständlich: Der Globale Süden emanzipiert sich von der westlichen Vormundschaft – und der Westen schaut hilflos zu.

Für Deutschland und Europa sollte diese Entwicklung ein Weckruf sein. Statt sich in ideologischen Grabenkämpfen zu verlieren und andere Länder mit Moralpredigten zu überziehen, wäre eine pragmatischere Außenpolitik dringend geboten. Doch solange in Berlin und Brüssel die Realitätsverweigerung regiert, wird der Einfluss des Westens weiter schwinden – und Bündnisse wie die BRICS werden davon profitieren.

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