
Milliarden für die Welt, Ebbe im eigenen Land: Adenauer-Stiftung mahnt mehr Geld für „Globale Gesundheit“ an

Es ist ein bemerkenswertes Schauspiel: Während in Deutschland Krankenhäuser schließen, Hausarztpraxen auf dem Land verwaisen und die Beitragssätze der gesetzlichen Krankenkassen munter nach oben klettern, meldet sich die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) mit einer dringenden Warnung zu Wort – allerdings nicht wegen der Zustände im eigenen Land, sondern wegen sinkender deutscher Zahlungen für die sogenannte Globale Gesundheit.
Was in der Studie steht
Unter dem Titel „Der Wert der Globalen Gesundheit“ hat die Stiftung eine Untersuchung vorgelegt, die von Autoren des Charité Center for Global Health stammt und über die zunächst der „Tagesspiegel“ berichtete. Im Vorwort schreiben die KAS-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und ihr Stellvertreter Hermann Gröhe, Multilateralismus, verlässliche Partnerschaften und starke internationale Institutionen seien für Deutschland kein Selbstzweck, sondern lägen im ureigenen Interesse der Bundesrepublik.
Die nackten Zahlen sind durchaus interessant. 2021 flossen im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit rund 4,5 Milliarden Euro in die Gesundheitsförderung im Ausland. 2024 seien es laut Studie nur noch geschätzt 2,5 Milliarden Euro gewesen – ein Rückgang von über vierzig Prozent. Und der Rotstift, so heißt es, sei seither weiter angesetzt worden. International kommt hinzu, dass die Vereinigten Staaten unter Präsident Trump die Entwicklungsbehörde USAID zerschlagen und sich aus der Weltgesundheitsorganisation zurückgezogen haben.
Vier Argumente – und viele offene Fragen
Die Studienautoren führen vier vermeintliche Vorzüge deutschen Engagements ins Feld: Es rette Leben, stärke Gesundheitssysteme in Partnerländern, schütze Deutschland vor grenzüberschreitenden Gesundheitsrisiken und eröffne der deutschen Wirtschaft neue Märkte. Zudem blieben deutsche Institute international besser vernetzt und die Beziehungen zum globalen Süden verbesserten sich.
Gesundheitliche Krisen, die Folgen schlecht aufgestellter Gesundheitssysteme und wachsende Ungleichheiten kennten keine Grenzen, warnen Kramp-Karrenbauer und Gröhe. Wer glaube, sich ihnen entziehen zu können, verkenne die Realität einer eng verflochtenen Welt.
Das klingt staatsmännisch. Nur: Wer bezahlt die Rechnung? Es ist stets derselbe deutsche Steuerzahler, der ohnehin zu den am höchsten belasteten Bürgern der westlichen Welt gehört. Und es ist derselbe Bürger, dem man erklärt, für eine funktionierende Bahn, eine sanierte Schule oder eine wohnortnahe Geburtsstation sei leider kein Geld da.
Wenn Milliarden versickern
Die entscheidende Frage stellt die Studie nicht: Wie viel von jedem überwiesenen Euro kommt tatsächlich bei einem kranken Menschen an – und wie viel bleibt in den Verwaltungsapparaten internationaler Organisationen, in Beraterhonoraren, Konferenzreisen und Hochglanzbroschüren hängen? Der Bundesrechnungshof hat über Jahre hinweg immer wieder mangelhafte Wirkungskontrollen in der Entwicklungszusammenarbeit gerügt. Wer Kürzungen kritisiert, ohne zuvor die Effizienz jedes einzelnen Programms auf den Prüfstand zu stellen, verwechselt Ausgabenhöhe mit Erfolg.
Bemerkenswert ist auch das Argument, das Engagement erschließe „neue Märkte“. Übersetzt heißt das: Der Steuerzahler finanziert die Anbahnung von Geschäften, deren Erträge anderswo landen. Ob das der ehrlichste Weg der Wirtschaftsförderung ist, darf man bezweifeln.
Prioritäten, die niemand mehr versteht
Deutschland hat sich unter der schwarz-roten Koalition ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro genehmigt und die Klimaneutralität bis 2045 ins Grundgesetz geschrieben. Ein Kanzler, der im Wahlkampf keine neuen Schulden versprochen hatte, verwaltet nun einen der größten Schuldenberge der Nachkriegsgeschichte. In dieser Lage nach zusätzlichen Milliarden für globale Programme zu rufen, während im Inland an allen Ecken gespart wird, dürfte bei vielen Bürgern auf wenig Verständnis stoßen.
Solidarität ist ein hoher Wert – aber sie beginnt nicht in Genf, sondern bei den eigenen Beitragszahlern. Ein Staat, der seine Kernaufgaben vernachlässigt, verliert das Vertrauen seiner Bürger. Und dieses Vertrauen lässt sich mit keiner noch so wohlklingenden Studie zurückkaufen.
Was das für Sparer bedeutet
Jede zusätzliche Ausgabenverpflichtung, die nicht durch Einnahmen gedeckt ist, wird am Ende über Schulden oder über die Notenpresse finanziert – und damit über schleichende Geldentwertung. Genau deshalb gewinnt die Frage nach werthaltigem Eigentum an Bedeutung. Physisches Gold und Silber unterliegen keiner politischen Umverteilungslogik und keinem Haushaltsbeschluss; sie haben über Jahrhunderte hinweg als Bewahrer von Kaufkraft gedient und können in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle Ergänzung darstellen.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion wieder und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Jeder Leser ist gehalten, eigene Recherchen anzustellen und Entscheidungen über die Verwendung seines Vermögens eigenverantwortlich zu treffen. Eine Haftung für Vermögensdispositionen, die auf Grundlage dieses Textes getroffen werden, ist ausgeschlossen.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











