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Kettner Edelmetalle
14.04.2026
08:28 Uhr

Milliarden für Attrappen-Beschuss: Rheinmetalls Drohnen-Debakel entlarvt Deutschlands Rüstungschaos

Was sich derzeit hinter den verschlossenen Türen des Bundesverteidigungsministeriums abspielt, liest sich wie eine Satire auf den deutschen Beschaffungswahnsinn – ist aber bittere Realität. Ein Rüstungskonzern soll einen Rahmenvertrag über rund 2,5 Milliarden Euro erhalten, obwohl sein Produkt nach Einschätzung von Insidern nicht einmal aufblasbaren Panzerattrappen zuverlässig gefährlich werden kann. Willkommen in der wunderbaren Welt der deutschen Verteidigungspolitik.

Ein „Powerpoint-Projekt" für 2,5 Milliarden Euro

Wie aus Geheimdokumenten hervorgeht, die als „VS – nur für den Dienstgebrauch" klassifiziert sind, plant das Verteidigungsministerium, dem Düsseldorfer Rüstungsriesen Rheinmetall einen Rahmenvertrag über sogenannte Loitering Munition – bewaffnete Drohnen, die über einem Zielgebiet kreisen und bei Bedarf zuschlagen – in einer Größenordnung von etwa 2,5 Milliarden Euro zuzusprechen. Das ist zehnmal mehr als für die deutschen Mitbewerber Helsing und Stark vorgesehen, die jeweils rund 250 Millionen Euro erhalten sollen.

Der Haken an der Sache? Das RAIDER-System von Rheinmetall basiert auf gerade einmal zwei Testflügen. Zwei. Nicht zwanzig, nicht zweihundert – zwei. Und selbst diese verliefen alles andere als reibungslos. In Kreisen des Verteidigungsministeriums wird das System deshalb intern als „Powerpoint-Projekt" verspottet. Ein Spottname, der angesichts der Faktenlage erschreckend treffend erscheint.

Versagende Zünder und aufblasbare Panzer

Die Details der beiden Testflüge offenbaren ein Bild, das jeden Steuerzahler in Rage versetzen dürfte. Bei den Tests wurden statische, nicht getarnte Ziele beschossen – konkret zwei aufblasbare Panzerattrappen, die weniger als einen Kilometer vom Startpunkt entfernt positioniert waren. Nicht etwa Bundeswehrsoldaten bedienten das System, sondern Mitarbeiter von Rheinmetall selbst. Ob das RAIDER-System unter realen Einsatzbedingungen durch militärisches Personal überhaupt handhabbar wäre, wurde bislang schlicht nicht erprobt.

Doch damit nicht genug. Selbst unter diesen geradezu paradiesischen Testbedingungen versagte der Zünder des Boosters gleich zweimal. Es kam zu starken Geräuschstörungen beim Start. Ein vollständig entwickelter Booster existiere den Informationen zufolge noch gar nicht. Die Batterieleistung des Systems wird als unzureichend beschrieben. Der tatsächliche Testablauf wich erheblich vom geplanten Prozedere ab. Man fragt sich unwillkürlich: Was genau hat bei diesen Tests eigentlich funktioniert?

Taktisch ein Albtraum

Die Probleme reichen weit über die Testflüge hinaus. Der Startvorgang des RAIDER erzeugt derzeit eine derart hohe Sicht- und Geräuschsignatur, dass ein Gegner die Startposition mühelos aufklären könnte. In einem echten Gefecht wäre das nicht nur ein taktischer Nachteil – es wäre ein Todesurteil für die Bediener. Die Integration in das Unmanned Management System der Bundeswehr, über das unbemannte Systeme in die militärische Führungsstruktur eingebunden werden, sei ebenfalls noch nicht erfolgt. Einzelne technische Komponenten gelten als nicht vollständig optimiert.

