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21.10.2026
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Zinsfalle Bundeshaushalt: Deutschlands Schulden werden zum Milliardengrab

Zinsfalle Bundeshaushalt: Deutschlands Schulden werden zum Milliardengrab
Symbolbild: KI-generiert

Die Zeit der fast kostenlosen Schulden ist für Deutschland vorbei. Der Bund leiht sich so viel Geld wie nie zuvor, und das zu Zinsen, die so hoch sind wie seit Jahren nicht mehr. Allein für Zinsen will die Bundesregierung im Jahr 2027 knapp 42 Milliarden Euro ausgeben. Am Ende zahlt der Steuerzahler.

Die Zinsrechnung kommt mit Verspätung

Das Problem entsteht über Jahre. In der Nullzinsphase hat der Bund sehr günstig Anleihen ausgegeben. Viele davon laufen jetzt aus. Das Geld wird nicht zurückgezahlt, sondern mit neuen Anleihen ersetzt. Diese neuen Anleihen kosten aber deutlich mehr Zinsen.

Wie stark die Zinsen gestiegen sind, zeigt der Anleihemarkt: Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen lag Anfang Oktober Medienberichten zufolge bei rund 3,46 Prozent. In den vergangenen 52 Wochen schwankte sie zwischen 2,52 und 3,65 Prozent. Zuletzt sank sie leicht, weil Anleger nach Kursverlusten bei Tech-Aktien in sichere Anlagen wechselten. An der hohen Zinslast für den Bund ändert das wenig.

Rekordschulden: Diese Zahlen sollten Sie kennen

Laut dem Haushaltsentwurf von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) für 2027 ergibt sich folgendes Bild:

  • Der Kernhaushalt soll auf 555,4 Milliarden Euro steigen. Das sind fast sechs Prozent mehr als im laufenden Jahr.
  • Der Bund will im Kernhaushalt 118,7 Milliarden Euro neue Kredite aufnehmen. Für 2026 sind es 98 Milliarden.
  • Mit den Sondervermögen für Infrastruktur, Klimaneutralität und Bundeswehr kommen 2027 laut Kabinettsbeschluss 203,7 Milliarden Euro neue Schulden zusammen.

Zur Erinnerung: Friedrich Merz hatte im Wahlkampf eine solide Haushaltsführung versprochen. Davon ist wenig übrig geblieben. Sein Kabinett plant bis 2030 Nettokredite von insgesamt 972 Milliarden Euro.

Bundesbank: Die Schuldenquote steigt weiter

Die Bundesbank erwartet, dass die Schuldenquote bis 2028 auf fast 70 Prozent der Wirtschaftsleistung steigt. Im Jahr 2024 lag sie noch bei 62,5 Prozent. Das jährliche Defizit soll von 2,8 Prozent im Jahr 2025 auf 4,9 Prozent im Jahr 2028 wachsen. Damit läge es klar über der Maastricht-Grenze von drei Prozent.

Die Bundesbank nennt mehrere Gründe: höhere Verteidigungsausgaben, steigende Sozialausgaben wegen der alternden Bevölkerung und eine schwache Konjunktur. Für 2026 erwartet sie nur 0,5 Prozent Wachstum, bereinigt um die Zahl der Arbeitstage. Ein Grund ist der Energiepreisschock durch den Krieg im Nahen Osten.

Fast jeder fünfte Steuer-Euro geht an die Gläubiger

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat ausgerechnet, welchen Anteil der Steuereinnahmen der Bund für Zinsen ausgeben muss. 2025 waren es 7,7 Prozent, bis 2030 sollen es 18,1 Prozent werden. Dann wäre fast jeder fünfte Steuer-Euro für Zinsen gebunden. Dieses Geld fehlt für Schulen, Brücken und Entlastungen. Und es ist schon ausgegeben, bevor das Parlament über den Haushalt entscheidet.

Das IW kritisiert außerdem: Die Investitionsquote im Kernhaushalt soll von 9,3 auf 7,7 Prozent sinken. Mehr Schulden bedeuten also nicht automatisch mehr Investitionen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt vor Haushaltslücken von insgesamt über 100 Milliarden Euro bis 2030.

Was bedeutet das für Sparer?

Wenn Staaten immer mehr Schulden machen, verlieren Sparer oft auf zwei Wegen: durch höhere Abgaben und durch Inflation, die das Ersparte entwertet. Die Bundesbank erwartet für 2026 eine Inflation von 2,9 Prozent. Viele Bürger setzen deshalb auf physisches Gold und Silber. Edelmetalle sind keine Schulden eines Staates und verlieren ihren Wert nicht, wenn ein Finanzminister neue Kredite aufnimmt. Als Ergänzung in einem breit gestreuten Vermögen können sie gegen die Folgen hoher Staatsschulden absichern.

Hinweis: Dieser Beitrag dient nur der Information und ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung, Wertpapiere oder Edelmetalle zu kaufen oder zu verkaufen. Jeder Anleger sollte sich selbst informieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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