
Kanzler auf Abruf? Zwei Drittel glauben nicht mehr an Merz bis 2029

Friedrich Merz verliert den Rückhalt der Bürger, und zwar schnell. Laut dem aktuellen ZDF-Politbarometer der Forschungsgruppe Wahlen rechnen 65 Prozent der Deutschen nicht damit, dass der CDU-Kanzler bis zur regulären Bundestagswahl im Frühjahr 2029 im Amt bleibt. Gleichzeitig zieht die AfD in der Projektion mit 28 Prozent auf sieben Punkte davon.
79 Prozent: Das Zeugnis fällt verheerend aus
Die Zahlen lesen sich wie ein Misstrauensvotum des Volkes. 79 Prozent der Befragten finden, Merz mache als Kanzler einen eher schlechten Job. Das ist laut den Meinungsforschern ein neuer Höchstwert. Nur noch 17 Prozent attestieren ihm gute Arbeit.
Bemerkenswert ist, dass der Zweifel bis in die eigenen Reihen reicht. Selbst unter den Anhängern von CDU und CSU glauben nur 49 Prozent, dass Merz bis 2029 durchhält. Wie viel Rückhalt hat ein Kanzler noch, wenn die Hälfte seiner eigenen Wähler bereits an seinem Stuhl sägen sieht?
Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich um die Einschätzung der Befragten, nicht um eine Prognose über die tatsächliche Dauer seiner Amtszeit. Die Stimmung ist trotzdem eindeutig.
Reformen gewünscht, aber keiner traut sie Merz zu
Das eigentlich Brisante steckt in einem Widerspruch. 85 Prozent der Deutschen halten grundlegende Reformen für wichtig, auch wenn diese finanzielle Belastungen und Einschnitte bedeuten. Die Bürger wollen also Veränderung. Dass Merz seinen angekündigten Reformkurs fortsetzen könne, glauben jedoch nur 28 Prozent. 67 Prozent bezweifeln es.
Aus Sicht unserer Redaktion ist das die bitterste Pointe dieser Umfrage. Die Bevölkerung wäre bereit für den großen Wurf. Sie traut ihn dieser Regierung aber offenbar nicht mehr zu. Merz war mit dem Versprechen einer Politikwende angetreten. Stattdessen stehen heute ein 500-Milliarden-Sondervermögen auf Pump und eine Koalition, die aus Sicht vieler Kritiker vor allem mit sich selbst beschäftigt ist.
Schwarz-Rot: So unbeliebt wie nie
Auch die Koalition insgesamt steht blank da. 74 Prozent stellen Schwarz-Rot ein schlechtes Zeugnis aus. Das ist der schlechteste Wert dieser Legislaturperiode. Nach den teils massiven Verlusten von CDU und SPD bei den jüngsten Landtagswahlen erwarten 53 Prozent, dass der Streit im Regierungslager nun eher zunimmt.
In der Sonntagsfrage wäre Schwarz-Rot weit von einer eigenen Mehrheit entfernt:
- AfD: 28 Prozent (+1)
- CDU/CSU: 21 Prozent (−1)
- Grüne: 14 Prozent (unverändert)
- SPD: 13 Prozent (+1)
- Linke: 12 Prozent (unverändert)
- FDP: 3 Prozent (−1)
Pistorius vorn, Merz tief im Minus
Im Politiker-Ranking auf einer Skala von plus fünf bis minus fünf führt Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit 1,4. Merz kommt auf minus 1,9 und liegt damit auf dem vorletzten Platz. Schlusslicht ist AfD-Chefin Alice Weidel mit minus 2,4.
Energiepreise: Der nächste Brandherd
Auch im Alltag der Bürger brennt es. 78 Prozent werfen der Regierung vor, zu wenig gegen steigende Energiepreise zu tun. Den angekündigten Tankrabatt, also eine Senkung der Energiesteuer um 17 Cent je Liter, finden 50 Prozent gut. 44 Prozent lehnen ihn ab.
Für die Umfrage wurden vom 22. bis 24. September 1.346 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch und online befragt. Der Befund bleibt klar: Ein Kanzler, dem zwei Drittel des Landes keine volle Amtszeit mehr zutrauen, regiert auf Bewährung. Politische Instabilität, hohe Schulden und steigende Preise sind Gründe, warum viele Bürger bei der Vermögenssicherung auf Werte setzen, die nicht von Wahlperioden abhängen. Dazu gehören physische Edelmetalle als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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