
Peinlicher Rückzieher: BILD-Chefin nennt „Fuck AfD“-Spruch „dumm“

Erst das vulgäre Bekenntnis, jetzt der Gang nach Canossa: Marion Horn, Chefredakteurin von Bild, rudert nach ihrem „Fuck AfD“-Spruch öffentlich zurück. Auf LinkedIn gab sie zu, die Aussage sei „dumm“ gewesen. Medienberichten zufolge wurde ihr Beitrag am 19. Oktober 2026 bekannt. Damit ist die Sache aber noch lange nicht erledigt.
Ein Poster, ein Flugzeug, ein Eklat
Losgegangen war es mit einem Interview, das Horn dem Branchendienst Kress gegeben hatte. Darin beschrieb sie ein Poster in ihrem Büro. Darauf ziehe ein Sportflugzeug ein Werbebanner hinter sich her. Die Aufschrift: „Fuck AfD“. Und Horn legte nach: „Das ist meine Haltung.“
Der Satz schlug ein wie eine Bombe. Der Slogan gilt seit Jahren als Erkennungszeichen der linksextremen Antifa-Szene. Dass ausgerechnet die Chefin von Europas größter Boulevardzeitung sich diese Parole zu eigen macht, löste in konservativen Medien und bei vielen Lesern Kopfschütteln aus. Anderen Berichten zufolge soll Horn im selben Gespräch erklärt haben, sie habe keine Angst, wegen dieser Haltung Leser zu verlieren.
Die Kehrtwende auf LinkedIn
Jetzt also die Rolle rückwärts. Wer Fehler mache, müsse damit „offensiv umgehen“, schrieb Horn. Das gelte erst recht, wenn man in Bild selbst „auch nicht gerade zimperlich mit denen umgeht, die Fehler machen“. Ein bemerkenswertes Eingeständnis.
Sie habe sich „provozieren lassen“, so Horn weiter. Eigentlich habe sie als Privatperson nur ausdrücken wollen, dass sie „keine Freundin der AfD“ sei. Das sei ihr dann aber „leider mit diesem blöden Spruch, den die Antifa für sich gekapert hat“, herausgerutscht. Ihr Ziel sei gewesen, klarzustellen, dass man sie und ihr Blatt politisch falsch einordne.
„Trotzdem: Der Spruch war dumm, ich hätte mich nicht so provozieren lassen dürfen.“
Keine Sympathie für AfD und Linke, aber auch gegen die Brandmauer
Inhaltlich bleibt Horn auf Distanz. Für AfD und Linke hege sie persönlich „(vorsichtig formuliert) nur sehr wenig Sympathie“. Wen sie wähle, gehe „niemanden etwas an“, betonte sie. Gleich danach verriet sie es dann doch ein Stück weit: „Ich wähle auch die Grünen nicht. Und die Linke auch nicht.“
Interessant wird es bei der Frage nach dem Umgang mit der AfD. Die sogenannte Brandmauer halte sie für falsch, schrieb Horn, ebenso die Debatte über ein AfD-Verbot. AfD-Wähler habe sie „noch nie diskreditiert“. Ihren Kritikern warf sie vor, „aus meinem blöden Spruch eine Kampagne“ gegen Bild zu machen. Ihr Fazit: „Muss ich aushalten, ich habe selbst Schuld.“
Was bleibt?
Der Fall zeigt deutlich, wie tief die Gräben in der deutschen Medienlandschaft inzwischen sind. Millionen Bürger wählen die AfD. Viele von ihnen lesen Bild. Wer diese Menschen mit einem Vulgärspruch abwatscht, darf sich über Gegenwind kaum wundern. Und wer dann behauptet, er habe Wähler nie herabgesetzt, braucht sich über Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit ebenso wenig zu wundern.
Immerhin: Horn hat den Fehler eingestanden, und das schaffen in der Medien- und Politikblase nicht viele. Ob das Vertrauen damit zurückkommt, ist eine andere Frage. Glaubwürdigkeit ist schnell verspielt, und eine Entschuldigung auf LinkedIn bringt sie nicht automatisch zurück. Gerade eine Zeitung, die für sich in Anspruch nimmt, die Stimme des Volkes zu sein, sollte das wissen.
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