
US-Fabrik-Offensive: Und Deutschland verliert Jobs im Monatstakt

Washington setzt auf Werkbank statt Wohlfühl-Rhetorik: Die Trump-Regierung startet an diesem Donnerstag die sogenannte Foundry School, ein nationales Ausbildungsprogramm für Ingenieure, Techniker, Gründer und Industriemanager. Vizepräsident J.D. Vance soll die Auftaktveranstaltung im Donald J. Trump Institute of Peace in Washington anführen, Beginn 8:20 Uhr Ortszeit.
Das Ziel klingt schlicht und ist doch strategisch: Die Milliarden, die durch Zölle und Reindustrialisierungspolitik ins Land gelockt wurden, sollen in echte Arbeitsplätze umgemünzt werden – mit amerikanischen Händen an amerikanischen Maschinen.
Acht Universitäten, 17 Sessions, ein Versprechen
Die Foundry School ist Teil von Pax Silica, der Initiative des US-Außenministeriums für verlässliche Lieferketten bei Schlüsseltechnologien. Angekündigt wurde das Projekt beim Pax-Silica-Gipfel am 25. Juni durch Staatssekretär Jacob Helberg. Herzstück ist eine Partnerschaft mit der Stanford University, die das Curriculum für fortgeschrittene Fertigung entwickelt hat.
Sieben weitere Hochschulen steuern Vorlesungen bei – darunter Georgia Tech, Ohio State, Penn State, Arizona State und Vanderbilt. Insgesamt 17 Sessions sind geplant. Unterrichtet wird nicht von Verwaltungsbeamten, sondern von Gründern und Vorstandschefs aus der Industrie, auch aus Partnerländern wie Südkorea, Japan, Taiwan und Indien.
Der Bedarf ist gewaltig. Laut der Mitteilung des Außenministeriums brauchen US-Hersteller bis 2033 rund 3,8 Millionen zusätzliche Fachkräfte – in der Halbleiterproduktion, der Rüstung, der Energiewirtschaft. Eine Deloitte-Studie aus dem Jahr 2024 kam auf dieselbe Zahl und warnte, ohne massive Qualifizierungsanstrengungen bliebe rund die Hälfte dieser Stellen unbesetzt.
Roboter, KI, 3D-Druck – und eine Generation ohne Werkzeug
Die Jobs der Zukunft heißen Robotik, künstliche Intelligenz, additive Fertigung. Fachleuten zufolge fehlen der jungen Generation dafür schlicht die praktischen Fähigkeiten. Trump selbst hatte im April 2025 den Kurs so beschrieben:
"Die gesamte Wirtschaftsagenda Trumps zielt darauf ab, das Geschäftemachen in Amerika zu erleichtern, Jobs in Amerika zu schaffen, amerikanische Arbeiter einzustellen und Fabriken hier zu bauen – nicht in China oder einem anderen Land."
Man mag den Ton für Getöse halten. Die Richtung aber ist unmissverständlich: Industriepolitik als nationale Sicherheitspolitik.
Und Berlin? Unterschrieben hat man ja
Bemerkenswert: Deutschland ist Medienberichten zufolge im Juni 2026 gemeinsam mit der EU und Griechenland der Pax-Silica-Erklärung beigetreten – als einer von inzwischen zwei Dutzend Partnern. Von einer vergleichbaren nationalen Ausbildungsoffensive für die industrielle Fertigung ist hierzulande allerdings wenig zu sehen.
Stattdessen liefert die deutsche Industrie Abbauzahlen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie beziffert die Verluste Berichten zufolge auf rund 15.000 Arbeitsplätze pro Monat. Für 2025 werden je nach Erhebung 120.000 bis über 124.000 gestrichene Industriejobs genannt. Beobachter sehen darin die Quittung für Energiepreise, Bürokratielast und eine Klimapolitik, die Produktionsstandorte verteuert.
Während Washington Fabriken zurückholt und Menschen dafür ausbildet, verhandelt Berlin über Sondervermögen und Verfassungsziele. Aus Sicht unserer Redaktion ist das kein Detail, sondern ein Standortwettlauf – und Deutschland läuft gerade rückwärts.
Was das für Vermögen bedeutet
Verliert eine Volkswirtschaft ihre industrielle Substanz, gerät langfristig auch die Kaufkraft ihrer Währung unter Druck. Wer sein Vermögen breit aufstellt, zieht deshalb häufig physische Edelmetalle als krisenerprobte Beimischung in Betracht – Gold und Silber kennen weder Standortdebatten noch Subventionsprogramme.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst gründlich informieren.
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