
Milliarden-Strafe und Handels-Flop: Bank of America stürzt ab!

Für die zweitgrößte Bank der USA war es ein rabenschwarzer Mittwoch. Bank of America meldete für das dritte Quartal 2026 einen Gewinneinbruch um 17 Prozent auf 6,93 Milliarden Dollar. Gründe sind eine Strafe der US-Behörden von 1,2 Milliarden Dollar und ein Handelsgeschäft, das klar hinter den Erwartungen blieb. Die Aktie verlor im frühen Handel rund sieben Prozent.
Die Zahlen hinter dem Absturz
Pro Aktie verdiente der Konzern 91 Cent. Der Finanzdatendienst LSEG hatte im Schnitt mit 1,10 Dollar gerechnet. Allein die Strafe kostete 17 Cent je Aktie. Ohne sie hätte der Gewinn bei 1,08 Dollar gelegen und die Prognose damit immer noch knapp verfehlt.
Der Umsatz stieg zwar um 3,2 Prozent auf 30,12 Milliarden Dollar, lag aber rund 570 Millionen Dollar unter den erwarteten 30,69 Milliarden. Der Blick auf die einzelnen Sparten zeigt, wo es hakt:
- Anleihehandel: minus 17 Prozent auf 2,55 Milliarden Dollar. Schwach liefen Hypotheken, Kommunalanleihen und das Kreditgeschäft. Das sind rund 450 Millionen Dollar weniger als von StreetAccount geschätzt.
- Aktienhandel: plus 10 Prozent auf 2,51 Milliarden Dollar, aber fast 300 Millionen Dollar unter Plan.
- Investmentbanking: minus 11 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar, ungefähr wie erwartet.
- Zinsüberschuss: plus 7,9 Prozent auf 16,6 Milliarden Dollar, knapp über der Schätzung von 16,53 Milliarden.
Moynihans Versprechen hält nicht
Besonders peinlich für die Konzernspitze: Vorstandschef Brian Moynihan hatte Analysten im September gesagt, die Handelserträge würden ungefähr stabil bleiben. Tatsächlich fielen Anleihe- und Aktienhandel zusammen um fünf Prozent. Unterm Strich fehlen rund 750 Millionen Dollar.
Wells-Fargo-Analyst Mike Mayo urteilte in einer Studie scharf. Die Kapitalmarktzahlen seien „easily worst in class“ gewesen, also mit Abstand die schwächsten der Branche.
Fünf Milliarden Dollar, die niemand gemeldet hat
Noch schwerer als die Zahlen wiegt der Ärger mit den Aufsehern. Nach Angaben des US-Finanzministeriums habe die Bank verdächtige Transaktionen von mehr als fünf Milliarden Dollar nicht rechtzeitig an die Behörde FinCEN gemeldet. Dabei sei es auch um Risiken für die nationale Sicherheit gegangen, etwa chinesische Geldwäsche-Netzwerke und illegale Geldströme an der Südwestgrenze der USA. Große Teile der Überwachung habe die Bank laut Ministerium an Dritte ausgelagert.
Die Bankenaufsicht OCC verhängte zusätzlich 750 Millionen Dollar, die höchste Strafe in ihrer Geschichte. Sie wird auf die FinCEN-Summe angerechnet. Über die Sanktionsbehörde OFAC kommt ein Vergleich über 11,6 Millionen Dollar hinzu, der 475 mutmaßliche Verstöße gegen Sanktionsprogramme betrifft, unter anderem gegen Iran und Russland. Insgesamt handelt es sich laut Ministerium um die dritthöchste Strafe in seiner Geschichte.
Finanzminister Scott Bessent sieht darin ein deutliches Signal: Auch die größten Finanzhäuser stünden nicht über dem Gesetz. Die Bank erklärte, sie nehme die Bekämpfung von Finanzkriminalität ernst. Man habe Milliarden in Technik gesteckt, Tausende Mitarbeiter dafür eingesetzt und die geforderten Nachbesserungen schon weit vorangebracht.
Der Aufräumer braucht selbst einen Aufräumer
Das ist bitter für Moynihan. Er führt die Bank seit 2010 und verbrachte seine ersten Jahre damit, die Folgen der Hypothekenskandale nach der Finanzkrise 2008 zu beseitigen. Jetzt fragen Beobachter, ob er die Kontrollen in einem Haus dieser Größe noch im Griff hat und ob weitere Risiken unentdeckt sind.
Auch die Konkurrenz glänzt nicht. JPMorgan Chase verfehlte erstmals seit Jahren die Erwartungen bei Gewinn und Umsatz. Goldman Sachs, Citigroup und Wells Fargo legten durchwachsene Zahlen vor.
Was Sparer daraus mitnehmen sollten
Der Fall zeigt erneut, wie sehr Anleger auf Bilanzen, Prognosen und Kontrollsysteme angewiesen sind, die sie selbst nicht überprüfen können. Wenn sogar bei einem der größten Geldhäuser der Welt Milliardenbeträge unbemerkt durchrutschen, ist das ein Grund, über das eigene Vermögen nachzudenken. Physisches Gold und Silber hängen weder von Quartalszahlen noch von Bankkontrollen ab. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie helfen, Vermögen abzusichern.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlagen. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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