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09.01.2026
17:26 Uhr

Taiwan im Visier: Chinas Militär noch weit von einem Blitzangriff entfernt

Taiwan im Visier: Chinas Militär noch weit von einem Blitzangriff entfernt

Die jüngste spektakuläre Extraktion des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Spezialeinheiten hat in China eine bemerkenswerte Debatte ausgelöst. Auf chinesischen Social-Media-Plattformen fordern einige Nutzer nun einen ähnlichen "Blitzschlag" gegen Taiwan – die Festnahme der taiwanesischen Führung als Auftakt zur Übernahme der Insel. Doch Militärexperten und Sicherheitsbeamte dämpfen diese Fantasien mit einer ernüchternden Realitätsanalyse.

Die Grenzen der chinesischen Militärmacht

Trotz jahrelanger massiver Aufrüstung und der Anschaffung modernster Waffensysteme klafft bei der Volksbefreiungsarmee eine erhebliche Lücke zwischen Theorie und Praxis. "Die PLA hat noch deutliche Defizite bei echten gemeinsamen Operationserfahrungen, elektromagnetischen und elektronischen Kriegsführungsfähigkeiten sowie der tatsächlichen Kampfvalidierung von Hochrisikomissionen", erklärt Chen Kuan-ting, Abgeordneter der regierenden Demokratischen Volkspartei Taiwans.

Der Singapurer Sicherheitsexperte Collin Koh vom S. Rajaratnam School of International Studies bringt es auf den Punkt: Während die PLA in jüngster Zeit versuche, bei der Streitkräfteintegration aufzuholen, seien dies noch "Babyschritte" im Vergleich zu dem, was die Amerikaner über Jahrzehnte aufgebaut hätten. Die USA demonstrierten bei der Venezuela-Operation eindrucksvoll ihre kampferprobte Luftüberlegenheit – mit Tarnkappenjägern, elektronischen Störflugzeugen und verdeckten Aufklärungsdrohnen, die Kommandeure in Echtzeit mit Informationen versorgten.

Taiwans mehrschichtige Verteidigung

Was die chinesischen Online-Träumer übersehen: Taiwan hat sich jahrelang auf genau solche "Enthauptungsoperationen" vorbereitet. Die Insel verfügt über ein ausgeklügeltes Luftverteidigungssystem und Radarkapazitäten, die jeden Angriff über die Taiwanstraße frühzeitig erkennen würden. Im Oktober enthüllte Präsident Lai Ching-te das mehrschichtige Luftverteidigungssystem "T-Dome" – konzipiert nach dem Vorbild des israelischen "Iron Dome", jedoch mit einem effizienteren "Sensor-to-Shooter"-Mechanismus für eine höhere Abschussrate.

Das System integriert taiwanesische Sky-Bow-Raketen mit US-amerikanischen HIMARS-Raketensystemen zu einem formidablen Schutzschild. Hinzu kommt die wahrscheinliche Unterstützung durch die Vereinigten Staaten und deren Verbündete im Ernstfall.

Die Achillesferse der Volksbefreiungsarmee

Ein weiteres strukturelles Problem der PLA liegt in ihrer Kommandostruktur. Die Kommunistische Partei spielt nach wie vor eine zentrale Rolle in der militärischen Befehlskette – was Zweifel an der operativen Effektivität aufwirft. "Eine dezentralisierte Kommando- und Kontrollhierarchie ist unerlässlich; sie ermöglicht Feldkommandanten, die notwendige Initiative zu ergreifen, um mit der fließenden, sich entwickelnden und unsicheren Natur militärischer Operationen umzugehen", betont Koh.

"Sobald eine solche Operation in Schwierigkeiten gerät, würde sie schnell zu einem umfassenden Konflikt eskalieren, mit extrem hohem politischem und militärischem Risiko."

Peking hält alle Optionen offen

China, das Taiwan als eigenes Territorium beansprucht, hat die Anwendung von Gewalt zur Eingliederung der Insel nie ausgeschlossen. Die jüngsten Militärübungen rund um Taiwan – die bisher umfangreichsten – wurden von scharfer Rhetorik begleitet. Das Büro für Taiwan-Angelegenheiten warnte unmissverständlich: "Alle externen Kräfte, die versuchen, in die Taiwan-Frage einzugreifen oder sich in Chinas innere Angelegenheiten einzumischen, werden sich sicherlich blutige Köpfe an den eisernen Mauern der Volksbefreiungsarmee holen."

Taiwans Führung nimmt diese Drohungen ernst. "Wir haben kein Kapital, sie auf die leichte Schulter zu nehmen", räumt ein hochrangiger taiwanesischer Sicherheitsbeamter ein. "Schließlich wird China nach dieser schmerzhaften und schockierenden Erfahrung auch nach allen möglichen Wegen suchen, diese Probleme zu überwinden."

Geopolitische Realitäten versus Online-Fantasien

Die Vorstellung, Taiwan könne wie Venezuela mit einem chirurgischen Schlag neutralisiert werden, entbehrt jeder militärischen Grundlage. Die geografischen, technologischen und politischen Rahmenbedingungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Venezuela isoliert und militärisch schwach dastand, ist Taiwan eine hochgerüstete Demokratie mit modernster Verteidigungstechnologie und mächtigen Verbündeten.

Die Situation im Pazifik bleibt dennoch angespannt. In einer Welt, in der geopolitische Spannungen zunehmen und traditionelle Sicherheitsarchitekturen bröckeln, gewinnt die Absicherung von Vermögenswerten an Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich historisch als krisenfeste Wertanlage bewährt – unabhängig davon, welche geopolitischen Stürme aufziehen mögen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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