
40 Milliarden für acht Schiffe: Fregatten-Schock für den Steuerzahler

Das größte Marineprojekt der deutschen Nachkriegsgeschichte droht aus dem Ruder zu laufen. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ könnten die acht geplanten Flugabwehr-Fregatten der Klasse F127 nach aktuellen Schätzungen mehr als 40 Milliarden Euro kosten – eingeplant waren ursprünglich 26 Milliarden. Pro Schiff wären das über fünf Milliarden Euro.
Der Preistreiber sitzt in Washington
Verantwortlich für den Kostensprung seien vor allem die US-amerikanischen Aegis-Waffensysteme. Sie sollen die Marine befähigen, von See aus Raketen, Drohnen und selbst Hyperschallwaffen abzufangen – ein Fähigkeitssprung, den Europa bislang kaum darstellen kann.
Die Abhängigkeit ist beachtlich: Ein erheblicher Teil des Geldes fließt über das amerikanische Foreign-Military-Sales-Verfahren, also über Regierungsverträge mit Washington. Im April 2026 genehmigte das US-Außenministerium Lieferungen im geschätzten Wert von 11,9 Milliarden Dollar, darunter SPY-6-Radaranlagen und Schiffsgeschütze.
Verbindliche Angebote für den nationalen Schiffbauvertrag und einzelne FMS-Anteile lägen bislang nicht vor, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Belastbare Preisaussagen seien daher derzeit nicht möglich. Übersetzt: Der Bund verhandelt über ein Milliardenprojekt, dessen Endpreis niemand kennt.
„Planlos, in Teilen sogar willkürlich“
Im Verteidigungsministerium werde das Vorhaben nach Angaben von Insidern „intensiv betrachtet“. Auch bei den Haushältern der Koalition gebe es dem Bericht zufolge Zweifel, ob das Projekt in dieser Form noch realisierbar ist.
Deutlich wird der Sicherheitsexperte Carlo Masala, Professor an der Bundeswehr-Universität München. Er fragt, welches Kriegsszenario der Beschaffung überhaupt zugrunde liege:
„Bis heute wirkt die Beschaffung planlos, in Teilen sogar willkürlich, da sie augenscheinlich nicht aufgrund eines klar definierten Kriegsbilds erfolgt.“
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, der CDU-Politiker Thomas Röwekamp, verlangt von Minister Boris Pistorius (SPD) eine Gesamtplanung, was bis 2029 und darüber hinaus angeschafft werden solle. Die Bundeswehr müsse konkrete Fähigkeiten hinzugewinnen – und zwar möglichst schnell.
Der Krieg wird digital geführt – Deutschland baut Stahlkolosse
SPD-Haushaltspolitiker Andreas Schwarz verweist auf die Ukraine: Der Krieg dort werde in einem Maße digital, vernetzt und kommunikationsgetrieben geführt, dass man fragen müsse, ob die eigenen Programme noch Schritt halten. Falsche Beschaffung koste am Ende den Steuerzahler „unwahrscheinlich viel Geld“ – und im schlimmsten Fall Soldaten Gesundheit und Leben. CDU-Haushaltsexperte Andreas Mattfeldt fordert mehr Transparenz; man werde den Minister weiter fordern.
Zur Einordnung: Die F127 soll die drei alternden Fregatten der Sachsen-Klasse ersetzen. Mit rund 178 Metern Länge, etwa 12.000 Tonnen Verdrängung und bis zu 96 Senkrechtstart-Zellen wäre sie größer als die Zerstörer mancher Partnermarinen. Das erste Schiff soll Ende 2033 einsatzbereit sein – ein Zeitplan, der bei deutschen Großprojekten traditionell als sportlich gilt.
Sondervermögen trifft Kostenexplosion
Für viele Bürger dürfte die entscheidende Frage lauten: Wohin fließen die Hunderte Milliarden, die Bundesregierung und Bundestag über Sondervermögen und aufgeweichte Schuldenbremse mobilisiert haben? Wehrhaftigkeit ist notwendig. Doch wenn ein Projekt binnen Monaten um 14 Milliarden Euro teurer wird, wächst der Verdacht, dass hier weniger geplant als improvisiert wird – und die Rechnung tragen Steuerzahler und kommende Generationen.
Wer angesichts wachsender Staatsschulden und geopolitischer Unsicherheit nach Stabilität sucht, denkt traditionell auch über physische Edelmetalle nach: Gold und Silber haben in Krisenzeiten über Jahrhunderte ihre Rolle als wertbeständige Ergänzung eines breit gestreuten Vermögens behauptet.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt unsere Einschätzung auf Basis der vorliegenden Informationen wider. Jeder Anleger muss eigenverantwortlich prüfen und entscheiden.

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