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17.10.2026
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Schulden-Beben in Paris: Muss Frankreich bald beim IWF anklopfen?

Schulden-Beben in Paris: Muss Frankreich bald beim IWF anklopfen?
Symbolbild: KI-generiert

Frankreich, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone, rutscht immer tiefer in die Schuldenfalle. Der Risikoanalyst Mujtaba Rahman von der Beratungsfirma Eurasia Group warnt in einem Gastbeitrag für die „New York Times“: Scheitere das Budget der Regierung, könnte Paris im Extremfall beim Internationalen Währungsfonds um Hilfe bitten müssen. Die Entscheidung naht – am kommenden Dienstag.

3,6 Billionen Euro – und kein Ende in Sicht

Die amtlichen Zahlen lesen sich wie ein Krankenbericht. Ende Juni lag Frankreichs Staatsverschuldung bei 3.595,5 Milliarden Euro. Das sind 119 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Allein im zweiten Quartal kamen 59,6 Milliarden Euro hinzu.

Hausgemacht ist das Desaster allemal. Wie berichtet wird, hat Frankreich seit 52 Jahren keinen ausgeglichenen Haushalt mehr vorgelegt. In der Corona-Krise schoss das Defizit 2020 auf 9,2 Prozent der Wirtschaftsleistung, nach Russlands Überfall auf die Ukraine folgten milliardenschwere Energiehilfen. Gut gemeint, teuer bezahlt.

Teurer als Italien und Griechenland

Was das bedeutet, zeigt der Anleihemarkt gnadenlos. Zehnjährige französische Staatsanleihen rentieren inzwischen höher als jene Italiens und Griechenlands. Investoren verlangen von Paris also mehr Zinsen als von zwei Ländern, die in der Euro-Krise noch als Sorgenkinder galten. Eine bittere Pointe für die selbstbewusste „Grande Nation“.

Der Mechanismus ist tückisch: Jede neue Anleihe und jede Umschuldung wird teurer. Das Geld fehlt dann für Schulen, Polizei, Infrastruktur. Eine klassische Abwärtsspirale, die Rahman zufolge durch politische Blockade und gesellschaftliche Wut zusätzlich befeuert werde.

Marode Schulen, explodierende Pensionslasten

Seit Wochen gehen Schüler und linke Aktivisten auf die Straße. Sie protestieren gegen Unterrichtsausfall, überfüllte Klassen und bröckelnde Gebäude. Doch eine neue Budgetauswertung zeigt, wohin das Geld tatsächlich fließt.

  • Bildungsministerium: Von 89,1 Milliarden Euro sollen 2027 rund 28,5 Milliarden als Beiträge ans Pensionskonto gehen – 32 Prozent des Etats.
  • Innenministerium: Hier liegt der Anteil bei 30 Prozent.

Dahinter steckt ein demografisches Problem. Im staatlichen Beamtensystem stehen inzwischen weniger aktive Beitragszahler als Pensionäre. Ein Staat, der seine Vergangenheit finanziert, statt in seine Zukunft zu investieren – das kommt auch deutschen Beobachtern bekannt vor.

Showdown im Parlament – ausgerechnet Le Pen als Retterin?

Premierminister Sébastien Lecornu will das Defizit mit seinem Budget für 2027 auf fünf Prozent der Wirtschaftsleistung drücken. Selbst das wäre weit entfernt von der europäischen Drei-Prozent-Grenze. Am Dienstag, dem 20. Oktober, soll über den Einnahmenteil abgestimmt werden, die Schlussabstimmung ist für den 17. November angesetzt.

Rahman sieht die Verantwortung bei Präsident Emmanuel Macron ebenso wie bei dessen Gegnern. Er fürchtet, das zersplitterte Parlament finde keine tragfähige Mehrheit. Die Ironie: Ausgerechnet Marine Le Pens Rassemblement National könnte sich nach seiner Prognose enthalten und das Budget so passieren lassen.

Und wer zahlt am Ende die Zeche?

Das IWF-Szenario bleibt ein Krisenszenario, kein Automatismus. Doch Rahman nennt neben dem Währungsfonds auch die Europäische Zentralbank als möglichen Rettungsanker. Für deutsche Sparer ist das keine beruhigende Vorstellung. Springt die EZB ein, haften über den Euro-Verbund am Ende auch deutsche Steuerzahler und Sparer mit – durch Risiken in der Notenbankbilanz und eine mögliche Schwächung der Gemeinschaftswährung.

Und Berlin? Die Regierung Merz türmt mit ihrem 500-Milliarden-Sondervermögen selbst neue Schulden auf. Frankreich zeigt, wohin der Weg führt, wenn Politik Jahrzehnte über ihre Verhältnisse lebt. Wer sein Erspartes gegen solche Verwerfungen absichern will, setzt nicht allein auf Papierversprechen. Physisches Gold und Silber, die keinem Staat als Schuldner vertrauen müssen, können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen einen soliden Anker bilden.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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