Start-ups liefern – und werden trotzdem benachteiligt

Was diese Geschichte von einer gewöhnlichen Beschaffungspanne zu einem handfesten Skandal macht, ist der Vergleich mit der Konkurrenz. Während Rheinmetall grundlegende Funktionsnachweise schuldig bleibt, haben die beiden Start-ups Helsing und Stark bereits Ende November bis Anfang Dezember 2025 die Einbindung in die reale Gefechtsführung erfolgreich nachgewiesen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten erreichten ihre Systeme eine Trefferwahrscheinlichkeit von mehr als 95 Prozent. Beide Unternehmen haben die munitionstechnische Qualifizierung bereits abgeschlossen.

Und dennoch – man möchte es kaum glauben – stehen ausgerechnet diese erfolgreichen Newcomer unter deutlich höherem Zeitdruck. Helsing und Stark mussten die munitionstechnische Qualifikation bis zum 30. September 2026 abschließen, obwohl es sich für beide um den ersten Großauftrag dieser Dimension handelt. Rheinmetall hingegen, ein Konzern, der nach eigenen Angaben seit 15 Jahren Drohnen entwickelt, hat laut Vertrag Zeit bis zum 30. April 2027 – satte sieben Monate länger. Wer hier eine Bevorzugung des Großkonzerns wittert, liegt vermutlich nicht ganz falsch.

Industriepolitik vor Landesverteidigung?

Die Brisanz dieser Enthüllungen reicht weit über die technischen Mängel eines einzelnen Waffensystems hinaus. Sie werfen ein grelles Schlaglicht auf die fundamentalen Probleme der deutschen Rüstungsbeschaffung. Paragraph 3 des Vertrags sehe lediglich vor, dass Auftraggeber und Auftragnehmer „übereinstimmend davon ausgehen", dass das Produkt die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Qualifikation erfülle. Ein tatsächlicher Nachweis stehe jedoch noch aus. Man „geht also davon aus" – für 2,5 Milliarden Euro Steuergeld. Bemerkenswert.

Die Litauische Brigade der Bundeswehr soll bis 2027 voll ausgestattet sein. Rheinmetall verpflichte sich laut Vertrag für das Jahr 2027 jedoch ausdrücklich nur zu den fest beauftragten Leistungen. Die volle Produktionskapazität von bis zu 5.000 Lenkflugkörpern jährlich solle erst ab 2028 verfügbar sein. Die Truppe droht also ohne einsatzfähiges System dazustehen – in einer Zeit, in der die geopolitische Lage an Europas Ostflanke angespannter ist denn je.

Ein Symptom des deutschen Niedergangs

Dieser Fall reiht sich nahtlos ein in die lange Geschichte deutscher Beschaffungsdesaster – vom Sturmgewehr G36 über den Schützenpanzer Puma bis hin zur Fregatte Baden-Württemberg. Immer wieder werden Milliarden in Systeme gepumpt, die nicht funktionieren, während innovative Alternativen systematisch benachteiligt werden. Es drängt sich die Frage auf, ob hier industriepolitische Interessen über militärische Notwendigkeiten gestellt werden. Der Haushaltsausschuss des Bundestages beschäftigt sich seit Wochen mit dem Fall – und die nun bekannt gewordenen Details über versagende Zünder, aufblasbare Panzerattrappen und fehlende Kernfunktionen dürften die politische Debatte weiter anheizen.

Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hatte versprochen, die Bundeswehr endlich wieder einsatzfähig zu machen. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur und Verteidigung sollte den Aufbruch markieren. Doch wenn Milliarden weiterhin in „Powerpoint-Projekte" fließen, statt in bewährte und einsatzreife Systeme investiert zu werden, dann bleibt von diesem Versprechen nicht mehr als heiße Luft. Der deutsche Steuerzahler hat ein Recht darauf zu erfahren, warum sein Geld für ein System ausgegeben werden soll, das nicht einmal aufblasbaren Panzerattrappen auf kurze Distanz zuverlässig gefährlich wird – während funktionierende Alternativen bereits auf dem Tisch liegen.

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