
Öl-Krieg am Golf: Saudis bomben Sanaa, Huthis drohen Aramco!

Die Spirale der Vergeltung dreht sich immer schneller. Die saudisch geführte Militärkoalition hat am Dienstag Treibstoff- und Raketenanlagen in und um die jemenitische Hauptstadt Sanaa ins Visier genommen. Die Huthi-Miliz kontert mit einer offenen Drohung gegen das Herz der saudischen Ölindustrie, und der Flughafen Riad bleibt geschlossen.
Evakuierungsbefehle auf beiden Seiten
Zuerst kam die Warnung. Die Koalition, die sich selbst „Koalition zur Wiederherstellung der Legitimität im Jemen“ nennt, forderte Zivilisten auf, das Umfeld der zentralen Tankstation Al-Sabaha der staatlichen Yemen Petroleum Company zu räumen. Eine Lagekarte lieferte sie gleich mit. Kurz darauf häuften sich Berichte über Bombardements in dem Gebiet.
Die Antwort aus Sanaa kam prompt. Die Huthi-Bewegung Ansar Allah rief saudische Bürger auf, die Umgebung der Aramco-Zentrale in Dammam, des King-Khalid-Flughafens und der Aramco-Raffinerie in Riad zu verlassen. Diese Ziele werde man angreifen, falls der „saudische Feind“ seine angekündigten Schläge auf Sanaa ausführe, hieß es sinngemäß in der Erklärung.
13 Tote – und ein Königreich ohne Flugverkehr
Ausgelöst wurde die jüngste Eskalation durch die Angriffe auf den Flughafen Riad am Wochenende. Dabei starben nach offiziellen Angaben mindestens 13 Menschen, mehr als 300 wurden verletzt. Einer aktuellen Mitteilung für die Luftfahrt (NOTAM) zufolge soll der Airport mindestens bis Samstag geschlossen bleiben. Berichten zufolge sind inzwischen sogar acht saudische Flughäfen gesperrt.
Die Ironie ist bitter. Seit 2015 hält die Koalition eine Flugverbotszone über dem Jemen aufrecht, jetzt ist der eigene Himmel zur Gefahrenzone geworden. Auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) saß Medienberichten zufolge zu Wochenbeginn wegen der Sperrung in Riad fest.
Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman machte auf dem WPC-Energiekongress in Riad deutlich, wie entschlossen sein Land ist. Der Kongress findet trotz der Raketengefahr statt.
„Die Ereignisse der vergangenen Wochen sind ernst. Unsere Antwort muss ebenso ernst sein.“
„Kein Zurück“: Offensive Richtung Sanaa
Seit dem 4. Oktober läuft die Offensive „Dawn of Yemen“. Von Riad unterstützte Regierungstruppen sollen zunächst die Küste am Roten Meer im Westen des Landes zurückerobern. Am Ende soll auch Sanaa fallen, das die Huthis seit 2014 halten. Rashad al-Alimi, Vorsitzender des jemenitischen Präsidialrats, erklärte, es gebe „kein Zurück, egal welche Opfer“.
Die Huthis wollen dagegen die „brutale saudische Aggression“ weiter bekämpfen. Schon seit dem 20. Juli verhängen sie eine Seeblockade gegen das Königreich. Und Washington? Die USA halten sich bisher zurück und liefern der Koalition demnach vor allem Geheimdienstinformationen. Präsident Trump sagte zuletzt auf die Frage nach einem Eingreifen: „Das werden wir sehen.“
Die rote Linie für den Ölpreis
Der Ölmarkt reagierte bisher erstaunlich gelassen. Brent kostete am Montag 103,90 Dollar je Barrel, 0,8 Prozent weniger als am Ende der Vorwoche. Analysten der ING erklärten das damit, dass bislang keine Energieinfrastruktur getroffen worden sei. Genau diese Schwelle steht jetzt auf beiden Seiten zur Disposition.
Wie verwundbar Saudi-Arabien ist, zeigte 2019 der Angriff auf Abqaiq und Khurais, der zeitweise rund die Hälfte der saudischen Förderung lahmlegte. Für Deutschland mit seinen ohnehin hohen Energiepreisen wäre ein neuer Ölschock Gift. Berlin setzt derweil auf Symptombekämpfung: Der zweite Tankrabatt des Jahres kostet Berichten zufolge rund 2,78 Milliarden Euro in drei Monaten, bezahlt vom Steuerzahler.
Fazit: Sachwerte statt Hoffnung
Ein Flächenbrand am Golf könnte Inflation und Zinsen erneut anheizen und Papiervermögen unter Druck setzen. Physisches Gold und Silber haben sich in Krisen über Jahrhunderte als Wertspeicher bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie zur Vermögenssicherung sinnvoll sein.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten oder Edelmetallen. Bitte informieren Sie sich selbst gründlich. Für Ihre Anlageentscheidungen sind Sie selbst verantwortlich.
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