
4,6 Millionen Ungelernte: Wie Deutschland zum Wartesaal für den Niedriglohn wird

Es sind Zahlen, die man nicht schönreden kann – so sehr sich Berlin auch bemüht. Rund 4,6 Millionen geringqualifizierte Erwachsene leben mittlerweile in Deutschland. Und die Kurve zeigt seit Jahren unbeirrbar nach oben. Jährlich kommen etwa 100.000 Menschen ohne verwertbaren Berufsabschluss hinzu. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, über die auch das "Handelsblatt" berichtete, bringt es auf den Punkt: Seit dem Vor-Corona-Jahr 2019 sei die Zahl um satte 650.000 gestiegen – ein Zuwachs von 17 Prozent.
Ein Warnsignal, das niemand hören will
Man stelle sich das einmal vor: Während Politik und Wirtschaftsverbände unentwegt vom "Fachkräftemangel" schwadronieren, wächst gleichzeitig ein Heer von Menschen heran, die auf dem Arbeitsmarkt schlicht keine Chance haben. Die Arbeitslosenquote der Ungelernten liegt bei erschreckenden 21,3 Prozent – das ist sechsmal so hoch wie bei jenen, die eine Berufsausbildung vorweisen können. Sechsmal! Ein Widerspruch, der lauter kaum sein könnte.
Der Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann-Stiftung, Gunvald Herdin, formulierte es diplomatisch. Menschen ohne Abschluss hätten schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt, sagte er. Dass die Arbeitslosigkeit trotz akuten Fachkräftemangels so hoch sei, müsse als deutliches Warnsignal verstanden werden. Man brauche Qualifizierung, um aus Helfern Fachkräfte zu machen.
Ein Land, das gleichzeitig über Fachkräftemangel und Millionen Ungelernte klagt, hat kein Wissensproblem – es hat ein Führungsproblem.
Die bequeme Ausrede vom "Weiterbilden"
Natürlich klingt der Ruf nach Qualifizierung erst einmal vernünftig. Schon wenige Teilqualifikationen könnten die Lücke zwischen Helfer- und Facharbeiterjob schließen, heißt es. Doch wer glaubt ernsthaft, dass ein paar Weiterbildungsmodule das strukturelle Versagen einer verfehlten Politik ausbügeln? Die entscheidende Frage stellt in Berlin offenbar niemand: Wie konnte es überhaupt so weit kommen?
Wer jahrelang die eigene Bildungslandschaft verkümmern lässt, wer Schulen zu Experimentierfeldern ideologischer Debatten degradiert, statt solides Handwerk und echtes Wissen zu vermitteln, der darf sich über solche Zahlen nicht wundern. Der Niedriglohnsektor wächst – und mit ihm die Zahl derer, die am Rande der Gesellschaft festhängen.
Wohlstand entsteht nicht durch Verwaltung des Mangels
Die traurige Wahrheit ist: Ein Volk, das seinen Nachwuchs nicht mehr befähigt, im internationalen Wettbewerb zu bestehen, verspielt seine Zukunft. Statt in echte Bildung, in Fleiß und in Leistungsbereitschaft zu investieren, wird verwaltet, umverteilt und beschwichtigt. Die Rechnung dafür zahlen am Ende die Fleißigen – jene, die morgens aufstehen und dieses Land am Laufen halten.
In Zeiten, in denen die wirtschaftliche Substanz Deutschlands bröckelt, die Inflation an den Ersparnissen nagt und politische Versprechen so haltbar sind wie Butter in der Sonne, gewinnt eine alte Erkenntnis wieder an Bedeutung: Wer seine Ersparnisse schützen will, sollte auf Beständiges setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie Kaufkraft bewahren – unabhängig davon, wie unfähig gerade regiert wird. Als solide Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen sind sie ein Fels in der Brandung politischer Fehlentscheidungen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie uns vorliegende Informationen wieder. Jeder Leser ist angehalten, eigene Recherchen anzustellen und für seine finanziellen Entscheidungen selbst Verantwortung zu übernehmen. Für konkrete Fragen wenden Sie sich bitte an einen unabhängigen Fach-, Rechts- oder Steuerberater.

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