
Neue Front gegen das Mullah-Regime: Kurdische Kämpfer rüsten zum Einmarsch in den Iran
Während der Iran-Krieg bislang vornehmlich aus der Luft und zur See geführt wird, zeichnet sich im Nordwesten der Islamischen Republik eine dramatische Eskalation ab. Kurdische Dissidentengruppen im Nordirak verlegen offenbar Truppen an die iranische Grenze – und die Frage, ob Washington dabei seine Finger im Spiel hat, sorgt für diplomatische Verwerfungen.
Kampferprobte Kurden in Lauerstellung
Nach übereinstimmenden Berichten mehrerer internationaler Medien bereiten sich kurdisch-iranische Oppositionsgruppen in der halbautonomen kurdischen Region des Nordirak auf einen möglichen Militäreinsatz gegen das Teheraner Regime vor. Die Rede sei von einer „Offensive auf breiter Front und einer unerwartet großen Streitmacht", wie Vertreter dieser Gruppen erklärten. Ein Sprecher der Partei für die Freiheit Kurdistans (PAK), Chalil Nadiri, bestätigte, dass Teile ihrer Truppen in Gebiete nahe der iranischen Grenze in der Provinz Suleimanija verlegt worden seien. Die Komala, eine weitere kurdisch-iranische Gruppierung, erklärte ihrerseits, ihre Kräfte seien bereit, innerhalb von einer Woche bis zehn Tagen die Grenze zu überschreiten – man warte lediglich auf die geeigneten Bedingungen.
Man muss sich die historische Dimension vor Augen führen: Kurdische Kämpfer blicken auf eine jahrzehntelange Geschichte des Widerstands zurück – zunächst gegen die Unterdrückung durch Schah Mohammad Reza Pahlavi, dann gegen die Mullahs der Islamischen Republik. Hinzu kommt ihre Kampferfahrung aus dem erbitterten Krieg gegen den sogenannten „Islamischen Staat". Es handelt sich also keineswegs um unorganisierte Milizen, sondern um hartgesottene, kriegserprobte Verbände.
Die heikle Rolle Washingtons
Besonders brisant sind die Berichte über eine mögliche Beteiligung der CIA. Die New York Times berichtet, der amerikanische Geheimdienst habe kurdische Gruppen noch vor Kriegsausbruch mit leichten Waffen beliefert. PAK-Vertreter Nadiri erklärte zudem, US-Vertreter hätten wegen eines möglichen Einsatzes Kontakt zu Anführern kurdischer Oppositionsgruppen aufgenommen – ohne jedoch Details zu nennen.
US-Kriegsminister Pete Hegseth dementierte prompt. „Keines unserer Ziele basiert auf der Unterstützung oder Bewaffnung irgendeiner bestimmten Gruppierung", sagte er am Mittwoch. Wer die Geschichte amerikanischer Geheimdienstoperationen im Nahen Osten kennt – von der Unterstützung der Mudschaheddin in Afghanistan bis hin zu den syrischen Rebellen –, der weiß freilich, dass offizielle Dementis in Washington bisweilen weniger wert sind als das Papier, auf dem sie gedruckt werden.
Trump telefonierte mit Kurden-Führern
Dass US-Präsident Donald Trump in dieser Woche persönlich mit den beiden mächtigsten irakisch-kurdischen Politikern telefonierte – Massoud Barzani von der Demokratischen Partei Kurdistans und Bafel Talabani von der Patriotischen Union Kurdistans –, spricht Bände. Trump soll sie gebeten haben, einen Einmarsch kurdisch-iranischer Kämpfer aus dem Irak in den Iran zu unterstützen. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, versuchte die Brisanz herunterzuspielen: Trump habe lediglich „mit kurdischen Führern über unsere Basis im Nordirak gesprochen". Einem konkreten Plan habe er nicht zugestimmt.
Der Irak droht in den Strudel gezogen zu werden
Die größte Sorge gilt derzeit dem Irak selbst. Sollte eine Bodenoffensive tatsächlich vom irakischen Territorium aus gestartet werden, würde das Land unweigerlich in den Konflikt hineingezogen. Die irakisch-kurdische Führung gibt sich denn auch betont zurückhaltend. Der stellvertretende Ministerpräsident des irakischen Kurdistans, Qubad Talabani, betonte in einer Sicherheitssitzung, die Region sei „kein Teil des regionalen Konflikts" und nehme eine neutrale Haltung ein.
Noch deutlicher wurde Aziz Ahmad, stellvertretender Stabschef von Premier Masrour Barzani, der auf der Plattform X schrieb: „Kein einziger irakischer Kurde hat die Grenze überschritten. Das ist offenkundig falsch." Die Nervosität ist verständlich – irakisch-kurdische Beamte fürchten eine harte Vergeltung Teherans. Und diese Furcht ist keineswegs unbegründet: In den vergangenen Tagen hagelte es bereits Drohnen- und Raketenangriffe des Iran und verbündeter irakischer Milizen auf US-Militärstützpunkte, das US-Konsulat in Erbil sowie auf Stützpunkte kurdischer Gruppen. Auch in der Nacht zum Donnerstag feuerten iranische Streitkräfte erneut drei Raketen auf das Hauptquartier oppositioneller Verbände ab.
Ein Pulverfass, das jederzeit explodieren kann
Die Lage im Nahen Osten spitzt sich damit weiter dramatisch zu. Für das Mullah-Regime in Teheran würde eine kurdische Bodenoffensive eine zusätzliche Front bedeuten – eine Front, die das ohnehin unter massivem Druck stehende Regime empfindlich treffen könnte. Gleichzeitig birgt eine solche Eskalation unkalkulierbare Risiken für die gesamte Region. Die Türkei unter Erdogan beobachtet die Entwicklungen mit Argwohn, der Irak steht vor der Zerreißprobe zwischen iranischem Einfluss und amerikanischen Interessen.
Für Europa und insbesondere für Deutschland bedeutet diese Eskalation vor allem eines: weitere Unsicherheit. Steigende Energiepreise, neue Flüchtlingsströme und eine noch instabilere Weltlage sind die absehbaren Konsequenzen. Umso wichtiger wäre es, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz endlich eine eigenständige und realistische Außenpolitik formuliert, statt sich – wie unter der Ampel-Koalition zur Gewohnheit geworden – hinter wohlfeilen Sonntagsreden zu verstecken. In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, dass physische Werte wie Gold und Silber als Krisenwährung unverzichtbar sind. Wer sein Vermögen in unsicheren Zeiten schützen will, kommt an Edelmetallen als stabilem Anker im Portfolio kaum vorbei.
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