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Kettner Edelmetalle
17.07.2026
10:17 Uhr

Weihnachtsretter aus dem Ministerium: Wenn ein abgelehnter Antrag zur Staatsaffäre erklärt wird

Man stelle sich vor: Auf einem Landesparteitag stellt ein einzelnes Mitglied einen kuriosen Antrag – und dieser wird von der überwältigenden Mehrheit der Delegierten postwendend in die Tonne getreten. Ein Vorgang, wie er in jeder demokratischen Partei tausendfach vorkommt. Doch in der politischen Arena der Bundesrepublik reicht ein solch abgeschmetterter Vorstoß offenbar aus, um daraus eine kulturkämpferische Großoffensive zu inszenieren.

Der große Auftritt des selbsternannten Weihnachtsverteidigers

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat sich in einem Interview zur Speerspitze der Weihnachtsrettung erklärt. Der Anlass? Ein auf einem AfD-Parteitag in Sachsen-Anhalt eingebrachter und umgehend abgelehnter Antrag, der christliche Feiertage durch germanische Feste wie ein „Wintersonnenfest“ oder „Julfest“ ersetzen wollte. Weimer bekannte sich vollmundig zum „Team Weihnachten“ und warnte in düstersten Farben vor einer angeblich völkischen Kulturpolitik.

„Schafft Weihnachten ab, macht das Julfest – da weißt du, es geht um die fundamentale Frage unserer Gesellschaft“, so der Kulturstaatsminister.

Man muss sich diese Logik auf der Zunge zergehen lassen: Ein Antrag, der abgelehnt wurde, wird zum Beweis für eine geheime Agenda hochstilisiert. Nach dieser Methode ließe sich über jede Partei nahezu Beliebiges behaupten. Denn Anträge zu stellen und sie demokratisch zu verwerfen – genau das macht eine lebendige Diskussionskultur eigentlich aus.

Historische Verrenkungen und das „Treibholz aus dem 19. Jahrhundert“

Weimer holte weit aus und witterte hinter dem gescheiterten Antrag gleich den Versuch, „Deutschland völkisch neu zu definieren“. Er verstieg sich sogar zu Vergleichen mit den Nationalsozialisten. Ein Griff in die rhetorische Mottenkiste, der in Deutschland inzwischen so abgenutzt ist, dass er kaum noch Wirkung entfaltet. Wer politische Gegner reflexartig in braune Ecken stellt, offenbart vor allem eines: die Armut der eigenen Argumente.

Bemerkenswert ist die historische Ignoranz, mit der hier hantiert wird. Dass ein erheblicher Teil unserer christlichen Feste auf weit älterem, teils germanischem Brauchtum fußt, ist keine Verschwörungstheorie, sondern schlicht Religionsgeschichte. Die Wintersonnenwende feierten Menschen in diesen Breiten lange bevor das Christentum kam. Diese kulturellen Wurzeln zu benennen, macht niemanden zum Verfassungsfeind.

Ein durchschaubares Manöver

Der eigentliche Zweck der Aktion liegt auf der Hand. Weimers Fazit lautete unverblümt: Wer weiter „Team Weihnachten“ sei, solle die AfD nicht wählen. Aus einem Landesparteitag-Randthema wird also flugs ein Wahlkampfargument der Bundesregierung geschmiedet. Man fragt sich unweigerlich, ob ein Kulturstaatsminister, der vom Steuerzahler bezahlt wird, wirklich nichts Besseres zu tun hat.

Denn während man sich in Berlin über abgelehnte Anträge echauffiert, verschwinden christliche Symbole und Traditionen tatsächlich mancherorts aus dem öffentlichen Raum – nur eben nicht wegen germanischer Feste, sondern aus falsch verstandener Rücksichtnahme im Zeichen einer verfehlten Zuwanderungspolitik. Diese reale Verdrängung christlichen Brauchtums thematisiert der Weihnachtsverteidiger auffällig ungern. Ein Großteil der Bürger dürfte längst durchschaut haben, wo die eigentlichen Bedrohungen für unsere gewachsene Kultur liegen.

Wer traditionelle Werte, Familie und das christlich-abendländische Erbe wirklich schützen will, sollte weniger Pappkameraden bekämpfen und mehr die tatsächlichen kulturellen Erosionsprozesse in diesem Land ernst nehmen.

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