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16.10.2026
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Selenskyjs Schreckensszenario: 20 Millionen Flüchtlinge für Europa?

Selenskyjs Schreckensszenario: 20 Millionen Flüchtlinge für Europa?
Symbolbild: KI-generiert

In Brüssel schlug eine Zahl ein wie ein Donnerschlag. Am Freitag warnte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Rande des EU-Gipfels: Sollte Russland den Krieg gewinnen, könnten bis zu 20 Millionen Menschen nach Europa fliehen. Im selben Atemzug fordert Kiew von der EU für das kommende Jahr mindestens 70 Milliarden Euro zusätzlich.

Eine Frage als Drohkulisse

Wie das Nachrichtenportal Politico berichtet, kleidete Selenskyj seine Warnung in eine rhetorische Frage. Russland töte Ukrainer und vertreibe sie aus ihrer Heimat, sagte er demnach.

„Und wenn er [Putin] gewinnt, wie viele Ukrainer werden nach Europa kommen? 20 Millionen?“

Bemerkenswert ist: Eine Berechnung oder eine belastbare Prognose zu dieser Zahl legte Selenskyj in den dokumentierten Äußerungen nicht vor. Es ist ein Szenario und kein Gutachten. Wirken soll es trotzdem. Solange die Ukraine standhalte, begrenze sie auch das Risiko einer Eskalation mit Russland, so der Präsident. Breche sein Land zusammen, drohten Europa weit größere Gefahren als einzelne Drohnen im Luftraum.

Deutschland trägt schon jetzt die Hauptlast

Wie ernst man die Zahl nimmt, ist das eine. Die heutige Lage ist das andere. Nach Angaben von Eurostat standen Ende August 4,43 Millionen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine unter vorübergehendem Schutz in der EU. Mit diesem Status dürfen sie sich ohne reguläres Asylverfahren in der EU aufhalten und arbeiten. Er gilt derzeit bis zum 4. März 2027.

Den größten Teil davon trägt Deutschland: Hierzulande leben rund 1,29 Millionen Schutzsuchende aus der Ukraine, das sind gut 29 Prozent aller Fälle in der EU. Danach kommen Polen mit etwa 939.000 und Tschechien mit knapp 400.000 Menschen. Allein im August stieg die Zahl in Deutschland laut Statistik um mehr als 4.300, während sie in Polen sank. Was ein Vielfaches davon für Kommunen, Schulen, den Wohnungsmarkt und die Sozialkassen bedeuten würde, kann sich jeder selbst ausrechnen.

Die nächste Milliarden-Rechnung

Die Warnung kam nicht zufällig zusammen mit einer Forderung. Die mindestens 70 Milliarden Euro seien für Verteidigung, Waffen und die Widerstandskraft des Landes bestimmt, hieß es. Dabei hatte die EU erst im Dezember einen Kredit über 90 Milliarden Euro für 2026 und 2027 beschlossen.

Estlands Regierungschef Kristen Michal sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die EU werde wahrscheinlich einen weiteren Kredit bereitstellen müssen. Entschieden sei aber noch nichts. Wer für solche Gemeinschaftslasten am stärksten geradesteht, ist bekannt: Deutschland ist der größte Nettozahler der Union. Die Bundesregierung von Friedrich Merz, die im Inland bereits ein schuldenfinanziertes Sondervermögen von 500 Milliarden Euro stemmt, dürfte also wieder zahlen müssen.

Wie groß die Finanzierungslücke wirklich ist, bleibt offen. Der Internationale Währungsfonds verwies Anfang Oktober auf laufende Gespräche über den Bedarf nach 2026.

Eiszeit mit Washington

Hinzu kommt der offene Streit mit den USA. Berichten zufolge nannte US-Präsident Donald Trump die Wiederaufnahme ukrainischer Angriffe auf russische Raffinerien eine „Schande“ und forderte einen Machtwechsel in Kiew. Außerdem lockerte er Sanktionen gegen Moskau, um russischen Diesel kaufen zu können. Selenskyj begründete das Ende der Angriffspause damit, dass Russland weiter ukrainische Energieanlagen angreife. Der fünfte Kriegswinter steht bevor.

Brüssel hält dagegen. An Selenskyjs Seite erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die EU werde keine Sanktionen aufheben, solange Russland den Krieg nicht beende. Beobachter sehen Europa damit zunehmend allein in der Verantwortung, auch finanziell.

Was bleibt für die Bürger?

Vor allem Unsicherheit: ein Krieg ohne absehbares Ende, Risse im Verhältnis zu den USA und neue Schulden in Brüssel und Berlin. In solchen Zeiten suchen viele Sparer nach Werten, die nicht von politischen Zusagen abhängen. Physisches Gold und Silber gelten seit Jahrhunderten als Schutz in Krisen und können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sinnvoll sein.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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