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15.10.2026
12:52 Uhr
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Rakete trifft Aramco-Zentrale: Huthis drehen an der Ölpreis-Schraube!

Rakete trifft Aramco-Zentrale: Huthis drehen an der Ölpreis-Schraube!
Symbolbild: KI-generiert

Treffer im Herz der saudischen Ölmacht: Am Dienstagabend Ortszeit hat eine ballistische Rakete der jemenitischen Huthi-Miliz ein Verwaltungsgebäude von Saudi Aramco in Dhahran getroffen. Die Huthis vergelten damit nach eigener Darstellung Luftangriffe auf den Jemen. Am Ölmarkt zogen die Preise prompt an, Brent kostet wieder mehr als 106 Dollar je Barrel.

Feuer im Hauptquartier des Ölgiganten

Das Energieministerium in Riad spricht von einem „begrenzten“ Brand. Tote oder Verletzte habe es in Dhahran nicht gegeben. Ganz so harmlos dürfte der Einschlag allerdings nicht gewesen sein. Reuters beruft sich auf eine Quelle im Konzern, nach der die drei obersten Stockwerke eines Büroturms schwer beschädigt worden seien.

Der Ort ist kein Zufall. Von Dhahran in der Ostprovinz aus steuert Aramco sein Imperium aus Förderfeldern, Pipelines, Raffinerien und Exportterminals. Wer hier zuschlägt, zielt auf die Schaltzentrale des weltgrößten Rohölförderers.

Auch die Hauptstadt blieb nicht verschont. In Riad stürzten nach Angaben des Zivilschutzes Trümmer zweier abgefangener Marschflugkörper auf Wohngebiete. Vier Menschen wurden verletzt, 15 Häuser beschädigt. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition gibt an, eine weitere ballistische Rakete über der Ostprovinz und Drohnen nördlich von Riad abgefangen zu haben.

Schlag und Gegenschlag: Die Spirale dreht sich

Vorausgegangen waren Luftschläge der Koalition, die am Dienstag eine Ölanlage der Yemen Petroleum Company am Stadtrand von Sanaa sowie Ziele in den Provinzen Saada und Dhamar trafen. Die Zivilbevölkerung sei vorher gewarnt worden, so das Militär. Huthi-Sprecher Jahja Saree drohte daraufhin mit einer „harten und schmerzhaften“ Antwort. Als mögliche Ziele nannte er den Flughafen von Riad, eine Aramco-Raffinerie und eben den Konzernsitz.

Die Drohung wurde Wirklichkeit, und die Miliz will Berichten zufolge weitermachen. Wie blutig dieser Konflikt inzwischen ist, zeigt der Raketenangriff auf den internationalen Flughafen von Riad am vergangenen Samstag: mehr als 300 Verletzte, 13 Tote.

Ein Krieg, der nie wirklich vorbei war

Seit der Waffenruhe von 2022 schwiegen im Jemen weitgehend die Waffen. Mit dem Krieg zwischen dem Iran und den USA flammte der Konflikt in diesem Jahr jedoch wieder auf. Die Huthis zählen zur „Achse des Widerstands“, die Teheran unterstützt. Im Juli verhängten sie eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien und nahmen danach saudisches Territorium und Schiffe ins Visier.

Ein Déjà-vu gibt es obendrein. Bereits im September 2019 legten Angriffe auf die Anlagen in Abkaik und Churais zeitweise rund die Hälfte der saudischen Förderung lahm. Damals fühlte sich die Welt sicher, dass es ein einmaliger Schock bleiben würde. Heute ist der Ausnahmezustand am Golf zur Gewohnheit geworden.

Angstprämie an den Ölmärkten

Laut Reuters stieg Brent am Mittwochmorgen um 0,8 Prozent auf 106,58 Dollar, WTI legte um 0,9 Prozent auf 94,94 Dollar zu. Die US-Sorte erreichte im Tagesverlauf ihr höchstes Niveau seit drei Wochen. Zusätzlich drücken Angriffe auf Schiffe in der Straße von Hormus auf die Stimmung. Ein Analyst sprach von einem regelrechten „fear trade“, also einem Handel aus Angst.

Aramco steht wie kaum ein anderer Konzern für die Verwundbarkeit der Energieversorgung. Das Unternehmen ist seit 2019 börsennotiert, wird aber weiterhin vom Staat kontrolliert. Ende 2025 hielt die Regierung in Riad direkt 81,48 Prozent der Aktien. Wer auf diesen Riesen setzt, setzt also immer auch auf die Sicherheitslage am Golf.

Was das für deutsche Verbraucher bedeutet

Für Deutschland kommt diese Eskalation zur Unzeit. Teures Öl verteuert Sprit, Heizöl und Transporte und schiebt die Inflation an. Die Bürger zahlen ohnehin schon für hohe Energiekosten und eine stetig steigende CO₂-Bepreisung. Eine schlüssige Strategie für mehr Versorgungssicherheit hat die Bundesregierung bislang nicht vorgelegt.

Gold und Silber hängen dagegen an keiner Pipeline und lassen sich mit keiner Rakete treffen. In Zeiten geopolitischer Brandherde halten viele Anleger deshalb physische Edelmetalle als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio für einen sinnvollen Baustein der Vermögenssicherung.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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