
Trumps Ukraine-Deal: Donbass für Putin, Wiederaufbau für Blackrock?

Washington arbeitet Medienberichten zufolge an einem neuen Friedensplan für die Ukraine, der beiden Kriegsparteien handfeste Vorteile bieten soll. Russland würde dabei den besetzten Donbass behalten, den Wiederaufbau sollen die Weltbank und der US-Vermögensverwalter Blackrock organisieren. In Kiew reagiert man skeptisch und spricht von „PR“.
Sechs Stunden Golfclub statt Genfer Verhandlungssaal
Wie die Washington Post unter Berufung auf einen eingeweihten US-Beamten berichtet, geht der Entwurf auf ein sechsstündiges Treffen am vergangenen Freitag zurück. Gesprochen wurde demnach im Shell Bay Golf Club in Hallandale Beach in Florida. Die Anlage gehört dem US-Sondergesandten Steve Witkoff.
Mit am Tisch saßen laut dem Bericht neben Witkoff auch Jared Kushner, ukrainische Vertreter sowie Abgesandte aus Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Die Logik dahinter fasste der US-Beamte so zusammen:
„Wir müssen das Problem und die Lösung größer machen, um beiden Seiten zu zeigen, wie die Nachkriegssituation aussähe – und dann Zugeständnisse zu machen.“
Vier Säulen, ein Haken
Laut dem Bericht steht das Paket auf vier Säulen:
- Wiederaufbau: Weltbank und Blackrock sollen einen Rahmen schaffen. Kiew müsse genaue Kostenschätzungen vorlegen und zusichern, dass kein Geld bei Kriegsgewinnlern versickert.
- Sicherheitsgarantien: USA und Europäer sollen bei einem neuen russischen Angriff militärisch eingreifen. Das sei laut dem US-Beamten mit Artikel 5 des Nato-Vertrags vergleichbar. Auch Russland solle Vereinbarungen mit Europa erhalten, deren Inhalt aber offen sei.
- Energie: Denkbar sei eine Pipeline für russisches Öl und Gas nach Europa, deren Gewinne sich Moskau und Kiew teilen. Dazu ein Fahrplan zum Ende der Sanktionen.
- Waffenstillstand: Eingefroren würde entlang der heutigen Front. Russland behielte die besetzten Gebiete, darunter umkämpfte Teile des Donbass.
Gerade der letzte Punkt hat Sprengkraft. Wer sich erinnert: Schon das Budapester Memorandum von 1994 und die Minsker Abkommen von 2014 und 2015 versprachen der Ukraine Sicherheit. Gehalten hat davon wenig. Und warum sollte ausgerechnet die Garantie diesmal halten?
Pipeline-Romantik: Hat Europa nichts gelernt?
Für deutsche Leser dürfte die Energie-Säule besonders bitter schmecken. Jahrzehntelang setzte Berlin auf billiges russisches Gas, bis der Krieg 2022 diese Abhängigkeit schonungslos offenlegte. Bürger und Mittelstand zahlen seither mit hohen Energiepreisen. Ausgerechnet eine neue Pipeline soll jetzt Frieden stiften? Beobachter dürften darin eher ein Geschäftsmodell als eine Friedensarchitektur sehen.
Druck auf Kiew: Diesel-Deal und Geheimdienst-Drohung
Voraussetzung für die Initiative sei laut Bericht, dass beide Seiten ihre Angriffe auf Raffinerien einstellen. Witkoff und Kushner hätten Kiew in Florida erneut dazu gedrängt. „Wenn Selenskyj zustimmt, sind wir wieder dabei und fahren nach Moskau“, wird der US-Beamte zitiert.
Selenskyj lehnte ab. Daraufhin schloss Trump ein Diesel-Abkommen mit Moskau, das Selenskyj als „schwach“ kritisierte. Nun drohe Washington, der Ukraine Geheimdienstinformationen zu entziehen. Ein europäischer Diplomat räumte ein, diese Hilfe wäre „schwer zu ersetzen“. Europa wolle dennoch am Prozess festhalten. Zugleich zweifelte er an Moskaus Absichten: „Putin sieht nicht so aus, als meine er es ernst mit Frieden.“
Kiew widerspricht – und Berlin?
Das ukrainische Präsidentenbüro bestätigte zwar, dass ein solcher Entwurf existiere. Von einem gemeinsamen Vorschlag der USA und Europas will Präsidentenberater Dmytro Lytwyn aber nichts wissen. Es handle sich nur um die Sichtweise eines Teils der US-Delegation, sagte er, und sprach von „nicht schlechter PR seitens der USA“.
Und die Bundesregierung? Deutschland saß in Florida mit am Tisch, doch eine klare eigene Linie der Regierung Merz ist öffentlich kaum erkennbar. Nach mehr als viereinhalb Jahren Krieg verhandeln andere über Europas Sicherheit, Europas Energie und Europas Milliarden.
Fest steht: Die geopolitische Unsicherheit bleibt hoch. In solchen Zeiten setzen viele Sparer auf physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen, weil Edelmetalle von keinem Verhandlungstisch und keiner Regierung abhängen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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